Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

...mit denen vor ein, zwei oder drei Generationen mit elektrischer Energie experimentiert wurde ...

Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 9. Feb 2013, 23:55

Im Moment bin ich gerade damit beschäftigt, einen Schrottplatz-Fund zu restaurieren und für meinen speziellen Bedarf leicht abgeändert wieder gebrauchsfähig zu machen. Es handelt sich dabei um ein Punktschweißgerät, wie es früher in der Dentaltechnik und von Goldschmieden verwendet wurde.
Bild

Beim ersten Funktionstest erinnerte ich mich spontan an meine frühen Erfahrungen mit dem elektrischen Strom anhand des Märklin- Elex- Baukastens in meiner Kindheit. Damals hatte ich das aus meiner heutigen Sicht sehr gut aufgebaute Anleitungsheft zwar nicht systematisch durchgearbeitet, aber anhand vieler darin enthaltener spannender Versuche grundlegende Einsichten in die Wirkungen des el. Stromes gewinnen können. Ein paar Beispiele werde ich im Folgenden hier vorstellen.

Leider erlaubt es die heutige Firma Märklin nicht, Auszüge aus dem Anleitungsheft zu veröffentlichen. Also bleibt mir nur der praktische Aufbau einiger Versuche mit Bild und kurzer Beschreibung.

Als erster Versuch in direkter Analogie zu obigem Gerät aus der Wirklichkeit hier der Schweißapparat mit M-ELEX aufgebaut. Mit diesem kleinen Aufbau ist es möglich, die Silberfolie auf die Blechplatte zu heften.

Bild

In spielerischer Form wird hier eine erste Anwendung der Wärmewirkung des el. Stromes in Form des Punktschweißens für das Kind praktisch erfahrbar gemacht.

Weitere Demonstrationen zunächst der Wärmewirkung folgen.

Gruß, Horst
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 10. Feb 2013, 12:43

Märklin hatte die ELEX- Baukastenreihe von 1932 bis 1962 im Programm:

Bild

Hier ein Foto meines überkommenen Baukastens aus dem Jahre 1949:

Bild

Leider hat der Deckel die lange Dachboden-Lagerung nicht unversehrt überdauert. Der äußere Überzug ist deshalb nicht mehr original. Für den Aufkleber habe ich die Titelseite des Anleitungsbuches abfotografiert.

Einige Teile fehlen.

F.f.
Gruß, Horst
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon Georg » 10. Feb 2013, 16:22

Hallo Horst,
der hier in dem Komos Elektro gefundene Magnet:

viewtopic.php?f=1&t=597

Könnte gut in den Märklin-Kasten passen.
Gruß
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 10. Feb 2013, 19:16

Hallo Georg,

den alten Magneten kannst du vergessen, der taugt nichts mehr. Aber ich habe schon einen neuen Hufeisenmagneten besorgt, nur wo...?
Auch der fehlende Hörer muss sich irgendwo im Haus befinden... :-)

Gruß, Horst
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon Georg » 10. Feb 2013, 19:49

Hallo Horst,
Ich meine den Magneten, dessen Polschuhe spitz zusammenlaufen, der
gar nicht in den den Baukasten Elektro gehört.
Und wenn der schlapp ist, den kann man doch neu magnetisieren!.
Gruß
Georg
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 10. Feb 2013, 20:27

Georg hat geschrieben:... kann man platt auf die Schraube
löten oder evtl mit dem Punkschweißgerät......?
Georg

Hallo Georg,

genau für solche Zwecke habe ich mir das eingangs erwähnte Punktschweißgerät hergerichtet. Bisher damit angestellte Versuche in diesem Minibereich waren aber leider noch nicht erfolgreich. Die Schweißstellen sind meist verbrannt. Es fehlt mir noch ein einstellbarer Kurzzeit-Timer in diesem Gerät.

Gruß, Horst
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 17. Feb 2013, 10:10

Und weiter geht´s mit Wärmewirkungen des el. Stromes, dargestellt mit dem MÄRKLIN-ELEX- Baukasten und einem MÄRKLIN- Eisenbahn-Trafo:
Bild
Modell einer Sicherung

Bild
Lichtbogenexperiment

F.f.
Gruß, Horst
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon Georg » 17. Feb 2013, 11:03

Hallo Horst,
waren die Kohleelektroden Bestandteil das Kastens?
Da steht was drauf, vom Hersteller vermutlich.
Könntest du bitte den Text posten?
Gruß
Georg
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 17. Feb 2013, 12:11

Hallo Georg,

nach Anleitungsbuch sollten dafür eigentlich die Kohlen von verbrauchten Taschenlampenbatterien eingesetzt werden. Ich hatte aber gerade keine da. Auf der Suche nach etwas Ähnlichem sind mir dann diese Stabelektroden aus meiner Sammlung in die Hände gefallen:
"469 RINGSDORFF (54)
RK-D
Made in Germany"
Wo ich die her habe, weiß ich leider nicht mehr.

