KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Motto seit 1934: Vom Gebirg zum Ozean, alles hört der Radiomann

KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 24. Feb 2014, 11:53

Diese Beiträge wurden soeben auf Anregung eines Mitgliedes aus der Vorstellung des KOSMOS Radiomann 1959 herausgenommen und hier als eigenes Thema weitergeführt.
25.02.2014, JuergenK


Ein absolut seltener Zusatzkasten von KOSMOS, Franckh`sche Verlagsanstalt, Stuttgart,zum Radiomann datiert aus 1958: Das Ergänzungsgerät 3c, ein Zusatz zum Holzbrett-Radiomann, u.a. mit Transistor, Diode, Elko und zwei Widerständen. Der Kasten wird bei Radiomuseum.org vorgestellt, dort findet sich sogar ein scan des Handbuches :thumb: :

http://www.radiomuseum.org/r/kosmos_rad ... suche.html

JuergenK


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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 24. Feb 2014, 20:57

Herzlichen Dank auch nochmal für die Ergänzung zum Zusatzgerät 3C. Das hatte ich auch schon einmal bei Radiomuseum.org entdeckt. Es scheint sich um einen der seltensten Kästen von Kosmos zu handeln. Die Vorstellung hier wäre interessant. Als Nachbauprojekt wäre der sicher auch etwas für unseren Replika-Künstler Horst. Obwohl der Karton ja offensichtlich sehr einfach gehalten war.

Gruß,
Thomas
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 24. Feb 2014, 21:19

Natürlich wieder die Frage vergessen:
Weiß vielleicht jemand, welche Germanium-Transistoren und -Dioden im Ergänzungsgerät 3C Verwendung fanden? Waren es möglicherweise die gleichen Typen, die im Radiomann der 13. Auflage auch zum Einsatz kamen?

Gruß,
Thomas
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Radiomann » 24. Feb 2014, 21:56

Hallo Thomas

Ein 3c liegt aufgebaut gerade vor mir auf dem Tisch. Wenigstens den Transistor kann ich Dir etwas beschreiben. Er ist schwarz und kann bis auf's Glas abgeschabt werden (leider keine Beschriftung mehr feststellbar). Er sieht genau gleich aus wie derjenige von Radio+Elektronik A, wo durch Abschaben der schwarzen Farbe ja ein "Fototransistor" hergestellt wurde. Die Diode fehlt leider.

Mit freundlichem Gruss
Paul
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon buedes » 24. Feb 2014, 22:04

Hallo Thomas,

tja... wenn "Replika", dann müsste man erst mal nähere Einzelheiten über diesen ominösen Zusatzkasten erfahren. :zucken:

btw:
...freut mich, dass du wieder aufgetaucht bist, Thomas! :thumb:

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 24. Feb 2014, 22:09

Zur Frage von ThomasK:

Der KOSMOS Radio + Elektronik 7A von 1958 verwendete als Transistor einen Telefunken OC602 (geschwärztes Glasgehäuse) und als Diode eine GSD 5/6 von TeKaDe(erst im schwarzen, dann im grünen Glasrohr, später auch etwas kleineres Gehäuse). Und der Plastik-Radiomann ab 1960 enthielt ebenfalls diese beiden Typen. Ohne es zu wissen, gehe ich davon aus, dass diese Halbleiter auch im Ergänzungsgerät 3c verwendet wurden. :yes:

JuergenK

edit: hier ein Bild vom Transistor aus dem Radio + Elektronik 7, 7. Auflage 1965:

Bild

und nun die Diode des Kastens. 3 x TeKaDe GSD 5/6, 1x späterer Ersatztyp aus 1965er Kasten, vermutlich AA112:

Bild
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Georg » 24. Feb 2014, 22:42

Hallo,
dem OC602 von Telefunken entsprach von Valvo der OC71.
Das waren NF-Transistoren, Rückkopplung im Mittelwellenbereich
war mit denen nicht drin.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 24. Feb 2014, 22:53

Georg hat geschrieben:Das waren NF-Transistoren,...


