NEVA Optik anderer Jahrgang

z.B. Baukästen für Mechanik, Technik, Chemie, oder Optik, für Zubehör und alles, was irgendwie zum Thema passt...

NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon Georg » 27. Jan 2017, 12:42

Den hier im Forum
von Hrn. Ruprecht angebotenen Kasten mußte ich erwerben.
(Hier sitze ich, ich konnte nicht anders :=)
Der Kasteninhalt ähnelt weitgehend dem von Horst vorgestellten
Materialsatz.
Allerdings gibt es bei den Teilen Abweichungen, vor allem sieht
meine Anleitung wesentlich anders (älter) aus.
Horst hat auch nicht den Holzkasten dazu, während mir das
Stativmaterial fehlt. Das Stativ hätte zum Einen nicht in den Kasten
gepasst, andererseits wurde Stativmaterial übergreifend für
alle Neva-Lehrmittel benutzt.
Insofern denke ich, daß es berechtigt ist, meinen Kasten hier
auch vorzustellen.

Bild

Unten der geöffnete Kasten mit Inhalt, augenfällig ist ein Unterschied
zum Gerät von Horst, mein Lampenrohr ist vernickelt,

Bild

während das in Horsts Materialsatz mit schwarzem Runzellack behandelt ist.

Bild

Der Einband der Anleitung besteht aus einem grünlichen, leicht
genarbten Karton, in Frakrur bedruckt:

Bild

Ich erinnere mich noch an diese spezielle Schrift ohne jede Rundung
aus dem Zeichenunterricht um 1958, wir mußten ein Zeichenblockblatt
mit einer speziellen Feder (breit, schräg angeschnitten) beschreiben.
Wie das leicht genarbte Papier damit bedruckt wurde, gibt mir
Rätsel auf. (Siebdruck?, Handschrift?)
Die Anleitung selbst enthält nur Text in Schreibmaschinenschrift,
könnte somit hektographiert sein:

Bild Bild

In der Anleitung liegt ein Heft mit den Zeichnungen zu den Versuchen bei:

Bild Bild Bild

Das Papier dieses Hefts ist etwas "pergamentig" im Griff und leicht durchscheinend,
ich mußte ein Druckerpapier hinterlegen, damit die nächte Seite nicht durchschimmerte.
Gruß
Georg
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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon buedes » 27. Jan 2017, 21:12

Hallo Georg,
hier nochmal die Anleitungen im direkten Vergleich. Auch die Firmierung hat sich geändert.
Meine Ausgabe unten müsste so aus den 60-iger Jahren stammen.


Bild
Bild
Gruß, Horst
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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 27. Jan 2017, 23:55

Georg hat geschrieben:Den hier im Forum
von Hrn. Ruprecht angebotenen Kasten mußte ich erwerben.
(Hier sitze ich, ich konnte nicht anders :=)


Aha, Georg - Du bist also der Schlingel, welcher... ;-)

Danke für's Vorstellen, ergänzt unser Schwarmwissen um weitere Punkte.

VG
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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon Georg » 28. Jan 2017, 10:55

Aha, Georg - Du bist also der Schlingel, welcher... ;-)


Oho Martin,
so isses ;-)
Wenn dich etwas näher interessiert, kann ich gerne
weitere Photos oder Scans posten.
Gruß
Georg
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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 28. Jan 2017, 12:19

Georg hat geschrieben:Wenn dich etwas näher interessiert, kann ich gerne
weitere Photos oder Scans posten.


Thx!

Da komme ich gerne drauf zurück, wenn ich wieder mehr mit Optik machen werde.
Im Moment ist es eher mehr Mechanik.
(Hab gerade noch nen französischen Optikkasten (aus den 1960ern?) erwerben können, leider ohne Handbuch, dafür mit tollen Teilen -- allerdings war der als Hobbykasten konzipiert, nicht als Lehrmittel wie die von Neva; allein, es fehlt die Zeit...)

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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon buedes » 28. Jan 2017, 14:23

Hallo Georg,

um das dir noch fehlende originale NEVA- Stativmaterial mal im Bild zu zeigen, habe ich hier den Versuch Nr. 30 damit aufgebaut:

Bild
Bild

Übrigens im Schulmuseum Ottweiler scheinen sie eine ziemlich komplette Sammlung dieser NEVA-Lehrmittel zu haben.

Gruß, Horst
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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon Georg » 28. Jan 2017, 15:41

Hallo Horst,
vielen Dank, daß du Bilder vom Neva-Stativmaterial hier bringst.
Nach den Bildern in meiner Anleitung sehen die Füße kleiner aus,
aber vermutlich sind die Bilder nicht maßstäblich in den Nebensachen .

Dein Aufbau ist aber auch "kulturhistorisch" interessant, da da Runzellack
und Hammerschlag zusammentreffen.
Der Runzellack beherrschte das Feld der industriellen Metallackierung
(außer Auto) von der 2. Hälfte der 20er bis in die 50er hinein.
Dann wurde er für einige Jahre vom Hammerschlag abgelöst,
bis dieser in Acht und Bann geriet.

Beide Lackarten hatten ihren Hauptzweck darin, Metallobjekte so
zu kaschieren, daß Ungenauigkeiten, Kratzer, Schleifriefen
(Kurz möglichst alle Macken) ohne Spachteln, Vorstreichen etc.
unsichtbar wurden.

Der Runzellack war ein Muß auf optischen Geräten, aber auch viele
Blechgehäuse wurden damit lackiert. Die Applikation und vor allem das
Einbrennen erforderte genaues Einhalten div. Parameter, deswegen
brauchte der Anwender eine geübte Lackierermannschaft.