Gruß, Horst
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon Georg » 17. Feb 2013, 12:47

Hallo Horst,
wenn man nach Ringsdorff googelt, findet man eine Graphitsorte
bei einem großen Kohlenstoff/Graphit-Konzern.
Von der Größe her waren das evtl die Bogenlampenkohlen für
Mikroprojetoren und ähnliches.
(Wir hatten in der Schule so ein Ding im Biiologie-Lehrsaal)
Gruß
Georg

PS Das war/ist Ringsdorff:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/lok ... 23567.html
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon FrankR » 17. Feb 2013, 16:11

Hallo Horst,

ist ja mal wieder hochinteressant, was Du hier machst!

Besonders der Schweißapparat mit M-ELEX aus dem ersten Beitrag macht mich neugierig.
Kannst Du nicht ein paar Fotos einstellen, die den M-ELEX Schweißapparat in Aktion und das Ergebnis der Schweißung zeigen?

Dazu (und auch bei den zuletzt aufgebauten Versuchen) wären noch einige erläuternde Worte hilfreich, z.B. was hast Du als Material für die M-ELEX Sicherung genommen, mit wieviel Spannung hast Du gearbeitet, usw.

Für mich als Nicht- bzw. Anfänger-Elektrotechniker wären solche Hinweise sehr hilfreich! :cry:

Danke!
Frank
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 17. Feb 2013, 19:43

Hallo Frank,

der von Märklin als "Elektrischer Schweißapparat" deklarierte Versuchsaufbau ist eigentlich nur ein Modell für ein Punktschweißgerät. Die damit zu erzielende Wirkung ist auch wenig spektakulär.

Ein Pol des Transformators wird mit der Eisenplatte verbunden, der andere mit dem Nagel als Elektrode. Wenn nun die auf der Eisenplatte liegende Alufolie mit der Nagelspitze betupft wird, entsteht dort infolge des kleinen Übergangsquerschnitts und des starken Stroms punktförmig eine große Hitze, die das Alu auf dem Eisenblech aufschmelzen lässt. Lernziel: Die Hitze muss so groß gewesen sein, dass sie Alu zum Schmelzen bringen konnte!

Die ELEX- Experimente werden entweder mit den Märklintrafos (hier ein Eisenbahntrafo mit bis zu 20V/ 2A) oder auch mit Flachbatterien ausgeführt.

Für den Modellversuch "Sicherung" werden Alu-Folie-Streifen eingeklemmt. Je nach der gewählten Streifenbreite und der eingestellten Spannung ist die Glüherscheinung mehr oder weniger heftig. Ein ganz dünner Streifen verbrennt explosionsartig schon bei etwa 3 Volt. Lernziel: Bei Überschreiten einer bestimmten Stromstärke brennt die Sicherung durch. (Stromstärke und Spannung werden hier noch nicht so sehr auseinandergehalten!)

Gruß, Horst

P.S.
Frank, willst du jetzt auch ein Starkstromer werden? :zwinkie:
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon Georg » 18. Feb 2013, 11:29

Hallo,
Eisenbahntransformatoren sind Streutransformatoren, d. h. sie sind kurzschlußfest.
Jeder Trafo dieser Art hat einen bestimmten Kurzschlußstrom, und nur dieser
(nicht die Spannung des Trafos) ist für die Versuche mit Punktschweißung
wichtig. Der Versuchsaufbau aus Elektroden und Werkstücken bestimmt die
Spannung, die im Augenblich der Schweißung anliegt, nicht der Trafo oder die
Vorstellungen des Experimentators.
Beim Kohlelichtbogen ist es ähnlich, nur daß dort ca 15 bis 20 Volt Wechselsp.
als Leerlaufspannung zur Verügung stehen müssen, ansonsten ist auch da nur
der Strom relevant.
Gruß
Georg
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 18. Feb 2013, 21:09

Ein weiteres Beispiel für die Wärmewirkung des elektrischen Stromes wird beim ELEX mit dem Versuchsaufbau "Heizsonne" demonstriert. Dafür ist das Metallbaukastensystem mit dem stabilen, hitzefesten Aufbau natürlich in idealer Weise geeignet. Da kann man dann mit dem Trafo richtig "Dampf" drauf geben, ohne gleich befürchten zu müssen, dass irgendwas umfällt oder abbrennt. Die Wärmestrahlung über den Reflektor ist sehr gut zu spüren.

