Kompassnadeln

Ideen und Vorschläge zur Beschaffung, zum Nachbau, zum Ersatz oder zur Wiederaufbereitung alter Kästen oder Bauteile

Kompassnadeln

Ungelesener Beitragvon Georg » 19. Feb 2014, 12:19

Diverse
Baukästen enthalten Kompassnadeln, sei es als Kompass oder als Tangentenbussole
(manchmal fälschlich als Galvanometer bezeichnet)
Bei den einfachen Kompassnadeln ist die Form symmetrisch, eine Hälfte ist meist
gebläut, die andere blank.
Das gebläute (oder schwarze) Ende ist üblicherweise der Nordpol, in der Anleitung
zum Baukasten Siemens Elektro ist das ausdrücklich so vermerkt.
Zu meiner Überraschung stellte ich nun fest, daß die Nadeln in meinen Siemens-Kästen
durchweg (auch die Inklinationsnadeln) anders herum gekennzeichnet sind.
Da dies inzwischen 7 Nadeln mit dieser Ungereimtheit sind, kann man Zufall wohl
ausschließen.
Mich würde interessieren, ob das auch bei weiteren Kästen (auch Kosmos) der Fall ist.

Bild

Meine Nadeln habe ich ummagnetisiert, einfach wie oben im Bild in die Spule 600 W 4 Ohm
gesteckt und kurz mit einer Flachbatterie angetippt.
Gruß
Georg
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Re: Kompassnadeln

Ungelesener Beitragvon buedes » 19. Feb 2014, 14:00

Hallo Georg,

bei den ersten Versuchen mit meinem neuen Supermagneten sind mir solche Umschläge auch passiert. Aber das Ummagnetisieren ist ja - solchermaßen ausgerüstet - kein Problem.

Mich würde nur interessieren, ob das der Magnetnadel schadet, und wie oft die das aushält.

Gruß, Horst
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Re: Kompassnadeln

Ungelesener Beitragvon Georg » 19. Feb 2014, 16:09

Hallo Horst,

Mich würde nur interessieren, ob das der Magnetnadel schadet, und wie oft die das aushält.


Magnetisierung ist mikroskopisch die Verschiebung von sog. "Bloch-Wänden", die Grenzen
der Weißschen Bezirke. Bezirke mit annähernd feldparalleler Ausrichtung der Einzelmomente
wachsen auf Kosten benachbarter Bezirke, die entgegengesetzt oder quer zur Feldrichtung
magnetisiert sind. Da ist nichts "materielles" beteiligt.
In einem Trafokern geschieht das 100 mal pro Sekunde, und das Jahrzehnte lang.
Unterschied ist nur, daß das in einem permanentmagnetischen Material deutlich
stärkere Wärmeentwicklung nach sich ziehen würde.
Die hartmagnetischen Eigenschaften von Stahlmagneten hängen an einer hohen Dichte von
Kristallfehlern, sog Versetzungen. Diese verhindern, daß die Blochschen Wände nach
Abschalten des Feldes wieder leicht in die Ausgangslage zurückgehen.
Was einen Magneten schädigt ist alles, was den Kristall ausheilt: hohe Temperatur, Zeit,
Normalglühen und langsam abkühlen lassen und starke mechanische Erschütterungen.
(Hämmern und ähnliches)
Also: es schadet nicht, und die Nadel hält das zigmillionen mal aus, darf dabei aber nicht
sehr heiß werden.
Gruß
Georg
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Re: Kompassnadeln

Ungelesener Beitragvon buedes » 19. Feb 2014, 18:31

Hallo Georg,

wenn dem so ist, und das Ummagnetisieren nicht schadet, dann könnte ich doch das Prinzip übertragen auf meine geplante Testmethode für den Magnetisierer: Ich möchte dazu einen alten Hufeisenmagneten verwenden, der entmagnetisiert und wieder aufgeladen werden soll. Und das müsste dann wiederholt möglich sein, um damit etwaige Verbesserungen meiner Lademethode und deren Wirksamkeit überprüfen zu können.

