KOSMOS Radio + Elektronik 7A und A (ab 1958)

Motto seit 1934: Vom Gebirg zum Ozean, alles hört der Radiomann

KOSMOS Radio + Elektronik 7A und A (ab 1958)

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 14. Jun 2009, 17:59

1958 trat Heinz Richter bei KOSMOS, Franck´sche Verlagshandlung Stuttgart, auf den Plan: Mit seinem Grundkasten Radio + Elektronik 7A (später Radio + Elektronik A) und den Erweiterungskästen 7B, 7C und D trat er im Elektronikbereich gewissermaßen gleichberechtigt an die Seite des seit den 20er Jahren mit KOSMOS verbundenen Dr. Wilhelm Fröhlich ("Radiomann" und "Baukasten Radio").

Didaktisch absolut anspruchsvoll und zugleich begeisternd, forderte er nicht nur zum reinen Nachbau seiner Schaltungen, sondern zum wirklichen Mitdenken auf. Dies kennzeichnete schon seine damaligen Lehr- und Bastelbücher für die jugendlichen Leser ("Radiobasteln für Jungen"). Einige Jahre später erschien dann sein legendäres KOSMOS Elektronik Labor XG mit den Ergänzungskästen XS, XR, XU1 und XU2 (und, nicht mehr von ihm, XZ bzw. XO).



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Hier der Kastendeckel.



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Der Inhalt des Kastens



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Das Anleitungsbuch



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Die Bauteileliste


Aus der Anleitung (bitte anklicken)


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Mit freundlicher Genehmigung der Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG www.kosmos.de
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Ungelesener Beitragvon meiseAC » 14. Jun 2009, 17:59

Hallo zusammen

Ich habe ein Exemplar ergattern können und heute ist er angekommen.
Wie versprochen ist er geöffnet aber einwandfrei. Alle Teile sind vollzählig, der Transistor, die Germaniumdiode sovie die kleine Glühlampe wurden bereits vom mir durchgemessen. Alles in Ordnung.
Bei dem Transistor handelt es sich um einen OC602. Zum ersten mal halte ich einen OC in den Händen.
Der Kasten stammt aus einer Zeit als mein Vater 18 Jahre alt war. Ist schon ein seltsames Gefühl.

Übrigens habe ich die leicht modernisierte Serie vor mir:

Auf Seite vier des Handbuchs stehen dazu die Erklärungen. Einige Bauteile sind leicht in der Form und in den Werten abgeändert:

Der Träger der Spule, des Transistors und des Tasters haben eine neue Form.
Ich weiß nicht ob Details hier interessant sind.

Viele Grüße

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Ungelesener Beitragvon meiseAC » 14. Jun 2009, 17:59

Hallo zusammen

Ich habe die ganze Nacht vor Aufregung schlecht geschlafen.
Heute morgen glech nach dem Frühstück bin ich in verschiedenen Geschäften gewesen um mir die erforderlichen zwei Flachbatterien (4,5V) zu besorgen. Bei Lidl und Obi Fehlanzeige. Bei einem altmodischen örtlichen Elektrofachgeschäft bin ich fündig geworden. Ich habe die letzten beiden ergattert. :D
Sofort nachbestellen habe ich als erstes gesagt und dann unglaubliche 3,80€ das Stück bezahlt... unglaublich :evil:

Nun gut, da ich ja kein Anfänger bin habe ich meiner Frau gesagt sie soll doch mal ein wenig in der Stadt bummeln gehen (bis heute Abend oder so) :mrgreen: und habe mich sodann gleich an die Schaltung Nr 64 auf Seite 71 im Handbuch ran gemacht.

Rückgekoppelter Dioden-Transistor-Empfänger mit Transformator Kopplung.

Schon bei dem Wort stellen sich einem die Nackenhaare auf. Nun gut die Erde hab ich von der Heizung abgegriffen, eine ca. 15 Meter lange Antenne war auch schnell im Garten gespannt.


Möchte jemand wissen wie es weiter ging ?

Viele Grüße

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KOSMOS R+E A

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 14. Jun 2009, 17:59

Hallo meiseAC,

dein Kasten ist einer aus der letzten Serie. Die ursprüngliche Topfspule (vermutlich VOGT T21/18 HF) wurde durch eine Spule mit offenen Kammern ersetzt, ähnlich wie bei der späteren Elektronik-Labor XG-Serie (allerdings war die schon, anders als bei XG pp. gewickelt), die Brettchen waren nicht mehr aus Pertinax sondern aus Kunststoff und hatten bereits die dann bei XG verwendeten Klemmen, die "chickenhead-" Drehknöpfe waren grau und der bisher unten frei zugängliche Trafo und die Anschlüsse erhielten eine Abdeckung aus Pappe.