Bild

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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 19. Feb 2013, 19:16

Die chemischen Wirkungen des elektrischen Stromes kommen im ELEX- Handbuch etwas zu kurz. Neben rein theoretischen Funktionsbeschreibungen von Batterie und Akku werden lediglich zwei praktische Versuche durchgeführt:
„Wasserzersetzung mittels zweier Batterien“ und „Stromdurchgang durch eine Salzlösung“.
Dabei gibt es ja aber auch fast nichts mit den Metallbaukastenteilen aufzubauen.
Bild

Auf diesem Gebiet hätte ich mir damals als Kind etwas mehr gewünscht, denn ich kann mich entsinnen, dass ich zu dem Thema alles Mögliche und Unmögliche ausprobiert habe, und dann z.B. unverhofft einen verkupferten Nagel in der Hand hatte..

F.f.
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon Georg » 20. Feb 2013, 11:25

Hallo Horst,
für elektrochemische Versuche, die mehr als das Prinzip zeigen sollen,
braucht man eine Quelle mit bezahlbarem Gleichstrom.
Mit Batterien wird es teuer, wenn man Galvanoplastik oder -stegie
betreiben will.
Als der Elex (?) bzw Elektromann herauskamen, waren Kupferoxydulgleichrichter
gerade mal auf dem Reißbrett, zuverlässige Gleichrichter gab es erst in den späten 30ern,
die Post setzte Trockengleichrichter ab ca. 1940 versuchsweise ein.
Noch ein praktisches Problem: man braucht auch eine Reihe von Chemikalien,
also hätten diese Versuche eher in den Allchemisten gepasst, aber den hätte
ein Trafo mit Gleichrichter und Amperemeter ziemlich verteuert.
Last not least: diese Versuche dauern ziemlich lange, Stunden mindestens,
oft Tage. Da stellt sich die Frage nach der Geduld von Kindern, nach Überwachung, usw.
Gruß
Georg
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 20. Feb 2013, 20:18

Für Experimente zu den magnetischen Wirkungen des elektrischen Stromes ist der Baukasten hingegen reich bestückt mit Spezialteilen:

Bild

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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 20. Feb 2013, 21:25

Georg hat geschrieben:...Als der Elex (?) bzw Elektromann herauskamen, waren Kupferoxydulgleichrichter gerade mal auf dem Reißbrett, zuverlässige Gleichrichter gab es erst in den späten 30ern,...

Hallo Georg,

der Kasten stammt aus dem Jahre 1949. Da gab es aber doch schon diese Selen- Gleichrichter.
In der Zeit konnte man mit einem Bausatz von RADIO-RIM ein Batterieladegerät mit einem solchen Gleichrichter aufbauen.

Gruß, Horst
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon Georg » 20. Feb 2013, 22:35

Hallo Horst,
mit "rauskam" meinte ich erstmals, und damit den Zeitpunkt
der Konzeption.
Bei Märklin mag noch eine Rolle gespielt haben, daß die Firma
Maschinenbauer unf Elektroingenieure beschäftigte, aber
wohl kaum Chemiker.
Bei Fröhlich und Kosmos war es damit besser bestellt, trotzdem
hat man nicht...
Gruß
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 22. Feb 2013, 09:23

Gegenseitige Abstoßung bzw. Anziehung zweier Spulen
Bild

Stromführender Draht im Magnetfeld
Bild

Der Versuch soll zur „Linken Handregel“ führen, hat aber bei mir früher nicht geklappt. Die beiden vorgesehenen Batterien lieferten zu wenig Strom.
Mit dem Trafo hingegen kann man infolge des Wechselstromes ein leichtes Flattern des Drahtes beobachten.

