Die Hausklingel

Alles, was bei der Anwendung der Kästen hilfreich sein kann...

Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon duckrider » 2. Mär 2013, 09:44

Die folgende Beiträge sind aus "Vosicht Kosmos Radio Elektronik 100 und 101" entnommen und hier weitergeführt worden.
JuergenK


Ich weiß, man soll nicht auf solche Angebote eingehen, die nicht wirklich sauber beschrieben sind:
http://www.ebay.de/itm/170992463011?ssP ... 1439.l2649

Das in der Offerte abgebildete Döschen "Reorganin", ein Mittel gegen Angst- und Spannungszustände lies mich aber hoffen, dass es schon gut gehen wird. :roller:
Der Umgang mit dem Verkäufer war nicht ganz einfach, ich musste überweisen, paypal als Käuferabsicherung war nicht drin. Eine Rückgabe musste ich vorher ausschliessen.

"Aber watt willste machen, wenn ett in die Finger juckt!"

Da ich noch keinen E-Technik Kasten besitze und im Thema unerfahren bin, ich hab's getan:
Und siehe da, der Kasten kam an: Vollkommen verdellerte Aussenpackung, Klappergeräusche aus dem Inneren lassen nichts Gutes erahnen.
Im Paket: Der Kasten, wie auf den Fotos angeboten, in einer großen PanAm Kunststofftasche, damit die Teile nicht verlustig gehen, immerhin.
Aber alles, wirklich alles durcheinander, ein Chaos ohne Gleichen.

Eine Stunde später: Totalfreu! :ausflipp:

Der Kasten ist bis auf ein zerbrochenes Glasblättchen, die kleine Korkscheibe und ein Isolationsrohr KOMPLETT und "UNBESPIELT"!
Die Pappbögen sind noch komplett aneinander, das Anleitungsbuch neuwertig, das Elementglas noch heil, sogar in der Cellophanhülle drin.

Kurzum: Schwein gehabt!

Dies ist weder eine Werbung für den Anbieter, noch für ebay, noch für unvernünftiges Bietverhalten. Ich wollte nur mal meiner Freude Ausdruck verleihen und Euch etwas die "Nase lang machen" :thumb:

Schönes Wochenende
Thomas
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Re: Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon Georg » 2. Mär 2013, 11:11

Hallo Thomas,
der Kasten war mir auch aufgefallen, ich hatte den Verkäufer
angeschrieben wegen des Teils mit den auffällig gelben
Spulenkörpern (Welches nicht dazugehört)
Er hat sich nicht gemeldet.
Ist dieses Teil eine Klingel?
Gruß
Georg
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Re: Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon buedes » 2. Mär 2013, 11:20

Hallo Thomas,

Glückwunsch zum gesteigerten Kasten!
Stell doch mal Bilder ein, wenn du ihn aufgeräumt hast.

Wie ich sehen kann, ist sogar noch ein Zusatznutzen enthalten: eine komplette Hausklingelanlage. :zwinkie:

Gruß, Horst
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Re: Vosicht Kosmos Radio Elektronik 100 und 101

Ungelesener Beitragvon Georg » 2. Mär 2013, 11:48

Ist erledigt, da Illtum
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Re: Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 2. Mär 2013, 11:56

War das ein Sofortkauf? Der Kasten sah sehr unvollständig aus, das war mutig. Ich besitze die Version von 1959, vor etlichen Jahren fast vollständig für 30€ ersteigert. Ich habe sämtliche Versuche ausgeführt, auch wenn ich dafür den Konstantandraht zerschneiden mußte. Das Telefon tut bei mir nicht. Hast Du die Kohlen? Das Glasrohr mit zwei Korken auf dem Foto ist leer.
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Re: Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon duckrider » 2. Mär 2013, 13:55

Dank Für Euer Interesse!

Der Kasten war als Sofortkauf angeboten, der Preis war so eben an meiner Schmerzgrenze.
Hier erst mal ein Foto der beiden Spulenkörper, das schwarze Blechdeckelchen passt als Gehäuse drüber.

Zum linken, vorderen Kontakt geht ein Federblech, das auf der rechten Spule befestigt ist:
P1040110.JPG
P1040110.JPG (162.1 KiB) 8044-mal betrachtet

Der nach oben abstehende Draht ist wohl drangebastelt, gehört nicht dazu.
Die Unterseite:
P1040111.JPG
P1040111.JPG (159.83 KiB) 8044-mal betrachtet

Ein Klingelkörper zum Bimmeln fehlt halt, es sein denn das schwarze Deckelchen dient dazu.

Weiter war noch ein schöner Bakelittaster, zwei Fahrradventile und ein Metallbogen drin:
P1040113.JPG
P1040113.JPG (159.48 KiB) 8044-mal betrachtet

...und das Arzneidöschen.