Hier der Kasten in der späten Version:

Bild


Und hier von unten:

Bild


Übrigens: 4,5V Flachbatterien bekommt man z.B. für 1,50 Euro hier (Pollin).

Wer es richtig nostalgisch haben will, kann sich damalige Batteriebanderolen ausdrucken und um die neue Flachbatterie kleben. :)

Übrigens:
Möchte jemand wissen wie es weiter ging ?

Na klar. :D

JuergenK
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Ungelesener Beitragvon meiseAC » 14. Jun 2009, 17:59

Hallo Jürgen

Wobei wenn ich meinen Kasten mit deinen letzten Fotos vergleiche gibt es zwei Unterschiede:

1. Mein Kopfhörer ist schwarz
2. Ich habe keine Pappe am Trafo und es sieht nicht danach aus bei mir etwas abgerissen worden wäre. Ich muss noch mal genau schauen.
Das dumme ist aber das die Fotos aller Aufbauten die alte Spulenform und die alte Transistorform zeigen so das mann sehr aufpassen muss.

Viele Grüße

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Ungelesener Beitragvon meiseAC » 14. Jun 2009, 17:59

Hallo zusammen

Ich habe nun dier ersten Empfangsversuche hinter mir. Die Erde hab ich ja wie schon geschrieben von dem Heizungskörper abgezweigt. die Antenne besteht aus etwa 25 Meter 0,75 mm² isolierte Litze die etwa 2,50 Meter uber dem Boden gespannt wurde also nicht sehr hoch.
Trotzdem konnte ich mit dem Aufbeu nach Einbruch der Dunkelheit acht Sender klar unterscheiden.

Wenn man bedenkt das die Mittelwelle in den letzten 25 Jahren ausgedünnt worden ist, finde ich das Ergebniss recht ordentlich.

Den Aufbau habe ich übrigens nicht mit dem beiliegenden originalen roten Schaltdraht ausgeführt weil mir dieser zu Schade war. Statt dessen habe ich rote 0,75 mm² Litze verwendet die ich noch in der Schublade hatte.


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Viele Grüße

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Re: KOSMOS Radio + Elektronik 7A und A (ab 1958)

Ungelesener Beitragvon Radiomann » 5. Okt 2012, 09:48

Sehr schöne Bilder! Leider habe ich den Kasten längst nicht mehr und hier sehe ich ihn wieder so schön wie fast in echt :-) . Was nie verloren geht, sind gewisse Erfahrungen oder Sätze. die sich ultimativ einprägen ("... ganz Europa spricht zu uns ..." lässt grüssen). Bei diesem Kasten ist es für mich: ... "Vorsicht beim Regeln von P"... Das war für mich als kleiner Schüler leider nicht immer klar. Meinte H. Richter "Linksanschlag" im Schaltplan oder beim Foto? Später war natürlich alles klar: Hätte Richter doch nur einen 1000 Ohm-Schutzwiderstand in die Basiszuführung eingebaut, denn Ersatztransistoren kosteten damals etwa 8 DM, umgerechnet (Geldentwertung auf 1/3) also um 24 Euro. Ein zweites Problem war (für Grund-Schüler!) die Konfusion zwischen "technischer Stromrichtung" und "Fliessrichtung der Elektronen". Das hat mich gleich am Anfang bei den Diodenversuchen "blockiert".
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Re: KOSMOS Radio + Elektronik 7A und A (ab 1958)

Ungelesener Beitragvon buedes » 5. Okt 2012, 14:25

Hallo "Radiomann",

ja, so ist das: Je intensiver man sich mit diesen alten Dingen beschäftigt, um so mehr erwachen in einem wieder Gedanken an die Jugendzeit. Mir geht es genauso. Und mit Jürgens Forum hier bietet sich eine ideale Plattform, um da nochmal tiefer einzudringen.

Ich sag´mal: Herzlich willkommen in unserer Runde!

Du gibst als Website http://www.sarganserland-walensee.ch/ an. Gehe ich dann recht in der Annahme, dass du auch der Autor dieser vortrefflichen Seite bist?

