KOSMOS Elektro 382 Versuche

"Schau, was der Elektromann, alles aus sich machen kann ..."

KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 17. Apr 2012, 17:06

Hallo miteinander,

habe letztens diesen Elektro- Kasten günstig ersteigern können:
Bild
Bild

Eigentlich dachte ich nur daran, mir damit einen kleinen Bestand an Ersatzteilen aus Vorkriegskästen anzulegen. Aber nachdem ich beim Entstauben und groben Reinigen festgestellt habe, dass nur ganz wenige Teile fehlen, werde ich den Kasten nun doch erhalten und restaurieren.

Allerdings ist der Pappe-Kasten im Gegensatz zu den Teilen doch in einem äußerst schlechten Zustand. Es kommt hier nur ein Neu-Aufbau in Frage. Wie ich das mache, muss ich mir noch überlegen.

Ein Begleitheft war nicht dabei. Jedoch wäre es ganz nett, wenn man den Kasten zeitlich etwas näher bestimmen könnte. Ein Anhaltspunkt dafür ist vielleicht die angegebene Anzahl der Versuche auf dem Deckel und das Bild an sich. Auch die Fächereinteilung müsste einen Hinweis abgeben.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 17. Apr 2012, 19:39

Hallo Horst,
Der rote Magnet
mit den spitzwinklig zulaufenden Schenkeln gehört wohl nicht zum Kasten.
So was hatte man bei Minimum-Maximum-Thermometern (Um die
Stifte zurückzustellen) Sind die Polflächen halbkreisförmig ausgekehlt?
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 17. Apr 2012, 20:24

Hallo Georg,

nein, die Pole des kleinen roten Magneten sind nicht halbkreisförmig ausgekehlt, wohl aber die des größeren roten Hufeisenmagneten. Ich dachte mir schon, dass der kleine eventuell nicht dazugehört. Aber über den damaligen Verwendungszweck, den du genannt hast, wusste ich bisher noch nichts.

Was ist mit dem Steckerkabel links unten? Zuerst dachte ich, das wäre das ominöse 220-V-Widerstandskabel, hat aber 0 Ohm.

Der Antennenschalter in der Mitte und die beiden Steckdosen hinten passen auch nicht so richtig dazu. Ebenso stören mich die beiden Porzellanisolatoren hier. Sollten das Teile eines Radiokastens sein?

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 17. Apr 2012, 20:46

Das Bild des Kastendeckels (382 Versuche) wurde erstmals im 1934er-Kasten verwendet, der ja auch bei uns vorgestellt ist klick.

Auch Bauteile wären passend - allerdings ist die Fächeraufteilung des dortigen Kastens noch etwas weniger ausgeprägt. In der zweiten Hälfte der 30er Jahre bis in die Kriegsjahre hat KOSMOS die Messingklemmen durch solche aus Zinkguss (?) ersetzt. Jedenfalls im Baukasten RADIO - vermutlich auch bei den anderen Kästen ?

Der Pappkarton des Baukastens ELEKTRO wurde auch in den ersten Nachkriegsjahren mit entsprechendem Deckelbild verwendet, bis in der vorletzten (16.) Auflage die neue Verpackung Einzug hielt, siehe hier bei der 17. Auflage klick.

Damit meiner Meinung nach ein Kasten aus Mitte der 30er bis Anfang der 50er Jahre. Allerdings: die Nachkriegskästen hatten (irgendwann) Kunststoff-Spulen, also auch ein Kriterium. Ab wann, kann ich derzeit leider nicht sagen.

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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 17. Apr 2012, 21:12

Hallo Horst,
die von dir aufgezählten Teile gehören wohl nicht dazu.
Porzellanisolatoren dieser Form hab ich mal in einem
Radiobastelbuch der 20er Jahre von Hanns Günter
(Radiokosmos) gesehen.
Der "Antennenschalter" ist eher ein typischer Schalter
für Klingelanlagen. Für Antennen braucht man größere
Abstande zwischen den Kontakten wegen der hohen
Gewitterspannungen.
Gruß
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 17. Apr 2012, 21:18

Hallo Jürgen,

durch solche aus Zinkguss (?)