Fotos vom Kasten versuche ich morgen rein zu stellen, jetzt muss ich weiter Samstagsfron verrichten.
Gruß
Thomas
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Re: Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon Georg » 2. Mär 2013, 15:34

Hallo Thomas,
es gab durchaus auch Wecker ohne klingende
Glockenschalen, meist als Schnarre bezeichnet.
Eine andere Anwendung, als Summer bezeichnet,
sollte möglichst gar kein Geräusch machen.
Die Summer dienten zur Erzeugung von tonfrequenten
Schwingungen oder bis in den Kurzwellenbereich.
Die Tonfrequenzen dienten zum Betrieb von Wechselstrom-
meßbrücken (mit Telefon als Indikator).
Im Rundfunkwellenbereich dienten sie als einfache Prüfgeräte,
im Radiomann als Funkensender.
Gruß
Georg
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Re: Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon wolfgang » 2. Mär 2013, 17:44

Hallo Thomas,

vor allem die Fahrradventile steigern natürlich den Wert des Kastens nahezu ins unermessliche ;-)

Gruß
Wolfgang
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Re: Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon meiseAC » 2. Mär 2013, 19:29

Das sind immerhin Ventile ohne Gummi. Früher nannten wir die Blitzventile und so ausgerüstet ließ sich der Schlauch viel leichter aufpumpen als mit den Ventilen mit dem kleinen Schlauch.

viele Grüße

Rolf
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Re: Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 2. Mär 2013, 20:10

wolfgang hat geschrieben:vor allem die Fahrradventile steigern natürlich den Wert des Kastens nahezu ins unermessliche ;-)


Eher um 1,20€ http://www.amazon.de/Alligator-Blitzventil-Fahrradventil-Fahrrad-Staubkappe/dp/B002NH1BRY. Vielleicht kann man die Beiträge in ein neues Thema abtrennen, denn mit Kosmos 100/101 hat das nichts zu tun.

Ich würde mich hingegen freuen, Beschreibungen von Versuchen oder sonstige Erfahrungen mit diesem Kasten zu lesen, die über die reine Restaurierung hinausgehen (viel zu restaurieren scheint nicht nötig). Im Gegensatz zum kleinen Bruder Elektromann hat der Baukasten Elektrotechnik nämlich schon einen gewissen physikalisch-technischen/ingenieurwissenschaftlichen Anspruch.
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Re: Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon buedes » 3. Mär 2013, 02:57

Georg hat geschrieben:...
es gab durchaus auch Wecker ohne klingende
Glockenschalen...

Hallo Georg,

dem am Federarm vorhandenen Unterbrecher nach zu schließen, scheint es ein Gleichstrom- Summer gewesen zu sein (der bei anderer Beschaltung unten, unter Umgehung des Unterbrechers, auch für Wechselstrom zu gebrauchen war). Der nachträglich am Hammer befestigte und nach außen geführte starke Draht diente sehr wahrscheinlich dazu, die dem Kasten beiliegende Glocke anzuschlagen, um so dennoch eine Klingel daraus zu machen.
Damit erübrigte sich dem Kastenbesitzer das etwas umständliche Zusammensetzen der Klingel aus Kastenteilen. Oder man hat damit sogar eine Gegen- Klingel-/Summer- Anlage aufgebaut.

Da ja auch dieser runde Taster im Kasten ist, deutet das ganze auf eine abgebaute Tür-Summer-Anlage.

Gruß, Horst
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Re: Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon Georg » 3. Mär 2013, 12:25

Hallo Horst,
die Gegen-Klingelanlage gefällt mir als Erklärung ganz gut.
Aber das:
der bei anderer Beschaltung unten, unter Umgehung des Unterbrechers, auch für Wechselstrom zu gebrauchen war)

ist praktisch unmöglich, denn dazu müßte der Anker mit 100 Hz schwingen.
(oder mit 50, wenn das System vormagnetisiert ist, was aber wiederum der Verwendung als
Unterbrecherklingel entgegensteht)
Wechselstromwecker sind fast immer symmetrisch aufgebaut und
vormagnetisiert.
In Fernsprechern wurden sie obendrein mit Wechselstrom von ca 16 bis 20 Hz
betrieben, um die Konstruktion zu erleichtern und das Geräusch halbwegs
angenehm zu gestalten.
Gruß
Georg
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Re: Die Hausklingel

Ungelesener Beitragvon buedes » 3. Mär 2013, 14:37

Hallo Georg,

hier habe ich mal meine Klingel fotografiert:

Bild

Es ist eine reine Wechselstromklingel, welche nur am Klingeltrafo funktioniert. Die Feder am Klöppel sieht zwar aus wie ein Unterbrecher, dient jedoch nur der Vorspannung des Hammers und auch die Stellschraube dort hat keinen elektrischen Anschluss. Die beiden Spulen liegen in Serie im Stromkreis. Und der Klingelton ergibt sich praktisch aus der Netzfrequenz.
Vormagnetisiert ist da nichts.!


Gruß, Horst
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