Hammerschlag beruhte auf einem Silikonadditiv, das beim Trocknen
den Effekt (große Benardsche Zellen, sichtbar durch die Aluminiumflitter)
hervorrief und konnte auch von angelernten Kräften verarbeitet werden.
Aaaber das dicke Ende war, daß dieses Additiv in normalen Lackierereien
heftige Störungen durch sog. "Krater" verursachte.
Selbst minimale Spuren, verschleppt duch Wischlappen, Reinigungsverdünnung
etc. ruinierten ganze Tagesproduktionen.
Deswegen wurde der Hammerschlaglack aus vielen Industriebereichen
verbannt, selbst hammerschlaglackierte Objekte (z. B. Werkzeug)
durften nicht ins Werk.
Inzwischen wird dieses Segment von Pulverlack beherrscht, der
"dick aufgetragen" werden muß (aus anderen Gründen) und
damit nebenbei auch die Macken des Metallbaus überdeckt.
Übrigens war der Hammerschlag der Vorläufer der Metalliclacke,
man brauchte dazu zunächst nur das Silikonadditiv weglassen.

Gruß
Georg
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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon buedes » 28. Jan 2017, 19:42

Hallo Georg,

die Seite mit Versuch Nr. 30 aus meinem Anleitungsheft habe ich oben zur Erläuterung noch ergänzt.

Die Lackierung der Lampe ist ja stark ramponiert. Meinst du, man kann die Fehlstellen im Runzellack einigermaßen fachmännisch ausbessern. Es gibt ja heute "Schrumpflack" zu kaufen. Aber das wird wohl dasselbe sein.

Und hier noch die direkte Gegenüberstellung Hammerschlaglack- Runzellack.

Bild

Gruß, Horst
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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon Georg » 28. Jan 2017, 22:20

Hallo Horst,
der klassische Runzellack war lufttrocknend, stark ungesättigt und
wurde mit viel Sikkativ versetzt, vor allem solchen Sikkativen, die
bevorzugt die Oberfläche der Lackschicht oxidierten.
Ich hatte in den 90ern mal nachgeforscht, aber es schien niemand
produzierte mehr so was.
Ich hatte Glück, daß ich um 1990 noch eine Reihe von Kollegen
befragen konnte, die noch wußten "wie man das machte",
bevor diese Generation (früh-)pensioniert wurde.
Später stolperte ich dann mal über das Rezept eines Runzel-Coil-Lacks,
der aber nicht nachgefragt wurde, somit konnte ich nichts (ab-)bekommen.
Vermutlich hätte ich die Applikationsbedingungen nicht nachstellen können.
Diese Runzellacke funktionieren mit einem Additiv.
Dank Internet stieß ich dann später mal auf Spraydosen bei einigen
Händlern. Die kamen aus USA und zielten auf den dort recht lebendigen
Nostalgie-Markt für originalgetreue KFZ-Zubehörteile.
Jetzt die schlechte Nachricht:
Weder mit dem alten lufttrocknenden, noch mit den heutigen Spraydosen
kannst du die Löcher im Lack der Lampe reparieren.
Es ist einfach so, daß sich die Struktur nur großflächig ausbildet,
ein kleiner Fleck wird einfach nix.

Du müßtest also den alten Lack entfernen, und ganz neu lackieren.
Das ist mit dem Sprühlack nicht ganz einfach, da er recht dick aufgetragen
werden muß, aber ohne Läufer. Ich hatte mir mal so eine Sprühdose
gekauft, aber funktioniert hat das bei mir nur bei liegenden Blechteilen.
Letzten Endes habe ich aufgegeben.
Gruß
Georg
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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 29. Jan 2017, 12:26

Georg hat geschrieben:Jetzt die schlechte Nachricht:
Weder mit dem alten lufttrocknenden, noch mit den heutigen Spraydosen
kannst du die Löcher im Lack der Lampe reparieren.
Es ist einfach so, daß sich die Struktur nur großflächig ausbildet,
ein kleiner Fleck wird einfach nix.

Du müßtest also den alten Lack entfernen, und ganz neu lackieren.


Dann muss man sich (ketzerischerweise) auch die Frage stellen, ob sich das überhaupt lohnt, d.h. ob es ein möglichst im Originalzustand zu erhaltendes Sammlerstück ist, oder ob es "nur" darum geht, ein Experimentiergerät gut zu warten und für viele weitere Experimente zu erhalten - sprich: Ob es nicht einfacher wäre, den alten Lack komplett zu entfernen und einen aktuellen aufzutragen.

Freue mich auf den jetzt losbrechenden Sturm der Entrüstung :-)

VG
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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon buedes » 29. Jan 2017, 18:06

Hallo Martin!

...keine Entrüstung...schonend restauriert! :lol:

Lampe restauriert2.jpg
Lampe restauriert2.jpg (53.35 KiB) 2201-mal betrachtet


Gruß, Horst
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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 29. Jan 2017, 19:43

buedes hat geschrieben:...keine Entrüstung...schonend restauriert! :lol:


Ui, und sogar besser als im Originalzustand ... ;-)

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Re: NEVA Optik anderer Jahrgang

Ungelesener Beitragvon Georg » 29. Jan 2017, 20:54

Hallo,
hier mal zum Vergleich die Lampe in meinem Kasten
etwas größer. Man sieht daß die beiden Schrauben,
die das Bodenteil halten, kleine Rundkopfschrauben sind.
Horsts Lampe hat an dieser Stelle zwei Rändelschrauben.

Bild

Bei der Gelegenheit noch die Glühbine aus der Lampe, eine
Osram 7568 12 Volt 35 Watt Sockel BA15s .Diese Kolbenform
kenne ich bisher nur aus optischen Geräten.

Bild

Gruß
Georg
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