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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 23. Feb 2013, 09:04

Zur Anwendung der Magnetkraft hier als Beispiel Anleitung Nr. 80, "Signal":

Bild

Außerdem können zu diesem Thema noch folgende Versuche aufgebaut werden:
Zugkraft der Magnetspule mit Eisenkern, Elektromagnet mit Hebelarm, Bahnschranke, Kran mit Hebemagnet, Weicheiseninstrument, Wirbelstrombremse, Summer, Elektrisches Pendel, Pendelmotor, verschiedene Relais, Maximalschalter, Morse- Telegraf, Gegensprechanlage und natürlich der Elektromotor in allen Variationen.

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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon FrankR » 23. Feb 2013, 17:48

Hallo Horst!

Momentan beneide ich Dich um die schöne Erfahrung, die Du momentan hier durchspielst: Alle Experimente mit Deinem alten Baukasten nochmals aufzubauen, die Du wahrscheinlich in Deiner Kindheit bereits damit gemacht hast. Da kommt doch bestimmt einiges an Erinnerungen hoch?

Ist dieser von Dir restaurierte Kasten eigentlich der, den Du schon damals als Kind hattest und dann auf dem Dachboden verstaut hast? Oder ist es ein nachgekauftes Exemplar?

Ich freue mich darauf, endlich die Zeit zu finden, dasselbe mit meinen ersten Kosmos Baukästen (Elektromann und Radio+Elektronik 1) machen zu können ...

Du erwähnst in Deinem letzten Beitrag die Experimente, die noch zum Thema "Anwendung der Magnetkraft" durchgeführt werden können. Da bin ich doch sehr neugierig geworden! Wenn Du nicht ganz anderes vorhast und noch Zeit dazu hast, würde mich sehr interessieren, noch einige von den von Dir aufgezählten Experimenten hier zu sehen.

Das wären z.B. die Wirbelstrombremse (kenne ich garnicht), Pendelmotor, Maximalschalter (kenne ich auch nicht). Auch wäre es mal sehr interessant zu sehen, wie der Elektromotor beim Märklin ELEX - im Vergleich zu den Elektromotoren beim Kosmos Elektromann - aufgebaut war.

Also, wenn Du das machen würdest - das fände ich absolut toll!

Gruß von Frank
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 24. Feb 2013, 10:26

Hallo Frank,

mein ELEX-Kasten überdauerte die Zeit von 50 Jahren auf dem Dachboden. Allerdings hat der Pappe-Kasten in dieser Zeit besonders unter der Feuchtigkeit dort sehr gelitten. Den Deckel musste ich komplett neu anfertigen.
Mit den beiden Hörern hatte ich mir 2 Telefonapparate für eine Kastenteile- unabhängige Gegensprechanlage von meinem Kinderschlafzimmer zur Küche aufgebaut (für den Krankheitsfall!). Die Apparategehäuse hatte ich aus Weißblech zusammengelötet und auch die Gabelschalter aus Fremdmaterial selbst angefertigt.
Darauf ist jetzt auch zurückzuführen, dass der eine Hörer verschollen ist. ;-)

Deinem Wunsch, noch das eine odere andere Experiment aufzubauen und hier zu zeigen, komme ich gerne nach.

Gruß, Horst
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon Georg » 24. Feb 2013, 10:56

Hallo Horst,
du hast eine
Gegensprechanlage von meinem Schlafzimmer zur Küche aufgebaut
.
Wie sagt doch der größte Gesamtkunstwerker aller Zeiten:
"Ein jeder Jüngling hat nun mal nen Hang fürs Küchenpersonal"
Du merkst, ich bin Fachmann für Emser Depeschen. :=)
Zur Nomenklatur des "Hörers" eine Anmerkung:
Bis ca 1953 hieß das Ding "Mikrotelefon" (Kombination aus Mikrophon und Telefon)
danach wurde "Handapparat" eingeführt.
Gruß
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon duckrider » 24. Feb 2013, 12:51

"Und sündhaft ist der Mensch im ganzen, wie betet Lenchen da für Franzen!

Ich beneide Euch sehr, wenn Ihr auf Kästen aus Eurer Kindheit zurück greifen könnt. Bedaerlicherweise haben meine Kästen durch mein mangelndes Interesse in meinen 20er/30er Jahren und die Aufräumwut meiner Altvorderen nicht überlebt. Beim Kelleraufräumen meiner mittlwerweile verstorbenen Eltern habe ich den Dreifuß des Komos C1 gefunden, das ist leide alles....
Aber es gibt ja heuer Mögllichkeiten sein Geld in der elektronischen für nochmalige Erwerbung zu verjuxen, es gibt schlechtere Anlagen.
Ich freue mich auf weitere Aufbaudokumentationen!
schönen Sonntag
Thomas
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 24. Feb 2013, 15:27

Hallo Georg,

...ja, ich war schon immer etwas bequem und habe mich dementsprechend einzurichten gewußt. :lol:
Georg hat geschrieben:...Bis ca 1953 hieß das Ding "Mikrotelefon" (Kombination aus Mikrophon und Telefon) danach wurde "Handapparat" eingeführt.
...