Die übliche Bezeichnung ist Zinkdruckguss, (ca 4 % Al, 1 - 3 % Cu) siehe z. B.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zamak-Legierung

Daraus wurde/wird Spielzeug (el Eisenbahnen), Vergaser und vieles mehr hergestellt.

Gruß
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 17. Apr 2012, 22:29

Hallo Jürgen und Georg,

ein Charakteristikum bei diesem Kasten ist mir besonders aufgefallen: die beiden zusätzlichen Einfräsungen beim Galvanomer quer zu den beiden Wicklungen. Da kommt sicherlich die eine Windung hinein, die gebraucht wird, um den Apparat als Amperemeter benutzen zu können. Dieses Merkmal hab ich noch nicht so oft gesehen. Jetzt müsste man halt wissen, ab wann diese Maßnahme eingeführt wurde.

Die Klemmen hier sind übrigens alle aus Messing.

"Zinkdruckguss" ist das das Material, das nach dem Krieg in verunreinigtem Zustand eingesetzt wurde und bei langer, feuchter Lagerung gerne mal die "Zinkpest" bekam. Meine Märklin-Lok HR800 hatte diese "Krankheit" auch. :lol_1:

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 18. Apr 2012, 13:47

Hallo Horst,
in der Anleitung von 1934 ist auf den Bildern keine Ausfräsung zu sehen.
im Abschitt VIII Versuch 4 wird die Anwendung einer Einzelwindung beschrieben.
Die Zinkkorrosion ist wirklich ein Übel für Sammler, aber die Bezeichnung Zinkpest
ist falsch. Es gibt die Zinnpest, von daher hat sich dieser falsche Begriff
im Internet verbreitet. Die Ursache sind Nachlässigkeiten in der Gießerei,
vor allem wenn Reste oder Rückwaren (vor allem Lackierte) wieder eingeschmolzen werden.
Dadurch kommt es zu Verunreinigung im Bereich unter zehntel % an Cadmium oder Blei,
diese bewirken diese Korrosion. Ich hab das schon bei Schwungrädern von teuren
Tonbandgeräten gesehen, es ist also nicht nur ein Problem der Nachkriegszeit, sondern
eher Sorglosigkeit oder Unkenntnis. Die Hersteller dieser Legierungen warnen schon seit
den 30ern vor dem Phänomen.
Ich habe einen Radiomann von 42 mit derlei Klemmen, bis jetzt ist alles in Ordnung,
abgesehen daß die Schrauben etwas schwergängig waren und die Kontaktgabe lausig ist,
ähnlich wie bei Aludrähten.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 18. Apr 2012, 15:41

Georg hat geschrieben:...in der Anleitung von 1934 ist auf den Bildern keine Ausfräsung zu sehen.
im Abschitt VIII Versuch 4 wird die Anwendung einer Einzelwindung beschrieben.

Im Anleitungsheft 1941 von FrankR ist die Aussparung schon da und die Fächeranordnung gleicht der meinigen. Also können wir eingrenzen: zwischen 1934 und 1941. Die Klemmen sind aus Messing und noch nicht aus Zamak. Vielleicht gelingt darüber noch eine genauere Einordnung.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon wolfgang » 18. Apr 2012, 16:49

Georg hat geschrieben:
Die Zinkkorrosion ist wirklich ein Übel für Sammler, aber die Bezeichnung Zinkpest
ist falsch. Es gibt die Zinnpest, von daher hat sich dieser falsche Begriff
im Internet verbreitet.


Da ist aber diesmal nicht das Internet schuld. Ich kenne den Begriff Zinkpest schon aus dem Präcomputerzeitalter, womit ich keine Wertung über die Richtigkeit des Begriffes machen will.

