Radio + Elektronik A -- Pultertüchtigung u. a. m.

Ideen und Vorschläge zur Beschaffung, zum Nachbau, zum Ersatz oder zur Wiederaufbereitung alter Kästen oder Bauteile

Radio + Elektronik A -- Pultertüchtigung u. a. m.

Ungelesener Beitragvon hgd » 17. Aug 2013, 23:54

Hallo Liste,

ich war längere Zeit nicht hier und wurde zunächst von der Fülle der "threads" beinahe erschlagen. Beim Wiedereinlesen konnte ich mit den Autoren einiger Postings stark "mitfühlen", dann auch darum geht es: die nostalgische Komponente ist mit vielem verbunden, was wir mit "unseren Kästen" tun. Mich hat es nach einigen Monaten AFu (mit 10 W rund um die Welt) auch wieder zum Experimentieren und Basteln zurück gebracht, aus denen ich eine sehr große Freude und Befriedigung ziehe. Das macht einfach trotz aller Probleme einfach viel Spass.

Berichten möchte ich heute über eine Rekonstruktion eines Pults aus einem Radio + Elektronik Kasten A, Messungen an den Drehkos und Mittelwellen Spule, vielleicht noch ein kurzer Ausblick auf "LF" und "VLF". Falls ich dort Ergebnisse erziele, wede ich diese im "Bastel-und-Experimentier-Bereich" des Forums posten. Hier liegt der Schwerpuntk bei R + E.

Kontaktloses Pult

Das letzte ersteigerte Pult aus einem A-Kasten (es war der dritte A- bzw. 7A-Kasten) war absolut unbrauchbar, weil die Cu-Klemmen keinerlei elektrischen Kontakt zuliessen. Anders als bei den sensiblen Brettchen, wo ich inzwischen begonnen habe, mit Schlüsselfeilen die Kanten der Durchstecköffnungen aufzurauen (gewissermassen in vivo), versuchte ich die Cu- und Ms-Klemmen vom schwarzen Experimentierpult zu lösen und einer chemischen Behandlung in vitro zuzuführen.

Anstöße, dies zu tun, gehen auf frühere Beiträge hier im Forum zuruck.

Aufbohren der Nietverbindung mit 3-mm-Bohrer

Zunächst ging ich mit 3-mm-Bohrer daran, die umgebördelten (vielleicht sagt man anders dazu) Nietverbindung soweit aufzubohren, bis sich die Cu- und Ms-Klemmen (Ms-Klemmen für die 4,5-V-Batterien) im Innern des Pults lösen liessen. Das Ergebnis war gemischt, mal bekam ich kleine Löcher (Bohrungen) zu sehen, dann wurden die Löcher durchs Aufbohren größer.

Ich stelle aber fest, dass die von mir für das neuerliche Befestigen vorgesehenen Ms-Schrauben M2, mit ihren Schraubenköpfen und Muttern, nicht durch eine 3-mm-Bohrung rutschen weil einige Zehntel größer. Schrauben und Muttern aus Ms habe ich inzwischen (bestellt), mir fehlen aber noch andere passenden Kleinteile aus Ms ...

Bei welchem Händler kann man M2-Unterlegscheiben und M2-Lötösen aus Messing (Ms) beziehen?

Flurschaden beim Aufbohren

Beim Aufbohren stellte ich fest, dass es gerade die von mir "angegriffene" Krempe am oberen Nietende es ist, welche verhindert, dass sich der Niet und die Klemme drehen, das Loch in Klemme und Pult vergrößern und die Klemme daran hindern, beim Drehen auf der Oberseite Flurschaden anzurichten. Dieser trat beim Aufbohren der Klemmen für die Flachbatterien auf, da sich hier die Klemmen in den schwarzen Kunststoff der Rinnen hinein frästen.

Qualität der ersteigerten Kästen und Pulte

Wem historisch strengen Rekonstrukteur jetzt der Magen umdreht, ich sehe für mich die Funktionsfähigkeit an erster Stelle, d. h. die erorderlichen Bauelemente und Teile müssen aufs Pult passen und die Kontakteklemmen die Drähte mechanisch und elektrisch aufnehmen. Die Qualität der ersteigerten ziemlich alten Kästen ist eh höchst unterschiedlich und auch innerhalb der Kästen nicht konstant, die Verkäufer haben teilweise (wie auch ich jetzt) die Teile getauscht.

