KOSMOS Chemie-Labor C1

Der junge Forscher Mikromann schaut sich die Welt des Kleinsten an...

Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Uranylacetat » 27. Jul 2015, 14:02

PeteS hat geschrieben:Natürlich lässt sich auch das Mangan(IV)-oxid (Braunstein) aus alten Batterien für Versuche verwenden. Späteren Auflagen des C1 lag diese Chemikalie ja nicht mehr bei und wurde deshalb sogar in der Anleitung beschrieben.[


Wer mal einen Ausflug in die historische Chemie machen möchte, dem empfehle ich folgendes Experiment:

Historische Chlor-Darstellung und Chlorbleiche

Hat man keine konzentrierte Salzsäure zur Verfügung, kann auch verdünne Salzsäure verwendet werden. Dann muß man das Gemisch einige Minuten leicht köcheln lassen... Braunstein aus Batterien sollte jedoch niemals zur katalytischen Sauerstoffdarstellung mittels Kaliumchlorat verwendet werden - da mit Kohle vermischt - akute Explosionsgefahr! Die katalytische Zersetzung von Wasserstoffperoxid (3% - 12%) liefert auch reinen Sauerstoff - gefahrlos.

Den guten C1 hatte ich um 1976 durch genommen, nachdem ich ein Jahr zuvor mit dem All-Chemist 2000 angefangen hatte. Danach folgten der C2 und Aufbau / Einrichtung eines semiprofessionell betriebenen Labors mit Hilfe aller bekannten Experimentierbücher von Römpp/Raaf und Waselowsky.
Erst wenn in Deutschland und der EU alle Chemikalien verboten sind; auch Kochsalz und Essig Abgabebestimmungen unterliegen und der letzte Hobbychemiker das Handtuch geworfen hat; wird die Politik sehen, dass es immer noch Terrorismus und Drogen gibt.
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon harjo » 7. Okt 2015, 23:46

Hallo

Ich bin neu hier, lese aber schon geraume Zeit eure Beiträge. Seit kurzem bin ich auch Besitzer eines Kosmos C1 in gutem Zustand und fast vollständig. ich möchte hiermit auf einen Lieferanten für Chemikalien in Polen aufmerksam machen, bei dem ich Sachen bekomme, die ich sonst auch international vergeblich gesucht habe. Es handelt sich um die Firma Onyxmet (einfach googlen)- Ich habe vor kurzem Tioatzetamied und Deenatriumhüdrogenfosfat bestellt (allerdings noch nicht erhalten). Auf Anfrage liefern die mir auch Treecloor_ätsch_teeleen. Dort gibt es auch Kobold-nietraat und -clooriet, Kalliumcloorriaat und viele andere interessante Sachen zu erschwinglichen Versandkosten. Wenn etwas nicht im Angebot (das sehr umfangreich ist) zu finden ist, einfach mailen, die besorgen es.

Ich habe mit dieser Firma nichts zu tun, der Kontakt zu denen ist aber hervorragend und ich wollte euch diese Information nicht vorenthalten. Ich habe denen vorgeschlagen, auch eine Zusammenstellung der Kunstoffproben aus C1, C2 und C4000 anzubieten (die Handbücher dieser 3 Kästen habe ich denen zukommen lassen). Wenn genügend Anfragen hierzu bei denen eingehen, werden sie das vielleicht auch tun.

Ich hoffe, euch ein wenig geholfen zu haben

harjo
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon buedes » 8. Okt 2015, 07:38

Vielen Dank Harjo!

Die Adresse habe ich gleich mal rausgesucht und abgespeichert. Sieht vielversprechend aus!

:thumb:

Gruß, Horst
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 4. Jan 2016, 15:06

Georg hat geschrieben:Ich hab interessehalber mal nach "PE-Flaschen farbig"
gefahndet, das sieht nicht gut aus.
Da tauchten wenige Tropfflaschen und Spritzflaschen auf,
aber nichts in eckig.
Gruß
Georg
Das läuft unter dem Namen Vierkant Enghalsflaschen 100ml, da gibt es schon einige Anbieter. Ein Händler bietet sie z.B. komplett mit Schraubverschluß für 0,99€ an (Abnahmemenge 1 Stück bis ca. 100 Stück, dann billiger). Aber der Ersatzteilservice hat die auch. Offiziell nicht mehr in rot und blau, aber ich fragte nach und sie hatten noch farbige.
[edit]Georg schrieb (http://experimentierkasten-board.de/viewtopic.php?f=4&t=1348#p6912)
Georg hat geschrieben:PE gefärbt ist schon selten. Zum Einen gibt es keine tiefe
transparente Einfärbungen für PE, außerdem sind
Farbwechsel bei Massenkunststoffformern sehr unbeliebt.
Gefärbt fand ich sie bisher nicht (auf eine Antwort warte ich aber noch). Und Farbe aufsprühen hält nicht so gut, um Georg zu bestätigen.[/edit]
Gruß,
Oskar
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 4. Jan 2016, 20:38

PeteS hat geschrieben:
buedes hat geschrieben:kannst du das beweisen? :lach:


Ja, ich denke schon! In späteren Auflagen wird als erstes Copyright ©1970 genannt. Und die Vorworte von Prof. Butenandt und der Autoren Matthaei und Behrsing lesen sich gerade so als ob der C1 eben erst das Licht erblickt hätte. :aetsch:

Und dann sind da noch die Verschlüsse der Chemikalienröhrchen. Das sind die etwas wackeligen und undichten Lamellenstöpsel. Nicht die Rollranddeckel wie in späteren Auflagen.