Gruß, Horst
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Re: Kompassnadeln

Ungelesener Beitragvon Georg » 8. Mär 2014, 12:33

Hallo,
ein Nachtrag zu den Kompassnadeln in den Siemens-Kästen:
Bei denen ist das Nord-Ende nicht gebläut/geschwärzt, sondern
mit einem dünnen blauen, transparenten Lack überzogen.
"Normal" bei allen Nadeln, die ich bisher sah, ist die vollständige
Bläuung/Schwärzung (evtl in einem Aufwasch mit dem Härten)
und anschließend wird das Südende abgeschliffen.
Man lernt nicht aus :=)
Gruß
Georg
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Re: Kompassnadeln

Ungelesener Beitragvon Georg » 20. Mai 2014, 12:01

Und noch zwei...
Gerade hab ich einen Baukasten Siemens Elektro ausgepackt, und
wie sind die Nadeln gekennzeichnet?
Dreimal dürft Ihr raten ...
Gruß
Georg
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Re: Kompassnadeln

Ungelesener Beitragvon Georg » 7. Okt 2015, 19:27

Hallo,
zu meiner Überraschung gibt es was Neues:
In einem Baukasten Rundfunktechnik fand ich die Nadel "richtig herum":
Das nordweisende Ende ist blau eingefärbt!
Gruß
Georg
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Re: Kompassnadeln

Ungelesener Beitragvon lunar_surfer » 1. Dez 2015, 19:40

Das nordweisende Ende der Kompassnadel ist doch der magnatische Südpol der Nadel.
In meinem 1974er Elektromann zeigt das blaue Ende nach Süden, also ist da der magnetische Nordpol der Nadel.
In Abschnitt 34 und 37 der Anleitung ist das Gegenteil der Fall: Da weist das blaue Ende nach Norden. Die Nadel ist also falsch gepolt.

Nachtrag: Es war eine Sache von einer Minute, die Nadel mit Spule und Batterie umzupolen. Jetzt zeigt Blau nach Norden.
Wieder was repariert. 8)
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Re: Kompassnadeln

Ungelesener Beitragvon Georg » 1. Dez 2015, 20:58

Hallo lunar_surfer,

Das nordweisende Ende der Kompassnadel ist doch der magnatische Südpol der Nadel.


Der folgende Link hat einen sehr passenden Namen zu dem Problem:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kompass#V ... .C3.BCdpol

Gruß
Georg
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Re: Kompassnadeln

Ungelesener Beitragvon lunar_surfer » 1. Dez 2015, 22:29

Die Erde hat im geographischen Norden also einen magnetischen Südpol.


Das ist ja krass! :shock:
Warum hat man dann nicht gleich den geographischen Norden zum Süden umdefiniert?

Zur Vermeidung dieser sprachlichen Ambivalenz werden in jüngerer Zeit auch die Termini „arktischer Magnetpol“ und „antarktischer Magnetpol“ verwendet.


Na toll. :roll: Dann haben wir noch eine weitere Definition von magnetischen Polen. Ich habe noch eine: Hier, wo ich im Moment sitze, ist ab sofort der Westpol! :roller:

Man hat sich ja bei der Stromrichtung auch so einen Fehlgriff geleistet. Da ist die technische Stromrichtung entgegen der Fließrichtung der Elektronen definiert. Und der Pluspol hat einen Überschuss an negativen Ladungen. Das sind wissenschaftliche Altlasten, die auf denselben Müllhaufen gehören wie Zoll, Fuß und Meile.
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Re: Kompassnadeln

Ungelesener Beitragvon Georg » 1. Dez 2015, 23:35

Man hat sich ja bei der Stromrichtung auch so einen Fehlgriff geleistet.
Da ist die technische Stromrichtung entgegen der Fließrichtung der Elektronen definiert.
Und der Pluspol hat einen Überschuss an negativen Ladungen.


Und was wäre gewonnen, wenn man die physikalische (nicht technische!) Stromrichtung
in Richtung der Elektronendrift definiert hätte?
In einem p-Halbleiter oder im Bleiakku sind die vorherrschenden Ladungsträger
positiv geladen, die bewegen sich entgegengesetzt zu Elektronen, also mit der
physikalischen Stromrichtung.
In Salzlösungen ist die Beweglichkeit der beiden Ionensorten in etwa gleich groß,
die Ladungsträger fließen also je zur Hälfte in entgegengesetzter Richtung.
Wie soll man da die Richtung festlegen?
Das mit dem Pluspol habe ich nicht verstanden. Wenn du mit Pluspol das Metallstück
meinst, das aus einer Batterie, Akku oder Netzteil herausschaut und mit einem
"+" gekennzeichnet ist, dann hat das einen Elektronenunterschuß (Verglichen mit
einem Stück Metall, das nicht in einem Stromkreis liegt.
Gruß
Georg
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