KOSMOS Elektromann 1930

"Schau, was der Elektromann, alles aus sich machen kann ..."

Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 21. Dez 2012, 12:54

Hallo Georg,

ich habe jetzt so weit abgedreht, das die Kernrohrwandung noch 5mm dick ist. Mehr geht nicht.
Der nächst dünnere Draht, den ich auf Lager habe ist 0,5mm dick.
Die Wickelbreite beträgt 24mm. Also bekomme ich 48 Wdg. auf eine Lage.
Für die geforderten 580 Windungen benötige ich 580/48 = ca.13 Lagen.
13 Lagen sind dann 13x0,5mm = 6,5mm hoch, 8mm Platz habe ich. Das müsste also auch unter Verwendung von Tesa-Zwischenlagen hinhauen.

Kann eigentlich die Drahtdicke für diese doch nur relativ kurzen Experimente eine Rolle spielen?

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon Georg » 21. Dez 2012, 15:29

Kann eigentlich die Drahtdicke für diese doch nur relativ kurzen Experimente eine Rolle spielen?


Hallo Horst,
du meinst im Hinblick auf den Widerstand und mögliche Überhitzung?
Eher nein.
Der wesentliche Unterschied sind die heute vorherrschenden Alkalizellen
und Ni/Cd oder NiMH-Akkus. Diese haben alle einen wesentlich geringeren
Innenwiderstand als die früheren sauren Braunstein/Zink-Zellen.
Man muß also mit größeren Strömen und die für längere Zeit rechnen,
wenn man an den schlimmsten Fall denkt.
Ob das nun für eine konkrete Spule gefährlich wird, kann man nur
empirisch ermitteln. Man könnte mal die Stromstärke messen und
mit den traditionellen 3 A/mm² max. für Trafos vergleichen.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 21. Dez 2012, 19:50

Hallo Horst,

ich kann auf meiner Spule 45 Windungen an der Außenlage zählen. Mein Spulkörper hat 25mm Platz für den Draht. Grob ergeben sich dann 0,55mm Drahtstärke, wobei die erste Lage so lose ist, dass sogar noch eine Windung drauf passen würde. Ich gehe also mal von einem Kupferseelendurchmesser von 0,5mm zuzüglich Lack aus.
Unter der ersten Lage scheint eine Papierlage durch.
Die ungefähr 580 Windungen müssten also mit 12 - 13 Lagen aufzubringen sein.

Gruß,
Thomas
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 21. Dez 2012, 19:58

Hallo Thomas,

es sind insgesamt 603 Windungen geworden, nachdem ich die letzte Lage fertig durchgewickelt habe.

Bild

Der Platz hat also entgegen meiner Rechnungen gerade so gereicht. Es wird sogar noch knapp für die beiden Anschlussklemmen.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 21. Dez 2012, 22:35

So das wär´s!

Bild

Man sieht: Der zur Verfügung stehende Wickelplatz ist mit dem verwendeten 0,5mm-Draht restlos ausgefüllt.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 21. Dez 2012, 23:04

Hallo Horst,

passt doch! Und vom Außendurchmesser sieht meine Spule ziemlich gleich aus.
Schöne Arbeit!

Gruß,
Thomas
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon FrankR » 22. Dez 2012, 00:09

Hallo Horst!

Es ist mal wieder sehr schön, Deine Bastelarbeiten hier mitzuverfolgen.

Eine Frage habe ich zu dem von Dir hergestellten Magneten als Neodym-Magnet in Plexihülle.
Dies will meiner Meinung nach so garnicht in den alten Kasten passen!

Wieso nimmst Du überhaupt die superstarken Neodyn-Magneten und setzt Sie dann noch in eine Plexihülle?
Warum benutzt Du nicht einfach einen ganz normalen zylindrischen Magneten in der entsprechenden Größe?

Oder habe ich irgendetwas übersehen?

Gruß von Frank
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 22. Dez 2012, 08:18

FrankR hat geschrieben:...Warum benutzt Du nicht einfach einen ganz normalen zylindrischen Magneten in der entsprechenden Größe?