Genau. Sowohl beim Radio + Elektronik 7 vom Ende der 50er Jahre wie auch beim Radiomann der 60er Jahre machte der dortige Transistor nur NF-Verstärkung. Hochfrequenz kam erst mit dem AF116 im Zusatzkasten "Radio + Elektronik D" und im "Radiomann-Zusatz HF" und seinem AF137-Transistor im Verlauf der 60er Jahre (1963 bzw. 1965):

viewtopic.php?f=2&t=850

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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 25. Feb 2014, 00:28

Hallo Zusammen,

@ Paul: Dann bist Du wohl einer der sehr wenigen, die so einen Kasten besitzen. Stammt der Eintrag dazu beim Radiomuseum.org dann auch von Dir? Und wenn wir hier schon die Halbleiter-Typen bestimmen können, dann kannst Du Deinen Kasten auch vervollständigen.

@ Horst: Danke, er Job fordert halt. Ich bleibe aber treu, auch wenn es mal ruhiger ist.

@ Jürgen: Danke für die Bestimmung der Halbleiter. Ich habe schon einmal nachgesachaut: Der OC602 ist nicht das Problem, die TeKaDe 5/6 scheint da schon schwieriger zu beschaffen. Ein Vergleichstyp wird es ja wahrscheinlich auch tun.

Ach, es juckt schon wieder in der Fingern...

Gruß,
Thomas
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Radiomann » 25. Feb 2014, 09:41

@ Thomas
Ich bin zwar momentan "Besitzer", aber nicht "Eigentümer", d. h. ich muss ihn nach der Restauration zurückgeben. Bei radiomuseum.org habe nicht ich den 3c beschrieben. Die Seite dort ist mir in meiner subjektiven Betrachtungsweise zu "Nutzer- und Bediener -unfreundlich". Wenn ich für Bilder hochladen und Einträge mehr Zeit brauche, als für das Verfassen des eigentlichen Beitrages, na ja... Da ist dieses Forum hier Balsam für die "Radioseele": Klar, logisch, übersichtlich. Wie es eben sein soll :-)

Eine noch einigermassen erhältliche Diode mit optimalem Resultat in Diodenempfängern ist die AA 112. Sie kam ja auch in späteren "Radiomännern".
"Man könnte sie noch grün anmalen (wie TeKaDe) aber die Form stimmt dann immer noch nicht. Aber die beiden "Anschluss-Kappen" könnten auch noch nachgebildet werden (natürlich nicht ganz ernst gemeint :-) .

@ all
Zum "schwarzen" Transistor: Es war sicher ein NF-Typ, aber Heinz Richter betrieb damit bei Radio+Elektronik A doch MW-Rückkopplungsaudione, also musste er bis Mittelwelle HF-fähig sein ??

@Juergen
Der AF 137 war bereits ein UHF-Transistor :-) . Der steckte z. B. in den legendären Schwaiger UHF/VHF Beistell-Konvertern in der Anfangszeit des ZDFs.
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Georg » 25. Feb 2014, 12:04

Hallo Paul,
einige Teile des Zusatzkastens sind auf den Bildern im Radiomuseum nicht zu erkennen.
(Zumindest auf den mir zugänglichen)
Ich meine vor allem die Teile zwischen den Widerständen und dem roten Schaltdraht.
Insofern wären ein paar Bilder hier nicht schlecht.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 25. Feb 2014, 12:40

Radiomann hat geschrieben:Zum "schwarzen" Transistor: Es war sicher ein NF-Typ, aber Heinz Richter betrieb damit bei Radio+Elektronik A doch MW-Rückkopplungsaudione, also musste er bis Mittelwelle HF-fähig sein ??


