Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Keine Experimentierkästen, aber sonstige Interessen und Meinungen unserer Mitglieder. Na ja, alles ausser Politik...

Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon ChrisH » 29. Sep 2015, 17:47

Schöner Bericht heute im Bayerischen Rundfunk Online:

http://www.br.de/unternehmen/inhalt/tec ... e-100.html


Bild

"KOSMOS-Baukasten Mittelwellensender" :grins:

Grüße,
ChrisH
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon buedes » 29. Sep 2015, 18:56

Hallo Chris,

danke für diesen Hinweis!

Mit der allmählichen Abschaltung der letzten noch verbliebenen Mittelwellensendern wird uns Freunden historischer Radiobaukästen natürlich leider auch der Spaß verdorben.

Gruß, Horst
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon Georg » 30. Sep 2015, 19:00

Hallo Chris, Horst,
ich hab mal überschlägig die Induktivität der Senderspule links
berechnet (rechts ist die Antennenanpassung), mit gezählten
27 Windungen und geschätzten 15 cm Durchmesser und 30 cm
Länge. Das ergibt ca 1,8 µH, was eigentlich eher zu Grenzwelle,
evtl sogar Kurzwelle passt.
Was das Sendersterben betrifft, bleibt noch Radio Tirana, soviel
ich weiß, oder man muß sich einen "Meßsender" bauen :=)
Sic transit gloria mundi.... :=(
Gruß
Georg
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon buedes » 1. Okt 2015, 10:31

Georg hat geschrieben:...oder man muß sich einen "Meßsender" bauen :=)


Im Radiomuseum Münchweiler betreiben sie einen solchen "Messsender", um die alten Geräte noch vorführen zu können. Wenn ich das recht erinnere, benutzen sie die Frequenz des ehemaligen Rheinsenders Wolfsheim.

Gruß, Horst
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon Uranylacetat » 28. Okt 2015, 21:06

Auch ich als Fan von Detektor-Empfängern und ehemaliger Nutzer des KOSMOS Elektronik-Labor XG plus Zusatzkästen vor ca. 40 Jahren bin doch enttäuscht. Sehr gerne erinnre ich mich daran, als ich den ersten Detektor-Empfänger und weitere MW-Empfänger mit dem KOSMOS Elektronik-Labor XG baute. Das war für mich als Hörgeräte-Träger besonders spanend: Erst als ich die induktive Telefonspule meines Hörgerätes aktivierte, konnte ich den nahen Ortssender mit dem großen grauen Ohrhörer des Experimentierkastens wahrnehmen und auch verstehen. :yes:
Erst wenn in Deutschland und der EU alle Chemikalien verboten sind; auch Kochsalz und Essig Abgabebestimmungen unterliegen und der letzte Hobbychemiker das Handtuch geworfen hat; wird die Politik sehen, dass es immer noch Terrorismus und Drogen gibt.
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 29. Okt 2015, 16:40

Mit dem Detektorempfänger ist es so eine Sache, die gerne verschwiegen wird, nämlich, daß der sogenannte Ortssender schon recht nahe beim Ort liegen soll. Als ich vor über 40 Jahren die ersten Versuche machte, hatte ich mir größte Mühe gegeben und alles nach Vorschrift (RPB-Buch) aufgebaut, mit Hf-Litze und schwarzen Bakelit-Kopfhörern (4000 Ohm), leider komplette Fehlanzeige. Der nächste Sender war 60km entfernt mit 300kW. Aber 10 oder 20m Draht als Antenne und der Wasserhahn als Erde reichten nicht. Nach tage- oder wochenlangen Versuchen hatte ich entnervt aufgegeben.

Vor zehn Jahren hatte ich am neuen Wohnort wieder damit angefangen. Es gab drei Sender im Umkreis von ca. 20km. Zwei davon ließen sich mit wenig Aufwand und 10m Draht plus Zentralheizung problemlos mit einem Kristallhörer aufnehmen. Bei einem zeigte sogar ein Amperemeter einen Strom von wenigen uA an.

Inzwischen sind alle Ortssender abgeschaltet. Einzig allein Deutschlandfunk auf 1422kHz (130km) ist noch zu empfangen, natürlich nicht mit einem Detektor. Auch da ist bald Schicht im Schacht.
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon MOVIEMAX » 25. Nov 2015, 17:47

Ja ich bin auch ewas wehmütig, und stellte mir die selben Fragen.
Als Kind habe ich früher gelegentlich abends bei meiner Omi an Ihrer Blaupunkt Stereo-True Bj 1954 gerne nach KW und MW - gesurft - wie man heute sagen würde :D.