Hallo Frank,

...hätte ich sehr gerne! Aber wo kann man einen Stabmagneten in der Größe 8x8x50mm und dazu noch mit einem 3mm- Loch in der Mitte kaufen? An eine spanende Bearbeitung solcher Magnete ist nicht zu denken.

Solche Bohrungen sind Glückssache. Siehe hier!

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon FrankR » 22. Dez 2012, 20:47

Ich hab nicht darauf geachtet, daß es sich um einen 8x8x50 Magneten handelt, da später zylindriche Magnete den Kästen beilagen.
Ob Magnete mit genau diesem Maß irgendwo zu finden sind, weiß ich natürlich nicht.

Aber in Deinem beigefügten Link zum Bohren eines Ferrit-Magneten, den ich mir mal in seiner ganzen Länge angesehen habe, hast Du das Bohren schließlich doch wunderbar hinbekommen. Und viele alternative Vorschläge, wie es auch hinzubekommen ist, wurden auch gegeben. Ich weiß natürlich nicht, wie lange Du an den Bohrversuchen und eventuellen Fehlschlägen gearbeitet hast, aber das Bohren scheint mir nach den gezeigten Ergebnissen nicht das Problem zu sein.

Gruß Frank
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 23. Dez 2012, 09:15

Hier noch mal meine Gründe, die mich bewogen haben, den Stabmagnet in dieser Form herzustellen:

1. Ein fertiger Magnet in genau dieser Größe mit Mittelloch ist nicht aufzutreiben. Zumindest für Versuch 53 (Ein Amperemeter für die Schalttafel) sind Form und Größe zwingend vorgegeben. Einen käuflichen AlNiCo- Magneten selbst zurechtzuschneiden ist nicht möglich.

2. Einen Magneten aus Stahl selbst herzustellen scheidet auch aus. Dazu fehlen mir das geeignete Material und vor allem ein leistungsstarkes Magnetisiergerät.

3. Bleibt nur die Zusammensetzung aus kleinen Neodym-Magneten, die es in vielen Größen gibt, und die zudem noch den Vorzug großer Magnetstärke haben.

4. Man könnte solche kleine Neodym-Zylinder nun in einen Vierkant-Eisenstab mit den geforderten Maßen versenken. Das ist aber, wie and anderer Stelle hier schon ausgeführt, nicht sehr effektiv, weil das Eisen einen magnetischen Kurzschluss bewirkt.

5. Da war die Idee mit der Einbettung in magnetisch neutralen Kunststoff sehr willkommen. So ist es möglich, die genauen Maße einzuhalten. Man hätte nun einen schwarzen Kunststoff verwenden können, dann wäre optisch kein Unterschied zum Original festzustellen gewesen. Ich habe mich für Acryl entschieden, damit man die Neodym- Magnete noch sehen kann.

6. Da ich mir ja vorgenommen hatte, eine Total- Rekonstruktion des Kastens ohne Verwendung von Original- Kosmos- Teilen zu versuchen, glaube ich, hier einen gangbaren Weg eingeschlagen zu haben. Ganz abgesehen davon ist es sicherlich auch schwierig den Original- Stahlmagneten mit dieser für den 1930-er Kasten besonderen Form noch irgendwo aufzutreiben.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon Georg » 23. Dez 2012, 11:49

Hallo Horst,
ein kleiner Einwand: für den einen oder anderen Versuch
könnte der Magnet zu stark sein.
(Z. B. könnte die Telefonmembran "anklatschen")
Wie sieht das Feldlinienbild aus?
Sollte es Probleme geben, würde ich nur die zwei
kurzen Neodyms verwenden, Rest mit C45 entsprechend
auffüllen.
Gruß
Georg
PS
Danke für den Link, in dem Forum habe ich mich angemeldet!
Anmerkung: es gibt magnetisch harte Ferrite und magnetisch
Weiche. Mechanisch, barbeitungsmäßig sind beide Gruppen gleich
spröde.
Georg
 
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 23. Dez 2012, 13:29

Georg hat geschrieben:...es gibt magnetisch harte Ferrite und magnetisch weiche.


