KWO Telefonie-Baukasten

...mit denen vor ein, zwei oder drei Generationen mit elektrischer Energie experimentiert wurde ...

KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Oberländer » 20. Nov 2014, 09:35

Hallo,
ich bin neu hier und habe einen KWO Telefonie-Baukasten erworben, leider ohne Kasten bzw. Karton. Für die Herstellung eines Replikates such ich für diesen Baukasten aus den fünfziger Jahren ein Foto. Es sind fast alle Bauteile und das Anleitungsheft, welches ich eingescannt und als PDF-Datei gespeichert habe, noch vorhanden.

Bild Bild Diese Anleitung hat 40 Seiten Bild Bild

Hier die Fotos der vorhandenen Teile

Bild
Kann mir ein Forenmitglied helfen?
Mit freundlichen Grüßen
Oberländer
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Hw'ler » 23. Nov 2014, 10:01

Hallo Oberländer,
nach meiner Erinnerung (vor ziemlich genau 50 Jahren) war der Kasten aus stärkerer Pappe( ca. 2,5mm), bezogen mit feingenarbtem Papier in blau, ungefähr RAL 5010. Die genaue Anordnung der einzelnen Fächer habe ich leider "veralzheimert". Ich weiß nur noch, dass die Grundplatten übereinander lagen(gegenüberliegende Ecke Kabeltrommel), die Kastenhöhe dürfte grob erinnert ca. 8-10 cm (Kabeltrommelbreite) betragen haben. Vielleicht kannst Du das Titelbild der Anleitung mit einer geeigneten Bildbearbeitung entzerren?
Was mir noch aufgefallen ist:
In Deiner Zusammenstellung fehlen die 4 Stk 2V Bleiakku's, sowie die roten Bakelitdosen mit M4 Halbrundschrauben, weiß leider nicht mehr ob M4x10 oder M4x12 bzw. Muttern M4 und U-Scheiben 4,3.
Im Moment fällt mir nichts mehr dazu ein, vielleicht hilft's ein wenig.
Gruß Hw'ler
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Oberländer » 24. Nov 2014, 20:14

Hallo HW'ler,

vielen Dank für die interessante Antwort. Das hilft mir schon viel weiter. Da kann ich auf den Trödler- bzw. Flohmärkten nach solchen Dosen Ausschau halten. Schrauben und Muttern müssen ja nicht unbedingt original sein, obwohl Puristen auf solche Details genau achten. Von den Akkus fehlte jede Spur. Ich habe aber noch einen aus einer Taschenlampe, die es damals auch gab. Nur ist der total ausgetrocknet. Zu den Schrauben sind in der Stückliste keine Maßangaben gemacht. Vergessen in der Abbildung habe ich die Flachzange, die ist bei mir dabei. Im Anleitungsheft befindet sich auch ein Schema für die richtige Wiedereinordnung der Einzelteile, welches für die Gestaltung des Kastenreplikates hilfreich sein dürfte. Für die Kastenhöhe werde ich die Kabeltrommelmasse nehmen, so wie auf der Titelseite der Bauanleitung wiedergegeben.
Wenn ich es geschafft habe, zeige ich hier das Ergebnis.
Wenn man bedenkt, das die Teile der "Beifang" eines Electric Baukasten Nr.16 vom Mesco-Werk Meissen waren, so bin ich doch ganz zufrieden. Ein weiterer "Beifang" waren bei der Auktion bei e... drei schöne alte Drehkos mit Feintrieb und großen Skalenknöpfen aus der Anfangszeit der Radiobastelei. Schon diese 3 Artikel waren das Geld wert.