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Radio + Elektronik 7A und A (ab 1958)

Ungelesener Beitragvon FrankR » 5. Okt 2012, 16:33

Radiomann hat geschrieben:Ein zweites Problem war (für Grund-Schüler!) die Konfusion zwischen "technischer Stromrichtung" und "Fliessrichtung der Elektronen". Das hat mich gleich am Anfang bei den Diodenversuchen "blockiert".


Das war nicht nur für Dich als Grundschüler ein Problem. Für mich ist dieses Thema bis heute noch ein Problem - besonders deshalb, weil ich beruflich aus der Software-Ecke komme und ich die Elektronik bisher nur am Rande mitbekommen habe. Frage ich irgendwen, so bekomme ich als Antwort meißt "Das ist doch egal, Du mußt immer nur Plus mit Plus und Minus mit Minus verbinden". Mir reichen solche oberflächlichen Antworten aber nie! Spätestens dann, wenn z.B. eine Röhre mit ins Spiel kommt, bei der die Kathode Elektroden abgibt, frage ich mich doch, was woher kommt - aus dem Ende, daß mit "+" oder mit "-" gekennzeichnet ist! Auch Quellen im Netz fand ich bisher nicht besonders hilfreich.

Vielleicht kann ja mal irgend jemand hier versuchen - nicht unbedingt als Antwort zu diesem Thema hier, sondern gelegentlich unter einer anderen Kategorie ("Tipps", "Sonstiges", oder so ...) - dies kurz mal als wesentliche Grundlage zu erläutern.


Gruß von Frank
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Re: KOSMOS Radio + Elektronik 7A und A (ab 1958)

Ungelesener Beitragvon Radiomann » 5. Okt 2012, 22:23

Auch meinerseits ein herzliches "Grüss Gott" in die Runde!
@ buedes: Du sagst es genau! Wie einfach wäre aus heutiger Sicht doch manches Problem lösbar gewesen, aber vielleicht sind wir gerade an diesen Blockaden und deren mühsamer Ueberwindung "gross geworden".
Ja, die Webseite stammt von mir. Vielerorts spürt man wahrscheinlich, dass da Wilhelm Fröhlich "geistiger Pate" war :winkie:

@FrankR: Das Problem ist ganz einfach: Bevor man das Elektron kannte (dieses wurde erst ca. 1899 entdeckt) hatte man die Stromrichtung einfach willkürlich festgelegt von + nach - und nach Murphy natürlich genau falsch. Man meinte, es fliesse "etwas" von + nach - , oder behauptete es vielmehr. Viel später merkte man, dass das fliessende "etwas" die Elektronen sind und aber von - nach + wandern (daher musste man sie dann als - geladen bezeichnen). Die Lehrbücher waren aber bereits mit der "falschen" Stromrichtung geschrieben und man behielt das bei. Die "falsche" Richtung nennt man heute "technische Stromrichtung", wobei aber die Elektronen genau in der Gegenrichtung fliessen. Bei Glühbirnen etc. natürlich ein akademische Problem, aber bei Dioden, Röhren und Transistoren ... . Richter hatte nun die mir bis dahin unbekannte technische Stromrichtung mit einem Pfeil in der Diodenschaltung gezeichnet und ich stand wie der Esel an der Wand.
Der Pfeil im Dioden-Symbol deutet also die (falsche) technische Stromichtung an, die Elektronen fliessen gegen den Pfeil.
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KOSMOS R + E -- Pult-Ertüchtigung u. a. m.

Ungelesener Beitragvon hgd » 17. Aug 2013, 23:48

Hallo Liste,

unter demselben Betreff habe ich einen Text in der "Bastel-Region" eingestellt.

Gruß
Hans-Günter
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Lasst Euch nicht von Stromrichtungen terrorisieren!

Ungelesener Beitragvon hgd » 1. Nov 2013, 16:42

Hallo Liste,

Radiomann schrieb am 5. Okt 2012, 09:48

>
Was nie verloren geht, sind gewisse Erfahrungen oder Sätze. die sich ultimativ einprägen ... "Vorsicht beim Regeln von P"... Das war für mich als kleiner Schüler leider nicht immer klar.
<

Ja, damals hatte ich bei den beiden ersten Transistor-Grundschaltungen das Potentiometer (ich sag jetzt mal "links") zu stellen gehabt. Beim dritten versuch hatte ich mich dann darum nicht mehr gekümmert und mir kurz nach einschalten die Finger am Transistor verbrannt, weil es angefangen hatte elektrisch-thermisch zu richen.