Die Pulte finde ich praktisch, dass ich alle wieder voll betriebsfähig herrichten möchte. So baue ich z. Z. auch alle Fassungen meiner Röhren in kleine Plastikästchen ein (Einzel- und auch Doppelpack). Ein Brettchen aus den Kästen A, B oder C untergeschraubt sorgt für optimalen Sitz in den Rinnen. Pro Döschentyp wird nur 1 Brettchen geopfert.

Neue "Brettchen" für neue Bauelemente

Als nächstes plane ich kleine Steckbretter aufzusetzen, mit denen ich mit NE555, NE612, OP und LED in die R + E Umgebung mit hinein nehmen möchte. Insbesondere sehe ich gespannt dem Versuch entgegen, eine Röhre mit sichtbarer Kathode mit blau emittierender heller und blauer LED als Fotozelle nutzen zu können (Vorschlag aus dem Internet).

Verwalten des scheinbaren Überflusses

Da einiges aber nicht alles, mehrfach vorhanden ist, muss dieser partielle Überfluss verwaltet werden, dies geschieht in einer Tabellenkalkulation. Diese ist Grundlage für die Entscheidung, welche Brettchen ich von ihren originalen Bauelementen befreie, um Anderes auf sie zu packen. Dabei berücksichte ich auch mögliche Versuchserweiterungen durch mehr als nur einen bzw. zwei Schwingkreise. Und wenn ein Sender gebaut wird, warum nicht gleichzeitig auf einem anderem Pult der passende Empfänger? Oder ein Pult bleibt zuhause und ein anderes kommt mit auf die "grüne Wiese" vor die Tore von Donebach oder DCF77 oder ...

Die physische (ggf. mehrfache) Existenz bedeutet aber nicht notwenigerweise auch eine elektrische Funktionsfähigkeit. Also kommen als Aufgaben noch Prüfen und Messen hinzu. Dessen Ergebnisse sind auch noch mit zu erfassen, um vor dem möglichen "Rückbau" oder "Abwracken" richtige Entscheidungen treffen zu können.

Mittelwellenspulen

So stellte ich fest, dass die "Wicklungen 3" der Mittelwellenspule bei zwei der vorhanden Spulen nicht ordentlich gemessen werden können. Vielleicht ist hier der Draht- (oder auch Kontakt-) -Widerstand zu hoch und das Messgerät geht auf 1 kHz Prüffrequenz (wobei für Mittelwelle abartige Werte angezeigt werden). Hier spielt also wieder das Problem der korrodierten Klemmen hinein.

Problem der korrodierten Klemmen

Man könnte (und müsste eigentlich) ALLE Klemmen vor dem Messen und mit Schlüsselfeilen behandeln, aber dies beschränke ich auf besonders notwendige Fälle. Mein Ziel ist, möglichst bald mit den ersten Detektor- und Audion-Versuchen auf Mittelwelle zu beginnen und diese unverzüglich auf Langwelle zu wiederholen.

Eine Wicklung (die "3") bei einer der Mittelwellenspulen hat keinen Durchgang (das LCR-Meter zeigte 14 pF an). Nachlöten ist erforderlich, wenn das nichts bringt, müsste die "3" ab- und dann mit neuer HF-Litze neu gewicketl werden. Solange reichen die beiden anderen voll funktionsfähigen MW-Spulen.

Hierzu wieder eine Frage:

Wer kennt Jemanden, der mir eine kreuzgewickelte Langwellenspule mit drei Wicklungen herstellen kann?
Wo gibt es fürs individuelle Wickeln und auch für nicht-individuell Gewickeltes Angebote im Internet?


"Oppermann" ist bereits auf meinem Schirm.

Chemische Klemmenreinigung

Aber die Pultklemmen (innen und außen), die habe ich, weil dunkelbraun korrodiert ausgebaut und danach einer hier im Forum beschriebenen Methode (Wasserbad mit Zusatz eines Zahnprotesen-Reinigungsmittels) ausgesetzt. Zwei Kudident-Tabelten führten zu einem spektakulären Sprudel-Schaum-Erlebnis inklusive Überlauf (in der Badewanne kein Problem) :ausflipp:. Sie blieben in dem Bad, während ich mich nebenan in der Bastelküche dem Abendessen widmete. Danach inspiziert beschlich mich Gedanken, dass ein längers Bad wohl zur vollständige Auflösung der Cu-Klemmen führen würde: Der gesamte Dreck war weg, dito die Korrosionskruste. Die Klemmen sehen jetzt so aus, als kämen sie frisch aus der Fabrik.