Viele Grüße!
Oberländer
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Hw'ler » 25. Nov 2014, 12:46

Hallo Oberländer,
freut mich, dass es Dir etwas hilft, mir ist auch noch was eingefallen.
In Deiner Übersichtsaufnahme sind die Hörkapseln bereits montiert, im Original waren die Kapseln(Hör-und Sprech) jeweils zu zweit unmontiert(nur Ober-und Unterteil verschraubt) in zwei Fächern des Kartons plaziert.
Die Membranen der Hörkapseln befanden sich in Seidenpapier verpackt in einer der roten Bakelitdosen, in denen auch Schrauben und Muttern waren.
Die im Bild sichtbaren Fassungen für die Glühlampen scheinen nicht die Originale zu sein, bei mir waren es E10-Fassungen mit angelöteten Strippen und einem Steg aus Isoliermaterial. (Bauform ähnlich "Zwergfassung mit Steg E10" eines bekannten Elektronikversandes aus der Oberpfalz, nur der Steg eben aus roter Isolierpappe, kein Pertinax). Die verwendeten Glühlampen dürften ähnlich "Skalenlampe E 10 0.2 W Sockel=E10 40 mA 4 V Klar" des gleichen Versandes gewesen sein.
Mehr rückt die graue Masse im Moment nicht raus, falls sich noch ein paar Synapsen melden, poste ich nochmal.
Gruß Hw'ler
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Georg » 11. Dez 2014, 20:52

Hallo Oberländer,
was ist das eigenlich für ein Teil, ganz rechts in der unteren
Ecke deines Übersichtsbildes?
Sieht ein wenig nach Glimmlampe aus, aber der Rest?
Gruß
Georg
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Bambini » 12. Dez 2014, 11:42

Hallo!
Ich weis zwar nicht ob es der selbe Baukasten ist, aber guck Dir mal das Bild auf folgender Seite an: http://www.diy-ausstellung.de/?p=766
Grüsse, Beat
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Hw'ler » 12. Dez 2014, 17:24

Georg hat geschrieben:Hallo Oberländer,
was ist das eigenlich für ein Teil, ganz rechts in der unteren
Ecke deines Übersichtsbildes?
Sieht ein wenig nach Glimmlampe aus, aber der Rest?
Gruß
Georg

Hallo Georg,
bin zwar nicht Oberländer, aber als ehemaliger Besitzer eines solchen Teiles kann ich sagen, dass das das Ladegerät für die als Stromquelle dienenden 2V Bleiakkus ist.

Bambini hat geschrieben:Hallo!
Ich weis zwar nicht ob es der selbe Baukasten ist, aber guck Dir mal das Bild auf folgender Seite an: http://www.diy-ausstellung.de/?p=766

Hallo Bambini,
er ist es!

hier noch ein link: http://emp-web-09.zetcom.ch/eMP/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&module=collection&objectId=319911&viewType=detailView

Gruß an alle!
Hw'ler
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Georg » 12. Dez 2014, 18:35

Hallo Hw'ler,
vielen Dank für die Information.
Somit könnte das tatsächlich ein Glimmgleichrichter sein.
Außerdem ein Vorwiderstand.
Wie sahen eigentlich die Akkus aus? Waren die gasdicht?
Gruß
Georg
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon buedes » 13. Dez 2014, 00:02

Hallo Oberländer,

da hast du dir ja eine lohnenswerte Arbeit vorgenommen. Dieser Experimentierkasten aus der frühen Nachkriegszeit scheint wirklich allenthalben "ausgestorben" zu sein. Aber anhand der jetzt von Hw´ler und Beat noch aufgetriebenen Abbildungen scheint ein Neuaufbau des Kastens doch wieder ziemlich originalgetreu möglich zu werden. Selbst das Deckelbild des Kastens wird sich sicherlich nach der Fundstelle von Hw´ler in sehr gutem Zustand erstellen lassen.

Ich bin jedenfalls schon ganz gespannt, wie es weiter geht. Lass uns bitte hier nicht an mangelnden Informationen über deine Arbeit verhungern! :lol_1:

Gruß, Horst
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Hw'ler » 13. Dez 2014, 10:34

Georg hat geschrieben:Wie sahen eigentlich die Akkus aus? Waren die gasdicht?