Hallo Georg,

worin besteht der Unterschied? In verschieden starker Anziehungskraft?

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon Georg » 23. Dez 2012, 15:00

Hallo Horst,
die magnetisch harten Ferrite sind diejenigen, aus denen man
die Permanentmagnete macht, sie haben Hysteresekurven mit
einer großen Remanenz und Koerzitivfeldstärke, manchmal
fast ein Rechteck, deswegen auch "Rechteckferrit" genannt.
Das (waren) die Ferrite für die Ringkernspeicher.
Magnetisch weiche Ferrite haben schlanke Hysteresekurve,
ähnlich wie Weicheisen oder Dynamoblech. Sie werden als
Kerne in Spulen und speziellen Transformatoren (Impuls oder
Hochfrequenz) verwendet.
Hart und weich beziehen sich dabei auf das abrupte (oder
weiche) Verhalten von B über H.
Evtl stand auch die Analogie zu Weicheisen und härtbarem Stahl
im magnetischen Verhalten Pate.
Was auch immer, wenns ans Bohren geht, sind beide gleich (schlecht).
Wobei die Ferrite eigentlich nicht so übel hart sind, eher ein
Problem ist das "mürbe" Verhalten, sie sind schlicht bruchempfindlich.
Übrigens ist die Unterlage wichtig, wenn man so was bohrt, die
darf nicht weich sein, da sonst das Werkstück gebogen wird und bricht.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 26. Dez 2012, 13:44

Bild
Bild
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 26. Dez 2012, 21:31

Hallo Horst,

da hast Du ja schon alle Teile zusammen und schön angeordnet. Das sollte dann auch so in den Kasten mit den von mir vermuteten Maßen passen. Ich bin schon richtig gespannt, wie das Ganze fertig aussehen wird.
Auf dem Bild, das der Anleitung beilag, sieht der Kasten außen blau und innen weiß aus. Auch das würde von den späteren Auflagen komplett abweichen (dunkelrot und orange).

Gruß,
Thomas

P.S.: Du scheinst Dir über die Bohrungen im Grundbrett noch nicht so ganz sicher zu sein, da ich noch keine sehe.
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 27. Dez 2012, 08:08

Hallo Thomas,

der äußere Bezug des Kastens erscheint mir mehr violett bis weinrot. Das sieht man hier bei der 2. Auflage von 1931 etwas besser. Sehr wahrscheinlich werde ich auch in diesem Falle von meinem noch vorhandenen weinroten Stoff verwenden.

Nur bei der Innenauskleidung bin ich mir noch nicht ganz schlüssig. War die reinweiß oder etwas cremig/ beige? Am besten wäre wieder glänzendes Packpapier in dieser Farbe, hab´ich aber noch nicht gefunden.

Als Kastengröße habe ich mal in etwa die von dir ermittelten Maße angenommen. Damit ist der Kasten jetzt im Bau.

Das Grundbrett muss noch ein bisschen warten.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 27. Dez 2012, 12:36

Bild
Hallo Thomas,

was hältst du davon?
Mit dem Design der Befestigungseinlagen bin ich nicht zufrieden.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon meiseAC » 27. Dez 2012, 13:39

Hallo Horst

Wieder einmal eine beeindruckende Arbeit von dir!

Einen Verbesserungsvorschlag habe ich noch:
Könntest du wohl das Glühläpchen um 180 Grad drehen und dann wieder in das Loch stecken, das passt besser zu der Fassung... :roller:

Also ich meine das Gewinde der Birne und das Loch der Fassung in einer Richtung... :roller:

viele Grüße

Rolf
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 28. Dez 2012, 00:46

Hallo Horst,

meiner bescheidenen Meinung nach halte ich da sehr viel von. Die Aufteilung und die Materialverteilung entspricht doch völlig passend dem uns einzig bekannten Bild der ersten Auflage (oder was wir als solche vermuten). So muss er also ausgesehen haben und so habe ich es mir vorgestellt.
Die Befestigungseinlagen habe ich so noch nicht gesehen, vielleicht gab es die aber auch so. Nur für die Magnetnadel und die Messingfedern ist das von späteren Auflagen bekannt. Wenn es die aber noch nicht gegeben haben sollte, dann wäre das damals sicher eine gute Idee für Kosmos gewesen, um Ordnung zu halten. Möglicherweise gab es deshalb schon ab der zweiten Auflage eine andere Kastenaufteilung, die sich danach auch noch weiterentwickelte.