Erstaunlicherweise hat der Transistor das überlebt. Als ich ihn später als Fototransistor seinen schwarzen Lack abgekratzt hatte, hing der Kollektordraht nur noch an einem feinen Häutchen, der Rest der Indiumperle war verflüssigt das Trägerblech herunter gelaufen unter weiter unten wieder fest geworden. Damit liessen sich noch Mittelwellen-Sendeversuche machen.

Das war ~1964. Als ich vor zwei Monaten wieder mit dem Experimentieren mit ersteigertem Kasten A begann, stolperte ich sofort wieder über die gezeichneten Schaltpläne, die mir unnötig oft um die Ecke und sich kreuzend gezeichnet waren (die Verbindungen). Ich musste die mir tlw. neu Zeichnen, übersichtlicher, um das zu verstehen und machte mir so meine Gedanken, warum Hr. Richter das so kompliziert gemacht hat, Übereinstimmung mit dem fotografischen Eindruck?

Ok, wir müssen (und tun das ja auch) damit leben. Eigentlich hätte man ja auch das Potentiometer so verdrahten können, dass der Schleifer dort steht, wo der Drehknopf und seine Skala und Schaltsymbol das vermuten lassen. Es ist aber genau anders herum. Inzwischen habe ich meine "Eselsbrücke" von damals wieder parat: "immer anders herum als man denkt!".

Ob das didaktisch war? Heute jedenfalls würde man mit den Usern etwas sensibler umgehen. Ich rechne dem Autor und dem Verlag aber hoch an, dass die Schaltung und das Schaltungslesen dadurch natürlich gefördert wurde, man sich die Schaltung bzw. deren Funktion erst einmal erarbeiten musste, statt heute auf mehrfach eigensichere bzw. dem "fail safe" Prinzip gehorchende Schaltflächen auf Tatsch-und-Patsch-Flächen herum zu machen.

Mir ist das jetzt aber egal, ich habe den Kasten jedenfalls (wieder) und bin mit ihm und dem Rest der Welt wieder so am experimentieren, wie eigentlich noch nie zuvor (siehe dazu vielleicht meine Postings in der "Bastelecke".

Wir können ja heute auch (historisch nicht korrekt) statt der Original-Transistoren, die meiner Erfahrung nach fast nie mehr OK sind (Potentiometer?) bedeutend leistungsfähigere Ersatztypen (auch Ge-Typen) im Internet ersuchen und auf ebay finden. Meistens steht uns nun auch ein "etwas" größeres Budget zur verfügung wie als Schüler mit 5 DM Taschengeld. Also bitte ich meinen Beitrag zum Thema hier nicht als Nörgelei & Co auffassen.

>
Hätte Richter doch nur einen 1000 Ohm-Schutzwiderstand in die Basiszuführung eingebaut
<

Volle Zustimmung. Aber: das Wertvollste an den alten Kästen sind die Brettchen. Egal ob die Bauelemente oben drauf original oder nicht, verkokelt oder absulot Schrott sind. Und auch Transistorschrott würde ich heute eher in Epoxy-Kunststoff eingießen und aufs Regal stellen, als der Wertstofftonne anvertrauen.

>
Ein zweites Problem war (für Grund-Schüler!) die Konfusion zwischen "technischer Stromrichtung" und "Fliessrichtung der Elektronen". Das hat mich gleich am Anfang bei den Diodenversuchen "blockiert".
<

Das war für mich auch ein Akt, bis ich entdeckte, dass zwar der Ort der meisten Elektronen, der Minuspol mit einem Makel in der Bezeichnung behaftet ist (eben minus, wenig, zu wenig, gering), aber bei mir wurde er zum MINUS, kräftig, stark. Und dann entdeckte ich die Manifestation wohl änlicher Gefühle im Batterieschaltsymbol, wo der MINUS-Pol kurz aber FETT gezeichnet ist und der plus-pol mager dafür aber lang. Aber der MINUS-Pol hatte immer mehr Druckerschwärze in seinem Umriss. :-)

Heute habe ich das vergessen, ich schaue auf das "+" bzw. "-" -Symbol. Und lese auch die alten Physikschulbücher, wo ich heute beim Gebrauch des Begriffs "Molekeln" statt der "gemeinten" Moleküle nicht mehr das "Ekelgefühl" meiner Schulzeit empfinde, mir ist das jetzt egal, was da steht, aber das Gefühl der Abneigung gegen die "falsche" Stromrichtung und die "Molekeln" ist noch präsent, in seiner Auswirkung in mein Handeln aber deutlich geringer geworden.