Hallo Georg,
offensichtlich, auf jeden Fall sahen sie bei Überladung ganz schön "beulig" aus, geplatzt war mir allerdings keiner.
Hier ein paar Abbildungen aus dem net
Gruß Hw'ler
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Georg » 13. Dez 2014, 12:38

Hallo Hw'ler,
es ward Licht! Der Name "Rulag Trockenakkus" ist mir noch aus
Katalogen etc. in Erinnerung. Daß es die schon vor dem
Krieg gab, ist mir neu!
Ein Ladestrom von nur 50 mA könnte durchaus mit einem
Glimmgleichrichter erzeugt werden.
Danke für deine Mühe,
Georg
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Oberländer » 22. Mai 2016, 08:51

Hallo
Nach längerer "Abstinenz" von diesem Forum melde ich mich hier nochmal zu dem Thema KWO Telefonie-Baukasten. Ich hatte das Glück vor wenigen Wochen einen vorzüglich erhaltenen kompletten Kasten bei der "Bucht" erwerben zu können. Es sind auch alle 4 Bleiakkus dabei. Habe allerdings keinen Ladeversuch unternommen. Hier ein Foto des Kastens von meiner Webseite:
http://files.metallbaukasten.webnode.com/200005000-4615b480bb/IMG_3119.JPG
Wer sich die koplette Webseite mit hauptsächlich Electro Baukästen der Firma Böhmer, Hoffmann & Co., Meissen bzw. vom Mesco-Werk Meissen anschauen will findet sie hier:
http://metallbaukasten.webnode.com//
Mit freundliche Grüßen
Oberländer
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 22. Mai 2016, 10:48

Oberländer hat geschrieben:Hallo
Nach längerer "Abstinenz" von diesem Forum melde ich mich hier nochmal zu dem Thema KWO Telefonie-Baukasten. Ich hatte das Glück vor wenigen Wochen einen vorzüglich erhaltenen kompletten Kasten bei der "Bucht" erwerben zu können.
(...)
Hier ein Foto des Kastens von meiner Webseite:
http://files.metallbaukasten.webnode.com/200005000-4615b480bb/IMG_3119.JPG
Wer sich die koplette Webseite mit hauptsächlich Electro Baukästen der Firma Böhmer, Hoffmann & Co., Meissen bzw. vom Mesco-Werk Meissen anschauen will findet sie hier:
http://metallbaukasten.webnode.com//


Hallo Oberländer,

deine Neuerwerbung ist ein wirklich schöner Kasten - und dadurch, dass Du Deinen Beitrag hier updatest, bekommen ihn auch Leute wie ich, die erst seit kurzem hier aktiv sind und noch längst nicht alle alten Beiträge durchgearbeitet haben, ihn "auf den Schirm"... Danke!

Wie funktioniert die Technik? Direkte elektrische Signale vom Mikrofon des einen auf den Lautsprecher des anderen Hörers? D.h. einen dritten Apparat könnte man nur hinzufügen, indem man auch eine Vermittlungsstelle selbst baut, bei der man - wie früher per Hand - die Verbindungen "stecken" muss?

VG
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Georg » 22. Mai 2016, 11:31

vom Mikrofon des einen auf den Lautsprecher des anderen


Hallo Martin,
das brachte mich eben zum Lächeln (eher wehmütig als überheblich).
Ob in den Handapparaten eine Mikrophonkapsel enthalten ist,
kann ich nach den Bildern nicht entscheiden.
Funktionieren wird so ein Kurzstreckengerät auch mit
zwei Hörkapseln. Eine "Induktionsrolle" kann ich im Kasteninhalt
nicht entdecken.
Der "Lautsprecher" ist auf jeden Fall ein Telephon, so hat Bell
sein Ding jedenfalls getauft. Bis in die 20er war das jedermann
klar, daß das Teil am Ohr Telephon heißt.
Gesprochen wurde in ein Mikrophon, bis um 1950 hieß der
Handapparat entsprechend Mikrotelephon bei der Post,
in der Schweiz z. B. bis zuletzt.
Der Ausdruck Telefon für den kompletten Fernsprechapparat bei Laien
kommt etwa ab 1927 auf, gleichzeitig wird der Ausdruck Kopfhörer
anstelle Telefon bei Radios/Funkerei üblich.
Gruß
Georg
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Oberländer » 22. Mai 2016, 13:41