Gruß
Pete
Die Lamellenstöpsel sind tatsächlich ein Indiz dass es ein Kasten von 1970 oder 1971 ist. Das Handbuch sollte aber Erstauflage sein. [edit]und der größere Plastiktrichter der in der Erstauflage drin war.[/edit]
Gruß,
Oskar
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 4. Jan 2016, 20:52

PeteS hat geschrieben:Die Kohlestäbe aus den Batterien werden im C1 nicht benötigt. Dennoch kann man sie beispielsweise für Versuch 281 als Steinkohle verwenden.
Muss ich leider widersprechen, Kohlestäbe aus Batterien werden benötigt in V66, V77, und V400. Bei V282 kann Graphit leider nicht verwendet werden. Mindestens normale Steinkohle, besser Fettkohle (Schmiedekohle) wird benötigt.
Gruß,
Oskar
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Georg » 5. Jan 2016, 12:32

Zum Einen gibt es keine tiefe
transparente Einfärbungen für PE, außerdem sind
Farbwechsel bei Massenkunststoffformern sehr unbeliebt.


Gefärbt fand ich sie bisher nicht (auf eine Antwort warte ich aber noch). Und Farbe aufsprühen hält nicht so gut, um Georg zu bestätigen


Hallo Oskar,
da hast du etwas missverstanden. Färben bzw. einfärben bedeutet das Material
selbst einzufärben, nicht eine "Farbe" draufsprühen.
Draufsprühen tut man Lacke, was aber bei PE (auch PP und PTFE) nur nach einer
umständlichen Vorbehandlung möglich ist, und dann trotzdem nur notdürftig hält.
Der Hinweis auf die Rechteck-Flaschen ist auch ohne Farbe sehr nützlich.
Gruß
Georg
PS
Herzlich willkommen hier im Forum!
Georg
 
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon PeteS » 5. Jan 2016, 13:55

Oskar hat geschrieben:Muss ich leider widersprechen, Kohlestäbe aus Batterien werden benötigt in V66, V77, und V400. Bei V282 kann Graphit leider nicht verwendet werden. Mindestens normale Steinkohle, besser Fettkohle (Schmiedekohle) wird benötigt.

Gut, dass du es bemerkt hast! Ich hasse es, wenn meine Fehler stehen bleiben oder sogar noch verbreitet werden. Deshalb habe ich meine Aussage zu den Kohlestäben gestrichen. In diesem Forum geht das ja. Ist schon erstaunlich, dass das erst jetzt bemerkt wird und kann eigentlich nur heißen, dass es hier keine Experimentatoren sondern nur Sammler gibt.

Wie ich auf den Unsinn kam? Jetzt wo du mich mit der Nase drauf stupst, fällt es mir auch wieder ein. Damals vor vielen, vielen Jahren hatte ich tatsächlich eine verbrauchte Batterie zerlegt, um an die Kohlestäbe für Versuch 66 zu kommen. Die aufgepressten Messingkappen waren ideal um die Drähte anzulöten. Später habe ich Versuche zur Elektrochemie nur noch mit dem C2 gemacht. Da waren Kohleelektroden im Kasten enthalten. Und beim schreiben des Forenbeitrags hatte ich dann angenommen, dass sie auch im C1 enthalten sind.

Ob die Batteriekohle wirklich nicht für Versuch 282 geeignet ist, werde ich mal ausprobieren, wenn in der Küche die nächste Vanilleschote verarbeitet wird. Ein gutes Fiolax-Reagenzglas will ich mir damit nicht versauen.
PeteS
 
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 5. Jan 2016, 20:25

PeteS hat geschrieben:Die aufgepressten Messingkappen waren ideal um die Drähte anzulöten.
Interessant, vielleicht mach ich das auch mal wenn ich zu den Versuchen komme.
PeteS hat geschrieben:Ob die Batteriekohle wirklich nicht für Versuch 282 geeignet ist, werde ich mal ausprobieren, wenn in der Küche die nächste Vanilleschote verarbeitet wird. Ein gutes Fiolax-Reagenzglas will ich mir damit nicht versauen.
Ja, bitte probiere es mal aus. Ich führte den Versuch in einem Kosmos Probierglas durch (mit etwas Kohle von unserem Dorfschmied) und schaffte es anschliessend mit Probierglasbürste, Scheuerpulver aber auch einer alten kleinen Kinderzahnbürste das Reagenzglas zu reinigen. Es mus auch nicht 100% sauber werden, denn in neueren Auflagen der Anleitung (z.B. 12. Auflage) wird ein Probierglas für Verbrennungsversuche ausgesondert und dann immer weiter verwendet: V282-->V292-->V306-->V314,315-->V318-->V334-->350.
Gruß,
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 2. Okt 2016, 21:47