Wie das französiche Bildwörterbuch vom Vater, das ich bereits vor meiner Einschulung immer wieder durchschaute, aber genau 2 Doppelseiten IMMER überschlug, die Doppelsleiten mit den Insekten!

Ich würde mich auch gerne mit Leuten unterhalten, die Spinnen hässlich finden, auch wenn sie keine Angst vor diesen haben. Wie würde wohl eine Spinne auf so nackte, unbehaarte, glatte Wesen reagieren, wie uns? Nur mal so als Anregung ...

Zurück zu den Stromrichtungen.

Im Rahmen meines alten und jetzt neuen Hobbys und des Studiums, lese ich im mom ein Buch "Experimentalphysik", mit vielen Formeln. Auch das ist pure Nostalgie. Es werden bestimmte Größen und Sachverhalte einfach definiert. Dann ist das so, wenn alle mitmachen, wer das dann schön findet, dem geht es gut. Wem es missfällt, der muss sich daran gewöhnen, sonst bekommt er Magengeschwüre und kann nicht mit den anderen kommunizieren (Beispiel: die Farbe ROT in der VR China und im Straßenverkehr).

Und die geforderter Flexibilität wird erneut gefordert, und würde dies auch bei positiver Zählrichtung für den Strom durch Elektronen, weil es ja auch die Nicht-Elektronen gibt, die positiven Ionen, die zur negativen Elektrode (Kathode) fliegen (sich bewegen). Positive Teilchen werden nach negativen Elektroden benannt! Was fliegt in Gasen geringeren Drucks bei einer Glimmentladung herum? Nicht nur Elektronen. Da gibt es das negative (an der Kathode) und das positive Glimmlicht (an der Anode). Es gibt den Kathodenfall und die positive Säule. Schaut man sich wie ich die letzte Woche Diagramme der Raumladung an, wird es bestimmt nicht einfacher (für uns). Wo die kleinen flinken Elektronen mit den großen positiven trägen Kationen gleichzeitig auftreten ist das alles auch nicht sofort einsichtig, was überwiegt. Dann der Stromfluss in Halbleitern (Dotierungsarten), in Gläsern bei Erwärmung. Das alles muss ich mindestens zweimal lesen, bis das oben ankommt. Da geht es mir nicht grundsätzlich anderes als vielen Mitgliedern des Forums. Kompliziert? JA.

Wenn ich mir aber in den Kopf gesetzt habe, das "zu begreifen" dann mache ich häufig dieses:

Ich zeichne mir eine Skizze auf Papier, auch Küchenkrepp ist davor nicht gefeit, baue mir meine Eselsbrücken, male farbig dran und drin herum, das wird immer voller, vergleiche mit dem jeweiligen Buch und lege den Zettel im Flur auf den Fussboden, um mehrfach täglich darüber zu "stolpern" aber nicht auszurutschen, dann schaue ich kurz darauf, denke bewusst etwas darüber nach, der Rest geschieht im Gehirn unbewusst, und nach ca. einer Woche (oder auch zweien) ist dass dann irgendwie oben eingebrannt. Und was da oben dann "gespeichert" ist, das sind bei mir nicht immer die Maxwelllschen Gleichungen.

So ist im inneren Bild die Kathode immer links und die Anode immer rechts bei der Erklärung von Glimmentladungen und dem Lichtbogen.

Was ich mit diesem länglichen Text erreichen möchte, ist, nicht klein beizugeben und sich seine persönlichen "Zettel" und "Eselsbrücken" zu bauen, vielleicht auch nur Bilder. Ich wünsche Euch allen, dass Ihr irgendwas Geeignetes findet und Euch nicht mehr von richtiger oder falscher Stromrichtung terrorisieren lasst!. Wichtig sollte sein, dass Volt- und Amperemeter immer nach rechts ausschlagen. Und auch dies ist nur eine Konvention, eine Vereinbarung, eine Festlegung, eine Definition; mehr nicht.

Schönes Wochenende
Gruß
Hans-Günter
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