Hallo Martin,

ich sende Dir den Link zur Bedienungsanleitung, dann können auch alle weiter daran Interssierte Leser nachsehen und die Schaltung studieren.

https://www.dropbox.com/sh/f5d725xuwexseku/AADG09XwOKTbA4t7BJJ1TEfda?dl=0

Noch einiges zu den Telfonkapseln. Die Hörerkasel enthält eine auch auf dem Foto ersichliche Spule (links unter der Glocke) In der Mikrofonkapsel befindet sich ein Standart-Kohlemikrofon aus der damaligen Zeit, wie es in den Telefonen üblich war. Siehe Foto rechter Teil.

Ich bin übrigens immer an Informationen und Teilen von den Electric-Baukästen aus Meissen und Görlitz interessiert.

Grüße Oberländer
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 22. Mai 2016, 14:55

Georg hat geschrieben:
vom Mikrofon des einen auf den Lautsprecher des anderen


Hallo Martin,
das brachte mich eben zum Lächeln (eher wehmütig als überheblich).
Ob in den Handapparaten eine Mikrophonkapsel enthalten ist,
kann ich nach den Bildern nicht entscheiden.
Funktionieren wird so ein Kurzstreckengerät auch mit
zwei Hörkapseln. Eine "Induktionsrolle" kann ich im Kasteninhalt
nicht entdecken.
Der "Lautsprecher" ist auf jeden Fall ein Telephon, so hat Bell
sein Ding jedenfalls getauft. Bis in die 20er war das jedermann
klar, daß das Teil am Ohr Telephon heißt.
Gesprochen wurde in ein Mikrophon, bis um 1950 hieß der
Handapparat entsprechend Mikrotelephon bei der Post,
in der Schweiz z. B. bis zuletzt.
Der Ausdruck Telefon für den kompletten Fernsprechapparat bei Laien
kommt etwa ab 1927 auf, gleichzeitig wird der Ausdruck Kopfhörer
anstelle Telefon bei Radios/Funkerei üblich.
Gruß
Georg


Ne, Georg,

Überheblichkeit hätte ich Dir aufgrund Deiner sonstigen Posts auch nicht unterstellt.

Da sieht man mal wieder, wie relevant es ist "wo man herkommt".
Dass die uralten Telephone wirklich nur das "Telephon" am Ohr hatte war mir als Fakt bekannt, aber ist schon nicht mehr meine Welt.
Ich hatte immer nur Telephonhörer am Ohr, hab an der Hörmuschel gelauscht und in die Sprechmuschel reingesprochen :-)

Mikrophon und Lautsprecher sind für mich eigentlich dasselbe, nur evtl. leicht anders elektrisch optimiert (Widerstand etc.) - in etwa wie Motor und Generator...

VG
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 22. Mai 2016, 14:59

Oberländer hat geschrieben:Noch einiges zu den Telfonkapseln. Die Hörerkasel enthält eine auch auf dem Foto ersichliche Spule (links unter der Glocke) In der Mikrofonkapsel befindet sich ein Standart-Kohlemikrofon aus der damaligen Zeit, wie es in den Telefonen üblich war. Siehe Foto rechter Teil.

Ich bin übrigens immer an Informationen und Teilen von den Electric-Baukästen aus Meissen und Görlitz interessiert.


Hallo Oberländer,

danke für den Link und die Infos. Scan ist gut lesbar, und das Photo des Kasteninhalts ergänzt die restlichen Infos super!

Electric-Baukästen sind nicht mein Gebiet - wenn ich welche als "Beifang" ergattere denk ich an Dich, versprochen.