Also ich würde sagen weiter so!

Gruß,
Thomas
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 28. Dez 2012, 10:14

Hallo Thomas,

ab der 2. Auflage gab es mehr Fächer, um Ordnung im Kasten zu halten. Aber auch bei diesem ersten Kasten muss es doch schon eine irgendwie geartete Platzhalterfunktion gegegeben haben. Alles unbefestigt durcheinander fallend hätte sich der Kasten doch schlecht verkaufen lassen.

Was gab es denn außer dem Einstecken der kleinen Teile in Papierschlitze noch für Befestigungsmöglichkeiten? Märklin hat z.B. mit Briefklammern auf Pappe befestigt, später auch mit in Pappe befestigten Gummischlingen.
Es gäbe noch die Möglichkeit, die Teile mit Garn zu befestigen. Das wäre aber unpraktisch.
Außer dem Loch für die Spule könnte man auch noch für andere Teile Vertiefungen im Zwischenboden vorsehen. Augenscheinlich wurde davon - dem vorliegenden einzigen Bild nach zu urteilen - aber kein Gebrauch gemacht.

@Rolf
Das Lämpchen hab ich schon mal rumgedreht.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 29. Dez 2012, 13:21

buedes hat geschrieben:Hallo Thomas,

ab der 2. Auflage gab es mehr Fächer, um Ordnung im Kasten zu halten. Aber auch bei diesem ersten Kasten muss es doch schon eine irgendwie geartete Platzhalterfunktion gegegeben haben. Alles unbefestigt durcheinander fallend hätte sich der Kasten doch schlecht verkaufen lassen.


Hallo Horst,

ich denke, das ist genau der Grund, warum der Kasten in der zweiten Auflage komplett überarbeitet wurde.
Wenn es im ersten Kasten noch eine Ordnungshilfe gegeben haben sollte, dann können es maximal solche Einsteckpappen gewesen sein, wie Du sie angefertigt hast.

Man muss sich vielleicht einmal vor Augen halten, dass dieser Kasten der erste von Kosmos herausgegebene Karton zu sein scheint. Die großen Baukästen waren bis dato 1930 allesamt aus Holz und hatten auch nur wenige Unterteilungen. In diesen Lagen die größeren Teile ggf. passend aneinander, die kleineren Teile auch wild durcheinander.
Der Elektromann der ersten Auflage war so also Kosmos' erste Erfahrung mit Pappkartons für Experimentierkästen.

Gruß,
Thomas
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 31. Dez 2012, 08:44

Fast fertig:

Bild

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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 1. Jan 2013, 13:42

Nun fehlen noch die Bohrungen im Grundbrett. Um sicher zu gehen, dass nachher auch alles genau zusammen passt, werde ich sukzessiv die wichtigsten Experimente aufbauen und die jeweils dafür notwendigen Löcher an die erforderlichen Stellen bohren. Hoffen wir mal, dass am Ende die Löcherverteilung so aussieht, wie wir das erwarten.

Mit dem Rasselwerk (Nr.83) habe ich mal begonnen:

Bild

Um das Ding einigermaßen zur Funktion zu bringen, habe ich lange experimentiert. Es ist unbedingt notwendig dass der Eisenkern sehr fest in der Spule sitzt. Denn sonst ist die Einstellung unmöglich.