Gruß
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 18. Apr 2012, 17:33

Hallo Wolfgang,
in welchem Zusammenhang war das?
Als ich vor ca. 10 Jahren in Net danach googlete, schien sich das
auf die Eisenbahnsammler zu konzentrieren.
Ich kam zu einem Mailwechsel mit jemand der sich selbst als
Fachmann ansah, interessanterweise wußte er sogar, daß
diese angeblich Zinkpest unterhalb 13,2 °C auftritt.
(Was exakt die Umwandlungstemperatur von Zinn in in alpha-Zinn ist,
der Vorgang der Zinnpest)
Den Ursprung dieser Weisheit wusste er jedoch nicht zu nennen.
Nun ja, da ist erstens die Unkenntnis beider Metalle bei Vielen, und
dann die schlichte ottographische Verwechslung.
Wie oft hab ich schon von Zinndachrinnen gehört etc....:=(
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon wolfgang » 18. Apr 2012, 22:15

Den Namen "Zinkpest" habe ich von einem befreundeten Münzsammler. In wirtschaftlich schlechten Zeiten wurden Münzen auch aus Zink gefertigt. Teilweise neigen solche die Münzen zu den beschriebenen Veränderungen. Das passt zu Deiner Beschreibung mit der schlechten Legierung. Es handelt sich bei dem Metall tatsächlich um Zink und nicht um Zinn, was für Münzen zu weich wäre.

Gruß
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 18. Apr 2012, 23:14

Hallo Leute,

bitte hier mal lesen wegen Zink-/Zinnpest, besonders ganz unten! :winkie:

http://www.tischeisenbahn.de/Restauri/page4.htm

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 19. Apr 2012, 11:24

Hallo Horst,
das ist ein sehr informativer Link zum Thema,
sehr gut!
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 22. Apr 2012, 14:42

So....
mein neuer Kasten ist fertig geworden.

Bild

Nach einem geeigneten roten Papier habe ich lange gesucht. Überzugspapier für diese Kartonagen gibt es ja fast kaum noch, und wenn, dann nur in großen Mengen. Schließlich bin ich in einem Großmarkt fündig geworden: rotes Packpapier.

Was mir jetzt noch fehlt ist eine saubere Bildkopie für auf den Deckel.

Ff
Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 22. Apr 2012, 17:22

Hallo Horst,
Respekt! Das sieht wirklich gut aus. Wie hast du die Ecken verbunden ?
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 22. Apr 2012, 19:08

Hallo Georg,

so geht´s ganz gut:

Bild

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 22. Apr 2012, 19:24

Hallo Horst,
vielen Dank! Also klassischen Knochenleim-Klebestreifen.
Gut zu wissen.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon FrankR » 22. Apr 2012, 19:25

Hallo Horst!

Sehr, sehr schön, der neue Kasten!
Hast Du nun aber den alten Kasten mit rotem Packpapier überzogen, oder hast Du jetzt auch den Kasten komplett neu aufgebaut?

Frank
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 22. Apr 2012, 20:43

Hallo Frank!

Bild

Links, das ist der alte Kasten. :ausflipp:

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 22. Apr 2012, 20:57

Wow, ganz saubere Arbeit mal wieder!
Darf ich nochmal fragen, wie Du das Packpapier aufgetragen hast bzw. welchen Kleber Du verwendet hast? Das würde mich für meine Restarbeiten am Karton meines Radiomann 1:2 Projekts interessieren.

Gruß,
Thomas
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 22. Apr 2012, 21:11

Hallo Thomas,

das ist gummiertes Furnierklebeband. Davon hatte ich noch eine alte Rolle. Das Packpapier habe ich mit Kleister aufgezogen, und für den Buckram-Bezug kam Planatol BB (Buchbinderleim) zum Einsatz.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 22. Apr 2012, 21:16

Hallo Horst,

na, dann werde ich meine Kanten auch mit Kleister aufkleben, wie ich es ursprünglich auch geplant hatte, mich aber nicht traute. ;) Danke für die Tipps!