VG
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Georg » 22. Mai 2016, 17:32

Mikrophon und Lautsprecher sind für mich eigentlich dasselbe


Hallo Martin,
Mikrophon bedeutet ursprünglich nur Kohlemikrophon.
Erst als mit Röhrenverstärkern andere Akusto-Elektrische
Wandler möglich wurden ( ab 20er) wurde der Begriff
auf Bändchen- Kondensator- und heute Elektretmikrophone
ausgedehnt.
Der Erfinder des Kohlemikrophons wählte den Namen
verm. bewußt, denn es gab schon bei mikroskopischen Lautstärken
kräftig Spannung ab.
Weder heute noch damals war man sich im Allgemeinen bewußt,
daß ein Kohlemikrophon in sich selbst einen Verstärker enthält.
Im Grunde ist das das historisch zweite Halbleiterbauelement.
Gruß
Georg
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Georg » 22. Mai 2016, 18:22

Hallo Oberländer,
vielen Dank für deine Links, sehr interessant!
Diese "Electric" Baukästen waren mir bisher völlig unbekannt.
Einige Fragen dazu:
Ein Trafo soll zu einem "Autobahnspiel" gehören. Was muß
man sich darunter vorstellen?
Es werden Trafos für Gleichspannung angeboten, im Text
dann auch Wechselrichter genannt.
Weißt du etwas zu der Technik dieser Geräte?
Zerhacker oder Einankerumformer?
Die Werbefigur des pausbäckigen Jungen mit Ballonmütze
erinnert stilistisch an Hummelfiguren bzw Bilder der
Maria Innocentia (recte Berta) Hummel.
Ist da etwas bekannt dazu?
Gruß
Georg
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Oberländer » 25. Mai 2016, 19:46

Hallo Georg,

ich komme jetzt erst zum Antworten.
Man sprach tatsächlich von "Gleichstromtransformatoren", es waren aber eigentlich Zerhacker und die Ausgangsspannung dann recheckig. Aber einfacher und billiger als Umformer. Mir ist aber noch kein solches Gerät in die Hände gefallen.
Die Firma Böhmer, Hoffmann und Co hatte für viele Spielzeugfirmen u.a. für Trix, Trafos gebaut. Da wird wohl auch dieser für das "Autobahnspiel" dabei gewesen sein. Eduard Hoffmann hatte viele Patente inne, auch für die Kabelfernsteuerung von Spielzeugautos. Ich interessiere mich aber in erster Linie für die Electric Baukästen dieser Firma. Der pausbäckige Dreikäsehoch war ab 1933 in Werbedrucken, auf den Pappkartons und in den Bauanleitungen dabei. Auch ab 1949, als die Produktion der Kästen Electric 11 und 16 begann, zierte er die Bauanleitung weiter. Erst nach der Verlagerung der Baukastenproduktion nach dem ESG (Elektroschaltgerätewerk Görlitz) verschwand er 1954 aus dem Anleitungsheft. Wer der "Erfinder" dieser Figur war ist noch nicht bekannt. Ich glaube nicht, das Maria Innocentia Hummel die Figur schuf, denn bei den Nazis war sie verpönt und die Baukastenfirma produzierte bis in den Krieg hinein auch ferngesteuerte Spielzeugpanzer.

Gruß
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Georg » 26. Mai 2016, 13:59

Hallo Oberländer,
nach diesem Autobahnspiel habe ich in den letzten Tagen
ein paar mal gefahndet, am Ende erfolgreich per Zufall.
Das Ding hieß "Reichsautobahn" und wurde von Tipp & Co
hergestellt. Es gab sie mit Uhrwerksantrieb und elektrisch.

https://www.google.de/#q=ReichsAutobahn++Tipp+%26+Co

Im Grunde hätte man das schon zu Rennen verwenden
können, es ist wirklich ein Vorläufer der Carrerabahnen.
Gruß
Georg

Noch ein Fund:
https://www.google.de/#q=M%C3%A4rklin+%22Autobahn%22
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Re: KWO Telefonie-Baukasten

Ungelesener Beitragvon Oberländer » 31. Mai 2016, 21:06

Hallo Georg,

da haben wir ja die Verwendungsmöglichkeit des Trafos aus Meissen. Sicher war diese Autobahn nicht so häufig in den Kinderzimmern wie die elektrische Eisenbahn. Ich habe in meiner Kindheit im und nach dem Kriege nie so etwas gesehen. Ich hatte viele Freunde mit Eisenbahnen als Spielzeug aber keine Autobahn.

Grüße
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