Ich freue mich bereits aufs Einbauen. Aber für den historisch strengen Rekonstrukteur ist Kukident & Co eher nicht geeignet. Wenn doch erforderlich, müssen die Klemmen nach diesem K-Bad künstlich gealtert werden, ohne den guten Kontakt an den Berührungskanten mit dem Schaltdraht wieder zu verlieren. Aber das ist nicht mein Problem.

Eher stört mich schon, das selbts auf einem bis in die in die letzte Ritze und Hohlkehle gesäuberten Pult, das rosarote helle blanke Cu irgendwie unpassend aussieht. Und das ist hier nicht im historischen Kontext zu sehen.

Mit 2 mm aufbohren !

Inzwischen habe ich erkannt, dass die Nietverbindungen 2 mm Durchmesser haben. Danach habe ich die Niete immer mit 2-mm-Bohrer aufgebohrt. Die Krempe oben wurden also in ihrem äußeren Teil nicht geschwächt und konnte bis zum Schluss sich selber und die Klemme festhalten. Kein wildes Umsichschlagen mehr. Die Bohrungen blieben wie sie waren auf 2 mm, die M2-Schrauben passen genau hinein und nichts schlottert bzw. eiert herum. Ich hatte das vorher weder gewusst noch geahnt. Vielleicht hilft dies anderen weiter, die Hemmschwelle vorm Aufbohren zu mildern. Gleich werden die letzten Ritzen vom Pult angegangen, denn so schwarzhochglänzend, wie das fast überall aussieht, stören diese anfangs minimalen Verunreinigen inzwischen ungemein. Wie bei den frischen Cu-Klemmen, nicht alles wird durchs Säubern "sauberer" :lach: . Ist so.

Brettchen wechsel Dich

Von den Drehkos mit begrenzter Kapazität (reduzierter, egal aus welchen Gründen) hatte ich bereits berichtet, da wird jetzt kreuz und quer zwischen den drei Pulten getauscht: das schönste Pult mit den besten Brettchen und Bauelementen befindet sich mit dem schönsten Anleitungsbuch im schönsten (noch hochglänzenden) Karton. Für mich ist dieser ästhetische Moment von größerem Wert. Die Motivation entstammt aber eben nicht der historisch strengen Rekonstruktion. Ihr dürft jetzt über mich ruhig schmunzeln, ich tue dies gelegentlich selber :zunge:, zumals das alles Zeit kostet. Aber es ist eben auch dies, das Handwerkliche, ein wichtiger Aspekt, aus dem schon vor dem Abschluss Freude und Spass für mich entstehen. Alles was nicht sofort wie auf einem digitalen Tastendruck optimal da steht, sind für mich nur kleinere Probleme. Manche Leute sagen dazu auch "Chancen".

13,56-MHz-Quarze

Anderes scheint mir dagegen nur schwer zu lösen, oft unerwartet auftretend, so wie dieses hier:

Ich suche zwei ganz einfache Schwingquarze für die ISM- und Fernsteuerfrequenz 13,56 MHz. Habe bisher eine Stunde im Internet gesucht: Nichts :cry: ! OK, ganz so schlimm wie im Emoticon fühle ich mich nicht, aber aber toll ist es auch nicht.

Versuche mit Radiomann und R + E A auf Lang- und Längstwelle

Heute nach dem Sonnenaufgang setze ich mit dem Radiomann die Versuche auf LF und VLF fort. Danach gehts mit R + E mit Mittelwelle und anschließend auch hier mit Versuchen auf LF und VLF weiter. Vielleicht kann ich dann auch das Rufzeichen von DCF77 einmal im Lautsprecher hören, was ich bisher noch nie versucht hatte, weil ich erst beim Lesen eines Aufsatzes über den Empfang von Sferics von diesem "call sign" und dessen Hörbarkeit erfahren hatte.

Einen guten und schönen Sonntag.
Gruß
Hans-Günter
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