Habe gerade nochmals im ELEX-Handbuch nachgeschaut. Dort wird das Ding "amtlich" als Fernsprecher bezeichnet. ;-) und der Kasten Nr. 503 enthält 2 Stück davon.

Gruß, Horst
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 26. Feb 2013, 08:37

Heute möchte ich mal die ELEX- Wirbelstrombremse aus Anleitung 133 vorstellen:

Bild

Dieser Versuchsaufbau fällt unter die Kategorie "Induktion".

Versetzt man die Aluminiumscheibe auf ihrer Achse mittels Schnur oder auch nur mit den Fingern in schnelle Umdrehungen, so wird sie normalerweise nach einer Weile langsam auslaufen.

Wird aber nun durch Betätigen des Tasters der Elektromagnet eingeschaltet, so bewirkt das eine schnelle Abbremsung der Scheibe. Auf den ersten Blick erscheint dieser Vorgang etwas überraschend, da Alu doch normalerweise vom Magneten gar nicht angezogen wird.

Des Rätsels Lösung sind die Wirbelströme, die infolge der Drehung (Bewegung im Magnetfeld) in dem geschlossenen Leiter Aluminiumscheibe induziert werden und eine dem erregenden Magnetfeld entgegengesetzte Magnetwirkung erzeugen. Dieser Vorgang wirkt sich bremsend und Wärme entwickelnd auf die Aluminiumscheibe aus.

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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 2. Mär 2013, 22:20

Versuch Nr. 149:
Aufbau eines Stromkreises mit Maximalschalter

Bild

Die Bezeichnung "Maximalschalter" bezieht sich hier auf die Stromstärke. Die Magnetspule und die Stromquelle sind mit einem Schiebewiderstand in Serie geschaltet, mit dem die Stromstärke im Kreis verändert werden kann.

Mit zunehmender Stromstärke wird der Eisenkern immer stärker in die Magnetspule hineingezogen. Am Eisenkern ist über eine Schnur das eine Ende des Schalthebels befestigt. Auf seiner anderen Seite greift der Schalthebel als Hemmung in einen Feder-gespannten Ausschalter (Messingbügel). Wird diese Hemmung infolge der steigenden Kraft des Magneten auf der anderen Seite des Hebels aufgezogen, so öffnet sich der vorgespannte Schalter, der auch in dem beschriebenen Stromkreis liegt und unterbricht diesen. Die Lampe liegt parallel zur Spule und dient lediglich als Zustandsanzeige.

Seine Anwendung findet dieses Prinzip als Schutzschalter vor zu hohen Strömen in Sicherungen, Motorschutzschaltern usw.

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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 4. Mär 2013, 12:20

Sehr viel Raum widmet Märklin im ELEX-Handbuch dem Elektromotor:

Bild

Mit den Möglichkeiten eines Metallbaukastens ist natürlich ein grundsolieder Aufbau machbar, mit dem man sogar Modell-Maschinen kraftvoll antreiben kann. Aber hier geht es in erster Linie um die Vermittlung eines grundlegenden Verständnisses der Konstruktion des Elektromotors in verschiedenen Schaltungsvariationen. Dzu möchte ich nur mal ein paar Stichworte anführen:

Prinzip des Elektromotors (Anleitung 87)
Dreiteiliger Anker, Nutenanker (Anleitungen 89 und 90)
Fremderregter Motor im Betrieb (Anleitung 93)
Umkehr der Drehrichtung des fremderregten Motors (Anleitung 94)
Fremderregter Motor mit Anlasswiderstand (Anleitung 96)
Nebenschlussmotor im Betrieb (Anleitung 98)
Hauptstrommotor im Betrieb (Anleitung 101)
Umkehr der Drehrichtung des Hauptstrommotors (Anleitung 102)
Anschluss von Motoren an Wechselstrom (Anleitung 103)
Drehzahlregelung beim Hauptstrommotor (Anleitung 104)
Kraftvergrößerung durch Zahnräder (Anleitung 106)
Fremderregter Dynamo (Anleitung 121)
Entstörung eines Motors (Anleitung 136)
Elektrisches Pendel (Anleitung 142)
Pendelmotor (Anleitung 143)

Damit endet meine Vorstellungsreihe von Experimenten zu den Wirkungen des elektrischen Stromes mit dem MÄRKLIN- Elex.

