"Der junge Marconi"

BRAUN, SIEMENS, STABO ...

"Der junge Marconi"

Ungelesener Beitragvon Georg » 19. Feb 2015, 23:23

In einem
Radiomann-Kasten fand ich eine Kopie der Radiomann-Anleitung 7te Auflage
und zwei Seiten Kopie von einem typischen Nachkriegsprodukt namens
"Der junge Marconi"

Bild Bild

Leider fehlt die erste Seite, aber man kann unschwer erkennen, daß da
jemand aus einer Wehrmachtsröhre und sonstigen Teilen einen "Baukasten"
in der Küche zusammengestellt hatte.
Die Seiten sind wieder Kopien von Kopien, man kann erkennen, daß sie mit
Schreibmaschine geschrieben sind. Wie man alles vervielfältigte, ist mir nicht klar.
Evtl wurden Durchschläge geschrieben und die Zeichnungen von Hand eingefügt.

Die Namensgebung ist ungewöhnlich, denn in Deutschland war der Name Marconi
mehr als unbeliebt. Möglicherweise sollte damit die Genehmigung der (britischen?)
Militärregierung erleichtert werden.
Es ist auch möglich, daß der Bausatz gar nicht als Experimentier- oder Lehrsystem
gedacht war, sondern nur als Notradio, und man wollte so das aliierte Radiobauverbot
umgehen. Grundig hat ja auch sein erstes Radio ("Heinzelmann") als Bausatz
getarnt.
Wie schreibt der größte Gesamtkunstwerker aller Zeiten:

In Nöten findet manches statt,
was sonst nicht stattgefunden hatt.


Gruß
Georg
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Re: "Der junge Marconi"

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 20. Feb 2015, 17:03

Aus meiner Sicht interessant ist dabei auch die Verwendung einer Raumladegitterröhre, die eine Anodenspannung im "ungefährlichen" Bereich erlaubt (hier nur 4,5 oder 9 Volt). So hielt es ja auch KOSMOS mit den RADIO- bzw. Radiomann-Kästen der 30er bis 50er Jahre mit der RE074d - bzw. später mit der DM300 (die zuletzt allerdings keine Raumladegitterröhre mehr war). :yes: Hier zwei Links zu der in der Schaltung verwendeten Wehrmachtsröhre RV2,4T3:

http://www.radiomuseum.org/tubes/tube_rv24t3.html
http://www.jogis-roehrenbude.de/Roehren-Geschichtliches/Mil-Roeh_Fassg/RV2,4T3.htm (mit Link zu weiteren Daten der Röhre).

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Re: "Der junge Marconi"

Ungelesener Beitragvon Georg » 21. Feb 2015, 19:15

Hallo Jürgen,
die Verfügbarkeit der Batterien dürfte die Hauptrolle gespielt haben.
In der im Radiomuseum verlinkten Seite hat jemand etwas
freihändig (=laienhaft) aus der Negadynschaltung, die praktisch
nur als Oszillator geeignet war, einen Rückkoppelungsempfänger
gemacht. :=(
Das ist eine typische Schaltung, die auf dem Papier gut aussieht,
aber nicht funktioniert.
Das Problem ist die mangelnde Einstellbarkeit der Mitkopplung.
Hier ein Scan aus der Röhrenempfängerbibel zum Negadyn:
Bild
H. Pitsch, Lehrbuch der Funkempfangstechnik 3te Auflage S. 135

Gruß
Georg
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