Ein großes Handicap für die einwandfreie Funktion ist die Kontaktstelle. Eigentlich soll dafür der geschlitzte Nagel eingesetzt werden. Der ist aber schon nach ein paar Sekunden Betrieb verzundert und lässt keinen Strom mehr durch. Wenn ich das richtig sehe, hatten die Kosmoskästen damals ja nur unbeschichtete Eisenachsen und Eisennägel beiliegen. Die Kinder werden da also nicht lange Freude dran gehabt haben.

In meinem Fall konnte ich mir helfen, indem ich eine von meinen verchromten Achsen einsetzte. Damit lief der Versuch über längere Zeit.

Viel besser funktionierte das Rasselwerk außerdem nach Umdrehen des U-Kerns:
Bild

So kommt es eigentlich erst richtig zum lauten Rasseln.

F.f.
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon Georg » 1. Jan 2013, 13:43

Hallo Horst,
wieder ein Augenschmaus! Hast du mal den Motor mit dem
(Plexi)-Stabmagneten aufgebaut?
Gruß
Georg
PS
Mein Post überschnitt sich mit deinem letzten , insofern ist meine Frage
hinfällig.
Georg
 
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 1. Jan 2013, 19:14

Etwas tricksen musste ich auch bei der Hausklingel (Versuch Nr. 84):

Bild

Meine Messing- Glockenschale ist scheinbar etwas kleiner ausgefallen als die originale. Deshalb reichte der vorgesehene Hammer (geschlitzter Nagel) nicht an diese heran. Mit einer aufgeschobenen Stiftklemme konnte der Abstand aber überbrückt werden. Diese Konstruktion bringt zudem noch den Vorteil, dass jetzt der Abstand des neuen Klöppels mit Hilfe der Rändelschraube ganz fein einstellbar ist.

@Georg

Für den Motor wird der Magnetanker nicht gebraucht, nur für den Dynamo.

F.f.
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon Georg » 1. Jan 2013, 19:42

Für den Motor wird der Magnetanker nicht gebraucht, nur für den Dynamo.


Ah,
da bin ich gespannt, ob der Dynamo über das Schnurritzel getrieben werden
kann. Du erinnerst dich vielleicht, daß ich geunkt habe, der Magnet
könne möglicherweise zu stark sein. Das Rastmoment ist dann sehr groß.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 1. Jan 2013, 22:11

Den Morseschreiber (Nr. 92) habe ich versucht, genau nach Beschreibung aufzubauen:

Bild

Um ihn aber zu einigermaßen brauchbarer Funktion zu bringen, bedarf es einiger Änderungen bzw. Ergänzungen:

1. Bei der Feder fehlte das 3. Loch, durch das die Miene schreiben kann.
2. Die geschlitzten Nägel sind zu kurz. Diese dürfen ruhig einen Zentimeter länger werden, damit sie im Grundbrett nicht wackeln.
3. Die Aufwickelebene für den Papierstreifen liegt nach der Beschreibung zu tief. Es fehlt eigentlich noch eine längere Achse. Dann könnte man unter dem Holzrad noch eine Klemme als Abstandhalter dazu stecken.
4. Die Klemme auf dem Ankereisen behindert den Papierstreifenweg. Deshalb ist die linke obere Bohrung für einen Abwickelstift nutzlos. Dazu fehlt auch noch eine genügend lange Achse.

Wenn das alles geändert bzw. ergänzt werden könnte, wäre vielleicht eine brauchbare gerade Bandführung für eine einwandfreie Funktion möglich.

F.f.
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 1. Jan 2013, 23:37

Für den Elektromotor (Versuch Nr.97) ist eine neue Bohrung notwendig und zwar für die Drehachse des Eisenankers.

Bild

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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 2. Jan 2013, 10:17

Für den Dynamo (Kleines Kraftwerk, NR.64) können die gleichen Bohrungen wie beim Motor benutzt werden. Der Eisenanker wird gegen den Magnetanker ausgetauscht. In ein zusätzlichen Loch kommt die Achse des Kurbelrades.

Bild

Das Galvanometer zeigt beim Kurbeln einen brauchbaren Ausschlag. Die erzeugte Spannung wäre sicherlich noch größer, wenn die Länge des Magnetankers besser zum U-Kern passen würde, d.h. kürzer wäre. Denn an den Polen hat der Magnet ja seine größte Kraft.