Gruß, Horst

P.S.
Irgendwann würde ich eine Reihe über mit M.-Elex aufgebaute Messinstrumente anschließen wollen, wenn das hier von Interesse ist.
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon FrankR » 5. Mär 2013, 11:32

Hallo Horst,

vielen Dank für die Vorstellung der Experimente, die ich vor einiger Zeit von Dir erbeten habe!

Einfach toll! Ich habe nie geahnt, daß Märklin ein so weitgespanntes Feld von E-Technik Versuchen mit diesen Kästen abgedeckt hat.
Da kommt selbst Kosmos zu seinen besten Zeiten (Baukasten Elektrotechnik) nicht heran!

Besonders interessant fand ich persönlich den Versuch mit der Wirbelstrombremse, da ich das Prinzip überhaupt noch nicht kannte.
Aber auch die vielen Versuche allein zum Thema "Elektromotor" machen mich sehr neugierig auf diesen Baukasten - oder wenigstens auf das Anleitungsbuch.
Mal sehen, ob ich die Anleitung irgendwo auftreiben kann (es gibt ja außer eBay auch noch das ZVAB!)

Und natürlich bin ich auch interessiert an den Versuchen zur Thema "Messinstrumente" (da werde ich aber wohl nicht der einzige Interessierte sein)!

Nochmals Danke für die Vorstellung Deiner Versuche mit diesem wohl sehr interessentan Baukasten!

Frank
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon Georg » 5. Mär 2013, 12:45

Hallo Horst,
das Bild mit dem Motor zeigt links vom Anker eine Strebe, die den
Abstand der Polschuhe fixiert.
Aus Eisen/Stahl darf die eigentlich nicht sein, da das einen
zumindest partiellen magnetischen Schluß am Anker vorbei
bedeuten würde.
Bisher hatte ich gedacht, daß die blanken Teile im Elex einfach
vernickelte (anstatt lackierte) normale Teile seien.
Bestehen die evtl. aus einem amagnetischen Material?
Alu? Edelstahl? MS verchromt/vernickelt?
Gruß
Georg
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon buedes » 5. Mär 2013, 13:49

Hallo Georg,

du hast mir jetzt gerade geholfen, die richtige Bezeichnung zu finden für ein Material, das nicht von einem magnetischen Feld beeinflussbar ist: amagnetisch

Ja, was ist das für ein Stoff? Aluminium ist es nicht, dafür ist es zu schwer. Ein Feilversuch lässt auch erkennen, dass kein Messing drunter ist. Bleibt wohl nur noch Edelstahl übrig.

Außer den beiden Bügeln besteht auch die Grundplatte aus diesem Material.

Gruß, Horst
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Re: Märklin ELEX und die Wirkungen des el. Stromes

Ungelesener Beitragvon Georg » 5. Mär 2013, 15:52

Hallo Horst,
ich sah gerade, daß auch rechts von der Feldpule so ein Doppelwinkel
angebracht ist. Dem schaut man genau auf die Kante, deswegen ist
er nicht so auffällig.
Da ja auch wohl ein Kern in der Feldspule drin ist, ist das System statisch
überbestimmt, (nicht sehr ingenieurmäßig :=) oder übersehe ich da etwas?
Das Material ist dann wohl 18/8, was zumindest vor dem Krieg recht
ungewöhnlich war. Theoretisch wäre noch Neusilber möglich, aber das
wäre noch devisenträchtiger gewesen.
Der Ausdruck "amagnetisch" ist in der Materialkunde üblich, in der Bedeutung
nicht ferromagnetisch. Du erinnerst dich evtl noch an den amagnetischen
Stahl aus Österreich, der in den 50/60ern zu deutschen U-Booten verarbeitet
wurde. Irgendwie gab es damals Probleme, ich glaube mit der Korrosion.
In der Physik würde man da ein wenig die Nase rümpfen, denn wenn nicht
ferromagnetisch (oder ferri-), dann ist jedes andere Material diamagnetisch,
aber seis drum, diese Feinheit kann man in der Technik fast immer
vernachlässigen.
Gruß
Georg
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