unterschiedliche Netzspannungen in Deutschland

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unterschiedliche Netzspannungen in Deutschland

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 10. Mär 2013, 11:49

Radiognome hat geschrieben:Benötigt wird zuzsätzlich ein Kosmos-Elekto-Motor (KBM 503 für 110V, 504 für 125-130 V, 505 für 145-150 V oder KBM 506 für 220V)


Wie sah die Stromversorgung damals aus? Gab es kein Verbundnetz? Wie lange gab es diese Spannungen nach dem Krieg? Wann wurde komplett auf 220V umgestellt? Irgendwo hatte ich mal gelesen, daß Kosmos auch nach dem Krieg noch Experimentiertransformatoren für unterschiedliche Netzspannungen anbot.
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Re: unterschiedliche Netzspannungen in Deutschland

Ungelesener Beitragvon buedes » 10. Mär 2013, 12:01

Noch in den 50-iger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es - zumindest auf dem Land - die 110V- Netze. Mein erster Märklintrafo (ca. 1950) für die elektrische Eisenbahn war für 110V- ausgelegt. Im Katalog standen damals aber auch schon Trafos mit 220 Volt.

Gruß, Horst
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Re: unterschiedliche Netzspannungen in Deutschland

Ungelesener Beitragvon Georg » 10. Mär 2013, 13:42

Hallo,
dazu kamen in den 50ern noch vereinzelt Gleichspannungsnetze mit 110 , 220 (und 440) Volt.
Die 440 Volt allerdings nicht in Haushalten.
Man merkt es, wenn man anschaut, welche Varianten bei Radios angeboten wurden.
Die "Allstromradios", die mit Gleichspannung zurecht kamen, starben erst um 1960 aus.
Gruß
Georg
PS
zum Verbundnetz, das wurde in den 30ern aufgebaut. Aber
selbst lokale Gleichstromnetze kann man aus dem
Verbundnetz speisen, was z. B. Straßenbahnen bis heute
gemacht wird.
Märklin verkaufte auch Einankerumformer, nachdem sie
ihre Eisenbahnen auf Wechselstromtechnik umstellten.
Ich hab das erst kürzlich irgendwo im Net gesehen, aber wo?
Georg
 
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Re: unterschiedliche Netzspannungen in Deutschland

Ungelesener Beitragvon wolfgang » 10. Mär 2013, 19:53

Zum Thema Verbundnetz.

Das gab es schon, allerdings - wie heute auch noch - auf der Verteilebene 110kV bis 380kV. Die Spannungsebenen darunter sind nur lokal vernetzt innerhalb eines lokalen Netzanbieters. Je nach Region konnten sich "veraltete" Netzspannungen noch lange halten. Auch im Mittelspannungsnetz gab es eine Vereinheitlichung auf 20kV. Aber auch hier gibt es noch Außnahmen, mit zum Beispiel 6kV.

Gruß
Wolfgang
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Re: unterschiedliche Netzspannungen in Deutschland

Ungelesener Beitragvon hammady » 10. Mär 2013, 20:25

hi

Die 110 Volt Netze gab es vereinzelt noch bis Anfang der 70´er. Bester beweis ist der Willi Winzig ( Heinz Erhardt ) mit seinem Mixer in der "Kolonie"
In " UNser Willi ist der Beste " Von 1971.
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Re: unterschiedliche Netzspannungen in Deutschland

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 11. Mär 2013, 20:22

"Das weiß doch die Maschine nicht, da schalten wir hier unten um."

Zum Verbundnetz habe ich noch Fragen. Wenn es von Anfang an existiert hätte, warum sollte man dann lokale Netze mit unterschiedlichen Spannungen für den Endverbraucher errichten? Wäre es möglich, daß dieser Wildwuchs innerhalb eines Landes historisch aus vormals nicht miteinander verbundenen kleineren Einheiten entstanden ist?
Mir ist beim Basteln mit Röhrenradios vor 40 Jahren aufgefallen, daß die Netztrafos oft Anzapfungen für verschiedene merkwürdige Spannungen hatten und mich gefragt, was der Unfug sollte. Bei uns in der Gegend gab es in den 60er nur 220V.
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Re: unterschiedliche Netzspannungen in Deutschland

Ungelesener Beitragvon wolfgang » 12. Mär 2013, 22:11

Kosmonaut hat geschrieben:Zum Verbundnetz habe ich noch Fragen. Wenn es von Anfang an existiert hätte, warum sollte man dann lokale Netze mit unterschiedlichen Spannungen für den Endverbraucher errichten? Wäre es möglich, daß dieser Wildwuchs innerhalb eines Landes historisch aus vormals nicht miteinander verbundenen kleineren Einheiten entstanden ist?


Geanu so ist es. Ich sage ja auch nur, das Verbundsnetz besteht schon sehr lange. Die ersten Stromversorungen waren kleine Inselnetze mit einem Kraftwerk oft in Stadtmitte. Jeder Hersteller hatte seine eigene Technik (Gleichstrom, Wechselstrom, Drehstrom, 110V, 125V, 220V usw.), da es noch keine Normung gab. Erst mit dem Wachsen an Abnehmern und Verbrauchern stieg der Energiebedarf und damit die Notwendigkeit großer Kraftwerke und damit verbunden weitere Verteilwege, da die Menschen die Kraftwerke doch nicht alle in der Stadt haben wollten. Damit entstanden erste Verbundnetze, die nach und nach zu einem europäischen Netz zusammengewachsen sind. Damit entstanden auch die ersten Festlegungen und Normen.

Kosmonaut hat geschrieben:Mir ist beim Basteln mit Röhrenradios vor 40 Jahren aufgefallen, daß die Netztrafos oft Anzapfungen für verschiedene merkwürdige Spannungen hatten und mich gefragt, was der Unfug sollte. Bei uns in der Gegend gab es in den 60er nur 220V.


Die 60er wahren - zumindest im Westen - schon Neuzeit mit landesweitem Verbundnetz und fester Normung über Spannung, Frequenz und Toleranzbereiche. Intressantes am Rande: Viele Uhren verwendeten die Netzfrequenz als Zeitnormal. Die Stromversorger haben Phasen in den die Frequenz auf Grund von hoher Last leicht unter 50Hz sank, durch eine höhere Frequenz in der Schwachlastzeit ausgeglichen. Damit mussten die Uhren (zumindest bis zur Einführung der Sommerzeit) nur bei Stromausfall nachgestellt werden.

Gruß
Wolfgang

Gruß
Wolfgang
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