Beim Versuchsaufbau gibt es wieder ein Handicap: Es fehlt eine weitere Holz-Rolle. Die eine wird zum Kurbeln benötigt. Zum Aufbau des Messgerätes ist diese aber auch erforderlich.

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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 2. Jan 2013, 11:00

Die Grundplatte hat nun 13 Bohrungen. Damit dürften alle relevanten Versuche aus der Anleitung steckbar sein.

Mit diesem letzten Teil ist meine Komplett- Rekonstruktion des Kosmos-Elektromann von 1930, 1. Auflage, beendet.

Hier das abschließende Foto:

Bild

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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon Georg » 2. Jan 2013, 11:48

Hallo Horst,
bei den späteren Elektromännern (50er Jahre) wurde
ein Reißnagel von unten durch die zentrale Bohrung
im Aluminium-Dosendeckel gesteckt und mit einem
Klebestreifen festgepappt.
Die Holzrolle (oder später Kunststoff) wurde daher
für das Galvanometer nicht gebraucht.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 2. Jan 2013, 13:30

Danke Georg für diesen Hinweis!
Im 1930-er Heft steht davon noch nichts drin.

Gruß. Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon Georg » 2. Jan 2013, 14:48

Hallo Host,
ich habe gerade noch mal nachgeschaut, die Dose war in den 50ern
deutlich kleiner im Durchmesser, die Holzrolle hätte gar nicht
mehr hinein gepasst.
Gruß
Georg
PS
in der Anleitung 7. Auflage (1939) steht zwar nichts klares dazu im Text,
aber die Bilder des Galvanometers interpretiere ich so, daß das Holzrad
darunter liegt. Natürlich ändert das nichts an dem Problem, daß ein
Holzrad für den "Kraftwerk"- Versuch nicht ausreicht.
Georg
 
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 2. Jan 2013, 16:07

Hallo Georg,

kannst du anhand deiner Unterlagen feststellen, wie lange es diesen Messingdosendeckel noch gab und was dann kam? Ein Teil der Dose müsste ja immer aus einem magnetneutralen Werkstoff also z.B. Alu bestanden haben, der Deckel hingegen aus Eisenblech.

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon Georg » 2. Jan 2013, 16:27

Hallo Horst,
ich habe nur die Anleitung 1939 7te Auflage, da sieht alles
wie in der 8ten Auflage, die hier vertreten ist, aus.
(Also große Dose , Messing und Eisenblech)
Wann die kleinere Dose (Eisen und Aluminium) genau
eingeführt wurde, kann ich nicht sagen.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon Georg » 8. Jan 2013, 12:57

Hallo Horst,
mir fiel gerade eine leere Erdnussdose ("Farmer", Aldi Süd)
in die Hände. Der Durchmesser beträgt 8 cm, und ich mußte
an den Dosendeckel (Membran) denken.
Mit einer Blechschere konnte ich (nach einigen Einschnitten
des oberen Randes) mit einem Spiralschnitt den Mantel der
Dose entfernen.
Es verblieb so der Boden mit dem Bördelrand. Die Dicke des
Bodens ist ca 0,11 bis 0,12 mm, er müßte sich somit gut als
Membran eignen.
Durch den Bördelrand verspreche ich mir, daß es beim Drücken
weniger Probleme mit Faltenbildung gibt.
Gruß
Georg
PS die Schnittkanten dieses dünnen Blechs sind scharf wie
Rasiermesser!
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 8. Jan 2013, 15:35

Hallo Georg,

solches dünnes Blech habe ich damals gesucht, als ich die beiden Membrane herstellen wollte, die den alten Elektrokästen beiliegen sollten. (Hier!)

Bei den dortigen Experimenten wurden diese dünnen Blättchen zwischen Spulenkörper und dem auch dafür vorgesehenen „Schalterbrettchen“ eingespannt. Deshalb mussten sie sehr dünn sein, damit sie trotz Einspannung noch schwingen konnten.