Gruß,
Thomas
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 23. Apr 2012, 11:19

Das wär´s dann:

Bild

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 23. Apr 2012, 11:23

Horst,
das ist ein Schmuckstück!
Gruß
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon meiseAC » 23. Apr 2012, 11:24

Hallo zusammen

Wenn der Kosmos Verlag das sehen würde das Jahrzehnte später Menschen so viel Zeit, Material und Energie in alte Kästen investieren, die müssten dich zum Verlags Präsidenten Ehrenhalber machen! :thumb:

Die müsste normalerweise ein Museum eröffnen und dich auf Lebzeiten einstellen...

viele Grüße

Rolf
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 23. Apr 2012, 12:25

Ich bin da ganz bei Rolf:
Besser hätte es keiner nachbauen können! Spricht man da nicht von einem Faksimilé?
Wahnsinnsarbeit, Respekt!

Gruß,
Thomas
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon FrankR » 23. Apr 2012, 16:09

Wunderschön!

Frank
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 23. Apr 2012, 22:15

Hallo miteinender,

freut mich sehr, dass euch meine Arbeit gefällt!

Was macht ein Sammler mit den Gegenständen, die er vorfindet. Es gibt mindestens 2 Möglichkeiten:
1. Im jetzigen Zustand belassen, funktionierend oder nicht, vielleicht schonend säubern, dokumentieren, archivieren usw. Am Ende kann man sich dann im Kopf ausmalen, wie der Gegenstand in seinem ursprünglichen Zustand damals wirklich ausgesehen haben mag.
2. Meine Herangehensweise ist vorzugsweise eine andere: Ich möchte den alten Gegenstand möglichst konkret jetzt so vor mir haben, wie er damals nach seiner Herstellung ausgesehen und funktioniert hat.

Wenn sich der Gegenstand nicht mehr restaurieren lässt, dann läuft das halt auf eine Rekonstruktion hinaus. Da viele Materialien heute nicht mehr zu beschaffen sind, ist auch der alte Zustand nicht mehr hundertprozentig zu erreichen; man muss halt Kompromisse schließen.

Jedenfalls habe ich dann meine Freude daran, den Gegenstand am Ende wieder so vor mir stehen zu haben, wie ihn der damalige Benutzer vorgefunden haben mag.

Ganz automatisch ist mit solcher Restaurations- oder Rekonstruktionstätigkeit auch eine viel intensivere geistige Durchdringung verbunden, als das nur durch reine Dokumentation der Fall wäre.


Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 24. Apr 2012, 09:18

Hallo Horst,

Deine Herangehensweise kann ich wunderbar nachvollziehen.
Was mir aber bei Deiner ganzen Nachfertigungskunst am besten gefällt:
Du versuchst es zwar so genau wie möglich hinzubekommen, bist dabei aber nicht verbissen. Das ist die Eigenschaft, die ich oftmals in Foren und Sammlerkreisen vermisst habe, eine ganz natürliche Gelassenheit.

Gruß,
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 24. Apr 2012, 11:21

zwar so genau wie möglich hinzubekommen, bist dabei aber nicht verbissen


Da möchte ich mich anschließen!
Für dieses "OEM" und "OVP" und "unbespielt" Geschwätz bestimmter Sammler
habe ich nie Verständnis aufbringen können.
Bei dieser Sorte Sammler beschleicht mich immer der Verdacht, daß das handwerkliche
Unvermögen als Tugend des "originalbelassen" kaschiert wird :=)
Außerdem ist es äußerst befriedigend, ein "unmögliches" Bastelproblem zu lösen.
Das ist für mich meist wichtiger als der Sammlerstolz an sich.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 24. Apr 2012, 22:44

Auf dem Boden des zerfletterten Kastens fand ich noch folgende Aufschrift mit dem damaligen Verkaufspreis von 26,50 (RM?)