Im 1965er Kasten des Radio + Elektronik war die Transistorbezeichnung sichtbar: OC602 (ein Bild habe ich soeben weiter oben im Thema eingebunden). Laut Datenblatt geht dessen Frequenzbereich nur bis 25 kHz. Heinz Richter schrieb dazu auf S. 16/17 des Handbuches:

Es gibt heute schon Transistoren in den verschiedensten Größen und mit den verschiedensten elektrischen Eigenschaften. Der erste und älteste Typ ist der Niederfrequenz-Transistor kleiner Leistung, wie er auch in unserem Experimentierkasten vertreten ist. Die verarbeitbaren Leistungen liegen meist unterhalb 1 W. Auch sind diese Transistoren nur im Niederfrequenzbereich verwendbar, obwohl unsere Versuche zeigen werden, daß man sie - allerdings beschränkt - auch noch im Hochfrequenzbereich gebrauchen kann. (...)

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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon buedes » 25. Feb 2014, 15:48

Zur historischen Rückschau habe ich mal meine RIM-Kataloge durchsucht und u.a. folgende Seite gefunden:
Anno 1955 hat RADIO-RIM im Basteljahrbuch zum ersten Male Transistoren angeboten:

Bild
Bild

Man beachte die Leistungsangaben und die Preise!
Die Dioden liefen noch unter der Bezeichnung "Germanium-Richtleiter":
Bild
Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Radiomann » 25. Feb 2014, 15:54

@ Juergen:

"... allerdings beschränkt - auch noch im Hochfrequenzbereich gebrauchen kann."

OK! Das erklärt alles! Vielen Dank!

@ Georg:

Die Schachtel ist bei mir natürlich "leer" (weil das Modell aufgebaut ist), aber was man sehen könnte und bei radiomuseum.org sieht:
-- Messingteile aller Art = Aufbaustützpunkte, Montage-Kleinkram
-- Transistor (mit Schutz der Anschlussdrähtchen?)
-- Diode
-- Elektrolytkondensator für die NF-Einspeisung
-- Hochohmwiderstand für die Basisvorspannung (beim Bild von radiomuseum.org das braune Röhrchen rechts vom 1 kOhm Widerstand)
-- 1 kOhm Widerstand 1/2 Watt zur Überbrückung des Kopfhöreranschlusses beim Audion
-- unten noch zu sehen: 3 Volt- Batterie [ Attrappe :-) ]

editiert 26. Feb. 2014: Provisorische Bilder noch schlechter Qualität entfernt. Gute kommen nach Abschluss des Projektes.
Ich empfehle in der Zwischenzeit den Link von Juergen:
http://www.radiomuseum.org/r/kosmos_radiomanns_neue_versuche.html
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Georg » 25. Feb 2014, 19:58

@Paul,
Die Teile, die ich meinte, sind vermutlich Holzschrauben mit
speziellen Unterlagscheiben.
Die 3 Volt Stabbatterien bekommt man noch:
http://www.amazon.de/PK-2R10DUPLEX-Batt ... atterie+3v
@Horst,
Richtleiter war die Bezeichnung von Siemens, siehe den RL 108
in der Liste. Seltsam ist "Philips" als Hersteller, wenige Jahre
später verkaufte man unter Valvo.
Die Preise sind erschreckend.
Etwa um 1960 zahle man für einen OC71 ca 13 Mark, die OC 614
(bis 100 Mhz brauchbar, ab ca 1962) kosteten 18 Mark.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 25. Feb 2014, 20:58

Hallo Zusammen,

vielen Dank für die ganzen Bilder. Einer Nachfertigung dieses Kastens würde nicht allzuviel im Wege stehen, zumal das auch bei dem Seltenheitswert das Kastens interessant wäre. Insofern ganz besonderen Dank an Paul.
Einige alte Bauteile sollten noch zu bekommen sein, der OC602 auf jeden Fall. Die AA112 als Ersatzdiode könnte man äußerlich schon ein wenig "aufhübschen", wenn es denn gewünscht wäre. Kopfklemmen sind für die Nicht-Drehbank-Besitzer natürlich wieder eine frickelige Angelegenheit. Schauen wir mal.

@ Paul: Hast Du das Gerät schon einmal spielen lassen? Am meisten würde mich ja die Lautstärke und "Klangqualität" des Selbstbau-Lautsprechers interessieren.