Bei diesem Elektromann-Kasten ist das jedoch anders: Hier wird nichts fest eingespannt. Die Membrane in Form des Dosenbodens wird einfach lose aufgelegt und kann dann einfach als Ganzes schwingen. Also insofern spielt hier die Materialdicke nicht eine so große Rolle.

Was deine Vermutung zum positiven Effekt des Bördelrandes am Dosenboden beim Drücken betrifft, so ist dieser gerade kontraproduktiv. Denn nach außen hin muss das Material ja in sich gestaucht und umgeschichtet werden, damit es sich letztendlich an die Form anlegt.

Gruß, Horst

P.S.
Hast du mit deiner Maschine auch mal solche Versuche gestartet?
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buedes
 
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon Georg » 9. Jan 2013, 12:11

Hallo Horst,
das Einfache zuerst: Nein, mit dem Drücken hab ich mich noch
nicht befasst. Dazu müßte erst mal die Drehbank ausgemottet
werden (noch vom Umzug demontiert)
Was die Stauchung des Randmaterials betrifft, die fällt mir
schwer zu glauben. Aber du hast schon gedrückt, ich nicht :=(

Anders sieht das mit der Membrane aus:
- völlig unabhängig ob eingespannt oder nicht, die Masse, die in
Schwingung versetzt werden muß, ist kriegsentscheidend!
- Was meist du mit " kann dann einfach als Ganzes schwingen."?
Selbst wenn die Membran gedachtermaßen "frei" schwebt,
wird sie bei Erregung im Mittelpunkt nicht als Ganzes schwingen.
Der Rand würde in dem Fall die gegenläufige Bewegung zur Mitte
ausführen, sodaß die Membran sich durchbiegt.
Denke an die Schwingung von nicht eingespannten Stäben, die
ist etwas einfacher vorzustellen.
- Die Membran liegt beim Elektromann erstens per Schwerkraft
auf (aber nicht, man den Hörer ans Ohr hält), wichtiger ist aber
der Batteriestrom durch das Kohlemikrophon und Spule.
Dadurch liegt der Deckel recht fest auf, und noch wichtiger, dieser
Strom ersetzt die Wirkung des Permanentmagneten in den professionellen
Hörern.
- Die Membran ist somit leicht zum Magnetpol durchgebogen, der
Sprechwechselstrom ist sehr klein im Verhältnis zu dem Gleichstrom.
Die Membran schwingt somit nie über die "Nulllinie".
(Das muß man ohnehin vermeiden, denn einfache flache Bleche haben
immer "Knackfroscheffekte" beim Nulldurchgang)
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon buedes » 9. Jan 2013, 15:15

Hallo Georg,

auch mir fällt es schwer, das recht zu verstehen und vor allem auch so hin zu kriegen. Aber sieh´ selbst noch mal hier!

Um das Mikrofon in Verbindung mit einer Blechmembrane brauchen wir uns beim Elektromann von 1930 keine Gedanken zu machen. Dieses wird z.B. in Versuch 104 nur mit übereinander gelegten Kohlestäben auf einer Zigarrenkiste als Resonanzboden verwirklicht.

Was den Aufbau eines Hörers mit einer Membran betrifft, so habe ich die Funktion mit eingespannter und auch loser Membran in Form des Blechdeckels hier schon einmal ausprobiert und eigentlich keinen Unterschied gefunden (Nr.5)

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Elektromann 1930

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 13. Jan 2013, 13:15

Hallo Horst,

wieder einmal ein schönes Nachbauprojekt! Ich freue mich auch, dass sich unsere Grundplatten so ähnlich sind. Nur eine Bohrung ist bei mir etwas versetzt. Da Du aber die Versuche funktional aufgebaut hast, ist diese eine Bohrung bei Dir sicher besser positioniert.
Bekommt Kosmos von dieser nahezu wissenschaftlichen Aufarbeitung auch etwas mit? Vielleicht finden die ja sogar gefallen daran.

Gruß,
Thomas
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