Bild

und im Internet ein uraltes Inserat einer Firma B.A.Müller, Deutschlands gößtem Spielwarenhaus und Kgl. Sächs. Hoflieferant. Sehr interessant !

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 25. Apr 2012, 11:12

Hallo Horst,
das nenne ich einen Fund!
Bitte zu beachten, daß in der Abbildung eine Puppe für Knaben (grins)
zu sehen ist (Die Soldatenpuppe).
Bis zur Jahrhundertwende war das allgemein üblich, irgendwann
starb das aber aus. Zu meiner Kinderzeit wäre das furchtbar
gewesen, so was haben doch nur Mädchen uaaah...
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 25. Apr 2012, 13:57

Hallo Georg,

so genau habe ich da noch gar nicht hingeschaut. Damit machst du aber auf einen ganz neuen Aspekt aufmerksam, dem man auch einmal nachforschen sollte: Kulturgeschichte des Spielzeugs. Das kommt bei mir vielleicht später nochmal. Aber jetzt bleiben wir mal vorrangig bei den Experimentierbaukästen an sich.

Jedenfalls habe ich mir dieses Objekt jetzt schon mal für spätere "Forschung" gesichert.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 30. Mai 2012, 19:50

Hallo Jürgen,

in meinem restaurierten Kasten fehlt mir - wenn ich das richtig sehe - jetzt noch der "Widerstandsdraht auf Kartonstreifen" E32. Das dürfte der gleiche sein wie der spätere "Widerstandsstreifen" E18 von 1959. Könntest du bitte wieder mal für mich messen :?:
(Abmessungen und Widerstandswert)

Danke!

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 1. Jun 2012, 12:23

Hier das Bild vom Widerstandsstreifen aus dem 1959er Kasten Elektrotechnik:

Bild

Der Hartpapierstreifen hat die Abmessungen 80 x 12 x 1 mm, Widerstandswert: 28 Ohm. Das Foto suggeriert Einkerbungen auf dem Streifen zur Aufnahme des Widerstandsdrahts, tatsächlich sind die Ränder aber glatt.

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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon Georg » 1. Jun 2012, 14:46

Hallo Jürgen,
der Streifen sieht dem Heizwiderstand im Radiomann bzw. Radiotechnik sehr ähnlich.
Sind die Werte gleich oder scheint das nur so in den Bildern?
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 1. Jun 2012, 19:59

Hallo Georg,

die Abmessungen sind zwar gleich, aber der Widerstandsstreifen aus meinem "Radio-Laboratorium" hat nur 12 Ohm.

Gruß, Horst



Edit: Letzterer ist nur 75mm lang!
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 1. Jun 2012, 22:39

Hallo Jürgen,

das wäre dann der Widerstandsstreifen E18 (1959) bzw. E32 (vor 1941).
Bild

Etwa 32 Ohm sind´s geworden, statt 28. Habe dafür einen 38-Ohm-Hochlastwiderstand geschlachtet. Bei strammer Wicklung schneidet der Draht etwas in den Rand des Pertinax- Streifens ein. Das sieht dann aus wie Kerben.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektro 382 Versuche

Ungelesener Beitragvon buedes » 2. Jun 2012, 00:39

Hallo Jürgen,

während meines obigen Versuchsaufbaus mit dem neuen Widerstand habe ich ziemlich vergeblich nach Löchern mit passendem Abstand auf der großen Holzplatte gesucht. Sehr wahrscheinlich dient dazu ja das mir noch fehlende Hilfsbrett E2. Deshalb möchte ich dich bitten hiervon eine Aufnahme auf Millimeterpapier zu machen, vielleicht auch gleich vom langen Widerstandsbrett E3.

Danke!

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