Scheinbar werden die Sender für DAB+ recycelt.

Das heißt man könnte die alten analog Tuner verwenden, theoretisch benötigt man nur noch ein digital Decoder dahinter. Man empfängt also keine analoges NF Signal sondern ein digitalen Datenstrom. Mein Prof. hat z.B. mit hilfe eines alten UKW-Röhren empfänger das RDS Signal decodiert.
Im Internet gibt es einige Schaltungen dafür. Auch für MW-Sender ;)

Gruß Markus
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon MOVIEMAX » 27. Nov 2015, 21:59

ich muss meinen vorhergehenden Beitrag korrigieren.
Die Sender werden aus Kostgengründen meist ersatzlos abgeschaltet. Sendeanlagen demontiert. DAB+ nutz den UKW Freuqenzbereich Band III (ca. 175 – 239 MHz).
Aber vermutlich wisst Ihr das alle schon.

Da ist nur zu hoffen das eventuell sich einige Vereine finden und die ein oder anderen Sender auf Mittelwelle weiter betreiben.

Der Versuch digitale Inhalte über die Mittelwelle auszustrahlen hieß Radio-Mondial und ist nicht über das Versuchstadium hinausgekommen.

Gruß Markus
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 27. Nov 2015, 22:42

Das Ausland sendet noch. Für ein normales Radio (Superhet) ist das Band abends immer noch voll. Tagsüber ist es allerdings schwierig. :-|
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon Georg » 27. Nov 2015, 22:52

Da ist nur zu hoffen das eventuell sich einige Vereine finden und die ein oder anderen Sender auf Mittelwelle weiter betreiben.


Das müßten aber reiche Vereine sein, wenn das mehr als
mal eine halbe Stunde Betrieb einmal im Jahr sein soll.
Ein "richtiger" Sender hatte 500 kW Sendeleistung aufwärts,
selbst kleine Lokalsender hatten 50 kW.
Selbst wenn der Sender modern mit Halbleitern im Schaltbetrieb
ausgerüstet ist, weniger als die obengenannten Kilowättchen
geht nicht.
Realistischer ist ein "Meßsender" :=)
Gruß
Georg
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 28. Nov 2015, 10:00

Tatsächlich? ;-) Einfach mal abends auf dem oberen Bandende reinhören, Radio Baroness und Konsorten (auch auf youtube zu finden). Diese meist holländischen Piratensender sind jeden Tag für etliche Stunden aktiv. Ich kann mir nicht vorstellen, daß dort ein 100m Gittermast im Garten steht mit 50kW. :gruebel:
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon Georg » 28. Nov 2015, 21:42

Hallo Kosmonaut,
diese Sender dürften im Wesentlichen abends senden,
wenn die Reichweite der Mittelwelle durch eine Raumwelle
stark ansteigt.
Am oberen Ende der Mittelwelle ist man schon fast im Grenzwellenbereich,
außerdem sind die Antennendimensionen nicht so riesig.
Mehr als einige dutzend kW dürften die nicht haben.
Wo wohnst du? Kannst du die Entfernung zu dem Sender abschätzen?
Gruß
Georg
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Re: Ein Nachruf: es war einmal die Mittelwelle.

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 28. Nov 2015, 22:59

Einige Sender sind auch tagsüber aktiv. Man kann diese zwar hier in einigen hundert km nicht hören, aber übers Internet mit dem SDR Radio in Twente: http://websdr.ewi.utwente.nl:8901 Abends tummeln sich etliche zwischen 1600 und 1700 kHz. Mit meinem Kosmos-Selbstbauradio (Superhet der X-Labor Reihe) kann man diese ganz gut empfangen. Die Sender kann man sich so https://www.youtube.com/watch?v=2UjtTTAtHSA vorstellen. Mehr als einige kW sind wohl nicht drin, aber anscheinend genügt es. Offenbar sind die niederländischen Behörden an einer Strafverfolgung nicht interessiert, denn die Sender sind schon seit Jahren in Betrieb. Offensichtlich handelt es sich nicht um Schiffssender wie vor Jahrzehnten, sondern um Amateure, die das als Hobby von ihrem Haus betreiben.

EDIT: Wenn das hier stimmt http://mwfreeradio.blogspot.de dann gehen die Behörden in NL inzwischen doch dagegen vor. Der Krug geht eben zum Brunnen, bis :howl:
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