@ Jürgen: Wie wäre es, wenn diese Diskussion aus dem ursprünglichen Thema herausgenommen und unter der Überschrift "Kosmos Ergänzungskasten 3C" neu angelegt wird?

Gruß,
Thomas

edit: "neu angelegt..." - ja, soeben erledigt.
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Radiomann » 25. Feb 2014, 23:01

@ Georg

Holzschrauben und Unterlagsscheiben habe ich nicht gesehen [Letztere sind die bekannten KOSMOS Rändelmuttern, wie sie etwa im Technikus beim Dampfmaschinen-Hahn die Räder fixieren]. Alles, was Messing sein könnte (der Farbe nach), ist wirklich Messing. Für einen Nachbau würde ich hier einfach irgendwelche Messing-Stützpunkte nehmen, denn die originalen Teil sind kaum zu bekommen und der Nachbau dieser Messingteile dürfte unverhältnismässigen Aufwand erfordern. Das Gerät würde auch mit anderen Stützpunkten noch schön und nostalgisch aussehen. Wichtiger scheint mir, dass die "Schaltungsphilosophie" stimmt und die Verwendung von möglichst originalen Elektronikbauteilen. Kompromisse wird man immer schliessen müssen.

Vielen Dank für den Hinweis zu einer Bezugsquelle für die 3 V-Batterie. Die sind nämlich wirklich schwer erhältlich. Bei mir geht es aber um ein Ausstellungsobjekt in einer Glasvitrine, das bereits im Abfall lag :-( So muss die Batterie nicht funktionieren und kann auch nie auslaufen :-) und ich konnte eine "antike" Batteriehülle verwenden (reprint).

@ Thomas

Ich habe das Gerät nicht spielen lassen, da es für eine Glasvitrine bestimmt ist und die Batterie nur eine Attrappe und ob der Elko noch dicht ist oder der Transistor noch i.O., wer weiss. Es kommen noch zwei Gründe hinzu:
1. Unsere Ohren sind heute verwöhnt und es wäre wahrscheinlich eine Enttäuschung (ein Art Dosentelefon)
2. Folgender Grund ist rein subjektiv und "psychologisch": Ich habe schlechte Jugend-Erfahrungen mit diesen Kopfhörer-Lautsprechern denn ich hatte das subjektive Gefühl, dass durch diese Betriebsart der Kopfhörer-Magnetismus zerstört wurde und der Hörer nachher in Detektorgeräten deutlich schlechter war. Ferner hat man einerseits einen Ruhestrom, der die Membran ungünstigerweise vorspannt und gibt im Weiteren zu starke Wechselspannung auf den Hörer. Das gilt allerdings auch für das Röhrenaudion: Der Kopfhörer sollte überall gleichstrommässig abgetrennt sein. Es gibt im Radiomann auch Versuche mit dem Hörer, wo man diesen mit vollen 4.5 Volt "drangsaliert". Ich würde bei einem Versuch etwas dumpfe iPhone-Tonqualität erwarten.

(Eine ausführliche Bilderserie und Beschreibung folgt im Herbst, wenn das Projekt abgeschlossen ist [Museums-Projekt]
editiert 26.Feb. 2014: provisorisches Bild entfernt.
Freundliche Grüsse allerseits

Radiomann (Paul)
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Georg » 25. Feb 2014, 23:58

dass durch diese Betriebsart der Kopfhörer-Magnetismus zerstört wurde


Hallo Paul,
das geschieht nur bei falscher Polarität. Um es zu vermeiden,
hatten diese Kopfhörer eine Markierung der Anschlüsse.
Hier zwei Beispiele:
Bild
Bild
Die Schnur mit dem eingeflochtenen Spiralmuster ist der Pluspol.
So angeschlossen, kann der Magnetisierung nichts passieren.

Dem Aufbau des Zusatzkastens mit "Dosentelefon" würde ich Messingholzschrauben
spendieren, diese Spax-Schrauben sind, ahem, gewöhnungsbedürftig :=)
Gruß
Georg
 
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Radiomann » 26. Feb 2014, 09:18

@ Georg

Genau, stimmt! Aber eben, für einen Schüler der diese Zusammenhänge nicht sah. Und er wurde leider nicht darauf hingewiesen ... :-(
Mindestens bei zwei Versuchen wurde der Kopfhörer "schutzlos" an die 4.5 Volt-Batterie angeschlossen (Knack-Versuch) und einmal ans KOSMOS Netzgerät an den 4 Volt Wechelstromanschluss. Für uns Profis mit Erfahrung natürlich kein Problem mehr. Aber ich denke, gerade das geheimnisvolle des "nicht gelöst habens vieler Rätsel [auch anderer Rätsel in den Anleitungsbüchlein] " hat das Interesse und die Motivation so stark geprägt, dass wir heute noch uns an so viele Einzelheiten erinnern :-)

Bis ich nur wusste, wozu der Vormagnetismus eigentlich diente, für mich als kleiner Schüler war das ein "magischer Gratisverstärker" ... :-)

Mit freundlichem Gruss

Paul (Radiomann)
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Georg » 26. Feb 2014, 12:16

Hallo Paul,
Fröhlich war vermutlich zu recht der Meinung, daß es beim
Hantieren mit den 4,5 Volt bzw den geringen Anodenströmen
der RE074d bzw DM300 nichts passieren kann.
Wird irgendwo im Radiomann/Radio zur Polung der Hörer etwas gesagt?
Groß war das Problem in den 20ern und Anfang 30er, als nur
Stahlmagnete verfügbar waren. Gleichzeitig wurden viele Radios
mit Batterien von 60 und mehr Volt betrieben und man verwendete
Kopfhörer. In der Radioliteratur der 20er wird dementsprechend
das Problem häufig behandelt.
In den 30ern wurde AlNiCo erfunden, nach dem Krieg war es in den
meisten Kopfhörern zu finden. Damit ging das Risiko der Entmagnetisierung
stark zurück.
Trotzdem ist die falsche Polung schlecht, denn auf jeden Fall wird
das Feld geschwächt, was der Lautstärke abträglich ist, auch wenn
der Hörer nicht geschädigt wird.
Ein Trafo ist auf jeden Fall zu empfehlen, vor allem da der eine
gute Anpassung ermöglicht. So etwas:
http://www.ebay.de/itm/Crystal-Radio-Ou ... 2311cf7da7
verwenden z. B. die Bastler, die versuchen mit Detektoren möglichts große Reichweite
zu erzielen.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Radiomann » 26. Feb 2014, 16:17

@ Georg

Alles folgende ist als reine Vermutung ohne jede Behauptungsabsicht aufzufassen ;-) :

Also die Zerstörung der Vormagnetisierung habe ich subjektiv empfunden. Zwei Hörer vermochten nicht einmal mehr die Blechmembran zu halten (bei abgeschraubtem Deckel).

In den Anleitungsbüchern wird nirgends auf das Problem hingewiesen (Kopfhörer-Polarität, Hörerüberlastung [besonders beim "Lautsprecherbetrieb"]).

Kritische Versuche sind meines Erachtens:
-- Lautsprecherversuche jeder Art mit diesem Hörer
-- Radiomann: Nr. 6 "Fernhören", Nr. 7 "Wir übertragen einen Ton in die Ferne"
-- Radio-Technik: Kap. 15/ Versuch 2 "Hörer als Wechselstromanzeiger"
-- generell alle Versuche, bei denen ein Dauerruhestrom kombiniert mit NF-Strömen durch den Kopfhörer flossen.

Mein vielleicht auch falscher Gedankengang:
Eine "periodisch" sich ändernde "Zusatz-"Magnetisierung, dazu möglicherweise noch mit resultierendem Vorzeichenwechsel [Lautsprecherbetrieb], ist Gift für "Permanent-Magneten". (Vgl. Entmagnetisierungs-Einrichtungen bei Tonbandgeräten.)
Die Vormagnetisierung muss ja bekanntlich die Frequenzverdoppelung vermeiden. Diese entsteht dadurch, dass die Eisenblechmembrane ohne eine Vormagnetisierung durch beide, sowohl die positive als auch die negative Halbwelle des NF-Wechselstroms angezogen wird (in beiden Fällen wird das Magnetfeld verstärkt). Mit Vormagnetisierung bewirkt die eine Halbwelle aber eine Feldschwächung im Luftspalt ["Abstossung"], die andere Halbwelle dagegen eine Feldverstärkung ["Anziehung"].

Ist nun die Vormagnetisierung mehr oder weniger weg, entsteht ein „unübersichtliches Gemisch“ aus Grundfrequenz und doppelter Frequenz, was subjektiv als Lautstärkeverlust, theoretisch auch als Verzerrung wahrgenommen wird.

Das sollen aber nur Ideen sein, keinesfalls abschliessende Behauptungen ;-)

edit: Eben habe ich zwei originale KOSMOS-Kopfhörer angeschaut (die braunen): Einer hat die Polarität angegeben, der ander nicht :roll: . Any way, in den Anleitungen stand ohnehin nichts dazu.
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Georg » 26. Feb 2014, 19:34

Hallo Paul,
alles im Prinzip richtig, nur darf man nicht vergessen, daß dazu
(auch bei der HF-Vormagnetisierung) die Wechselspannung (-strom)
von der Größenordnung der Koerzitivfeldstärke sein muß.
Das ist aber bei den Radiomann- Verstärkern nicht der Fall.
Bei den Vorkommnissen der 20er Jahre sind folgende Rahmenumstände
zu bedenken: Man hatte ein Röhrenradio mit Batteriebetrieb, und
einen Lautsprecher, den man mindestens beim Ortssender verwenden
konnte. Um Anodenbatterie zu sparen, verwendete man aber oft
den/die Kopfhörer, und drosselte die Verstärkung durch Rücknahme
der Heizung, was auch den Heizakku schonte. Dann wurden Lautsprecher
und Kopfhörer umgestöpselt.
Bei diesen Hantierungen kam es dann halt ab und zu zu den besagten
Unfällen.
Übrigens ist das Permanentfeld nicht nur gegen die Frequenzverdopplung
wirksam, sondern es erhöht auch den Wirkungsgrad.
Je stärker das Gleichfeld, um so stärker die Kräfte auf die Membran
durch den Wechselstrom. Die Mathematik dazu kriege ich nicht
mehr zusammen, aber es ist der selbe Grund, weswegen polarisierte
Relais wesentlich empfindlicher sind als "normale".
Der von dir beobachtete Verlust der Magnetisierung ging vermutlich auf
falsche Polung und Mißhandlung mit 4,5 Volt zurück.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Ergänzungsgerät 3c (1958)

Ungelesener Beitragvon Radiomann » 24. Nov 2014, 10:06

Hallo zusammen

Ich tauche mal wieder aus der Versenkung auf. Im Februar habe ich hier folgendes versprochen - einige werden sich daran erinnern:

Eine ausführliche Bilderserie und Beschreibung folgen im Herbst, wenn das Projekt abgeschlossen ist [Museums-Projekt]

Nun, das Projekt ist aus mancherlei Gründen noch nicht abgeschlossen. Einer davon ist eine 'bürokratisch gemächliche (Zeitschriften-)Redaktion', mit Rücksicht auf welche ich seinerzeit auch das 'Versprechen' eines Moratoriums abgegeben habe. Nun, wenn ich etwas ankündige, will ich es auch nicht einfach 'aktiv vergessen'. So habe ich mich zu folgendem Kompromiss entschlossen:
Wer sich für die 'Sache' interessiert, soll mir eine Mail schreiben, dann kann ich 'bilateral weiter helfen'. Im Forum selber möchte ich zur Zeit noch keine 'Korrespondenz' dazu führen, um allseits möglichst korrekt zu bleiben, was schon fast der 'Quadratur des Kreises' gleichkommt. ;-)

Mail direkt an (die Adresse müsste auch in meinem Profil stehen, mindestens aber in alten Beiträgen):
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