DerAmateur hat geschrieben:C1... Du wirst lachen. Mein alter C1 galt im elterlichen Haushalt nach Jahrzehnten als nicht mehr auffindbar/entsorgt. Heute war ich dort, und habe ihn zufällig gefunden. Inklusive aller Zusatzchemikalien. Der Zustand ist aber bei weitem nicht so gut, da ihn intensiv genutzt habe. Im Laufe der Jahrzehnte ist auch der Deckel des Kobaltnitrats gesprungen. Mal sehen, wie ich diesen Dreck am Besten abbekomme.
Du meinst, der Deckel hat sich abgehoben. Gesprungen kann ich mir nicht vorstellen. Das Kobaltnitrat zieht Wasser aus der Umgebungsluft und es füllt sich zu einer Lösung.
Zur Reinigung des Styropors würde ich es erstmal mit warmen Wasser versuchen, evtl. mit Wattestäbchen reiben.
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 3. Okt 2016, 14:07

Oskar hat geschrieben:Zur Reinigung des Styropors würde ich es erstmal mit warmen Wasser versuchen, evtl. mit Wattestäbchen reiben.


Alternativ wurde hier mal Javel-Wasser als Tip erwähnt...

VG
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 3. Okt 2016, 14:13

Ja, an Eau de Javelle dachte ich auch schon oder es schlicht mit H2O2 versuchen, aber man sollte es erstmal einfach probieren. Vor allem müsste bei Einsatz von Hypochlorit oder Peroxid erst geschaut werden was entsteht, wegen Kobaltverbindungen.
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon DerAmateur » 5. Okt 2016, 22:24

Mit Wasser und Wattestäbchen war ich mäßig erfolgreich. Eau de Javel habe ich nicht vorrätig, schaue mal wo ich das auftreiben kann.

Es sind definitiv drei der roten Schnappdeckel gesprungen. Risse vom Aussenrand, die sich durch den gesamten Deckel ziehen. Das Kupferoxid war auch betroffen, ebenso die Perhydrid-Tabletten. Gummischläuche und -stopfen sind ebenfalls hart oder zerbröselt.

Nun die guten Nachrichten - es sind auch einige unverhoffte Sachen dabei. ZB Luminol, offenbar aus einem späten Chemie Praktikum/Nachfolger All-Chemist.

Ich schaue mal, wo ich Ersatz für die fehlenden Teile und Chemikalien finde...
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Georg » 6. Okt 2016, 09:37

Hallo Amateur,
wenn man es richtig schreibt : Eau de Javelle , findet man im
Forum einiges dazu, vor allem aber Jürgens Auflistung
einiger Namen, unter denen es heute verkauft wird.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon DerAmateur » 7. Okt 2016, 19:04

Hmm offenbar hat sich das Städtchen Javelle in Javel umbenannt, um uns mit verschiedenen Schreibweisen zu verwirren https://de.m.wikipedia.org/wiki/Javelwasser. Ich schaue mal, wo ich das bekomme.
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 7. Okt 2016, 19:44

Bei dm für kleines Geld.
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 7. Okt 2016, 20:10

Jaja, z.B. DOMESTOS und viele andere bei uns erhältliche Mittelchen. Ich bin gerade aus dem Frankreich-Urlaub zurück: Dort ist der intensive (und für mich gewissermaßen auch eine erfolgreiche Reinigung versprechende) Geruch von Eau de Javelle/Javel irgendwie geradezu typisch. :yes:

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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 7. Okt 2016, 20:32

In Frankreich gibt es stärkeres Zeug für weniger Geld. Ist in Deutschland schwierig zu bekommen wegen der grünen Partei und allgemeiner Chemiephobie. Wahrscheinlich steht die Einfuhr unter Strafe. Man könnte das ja einkochen und sich so Natriumchlorat beschaffen, das Vorgänger zur Atombombe ist wie manche glauben.
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon DerAmateur » 8. Okt 2016, 22:47

Der aktive Bestandteil Natriumhypochlorit ist auch in gängigen Schimmelentfernern enthalten, zB von Sagrotan. Das hatten wir im Haus.

Im Ergebnis ist der Styroporkasten statt großflächig rosa jetzt leider großflächig robust braunschwarz gefärbt. Vermutlich Kobaltoxid (http://sss.sd33.bc.ca/sites/default/files/Exp.%201%20-%20Measuring%20Reaction%20Rate.pdf). Ich tendiere jetzt dazu, davon lieber die Finger zu lassen und den Styroporeinsatz als unrettbar zu entsorgen.

So teuer sind unvollständige C1er in der Bucht ja nicht, als das man keinen hübschen vollständigen zusammenbekommt. Oder?
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 9. Okt 2016, 07:56

Den Styroporeinsatz bitte nicht entsorgen, bevor du ihn wegschmeisst, bezahl ich dir Porto und nehm das Ding. Du gibst auch zu schnell auf, denn Kobaltoxid läßt sich mit verdünnter Salzsäure in Kobaltchlorid überführen, dass immerhin blassrosa bzw. blasshellblau je nach Luftfeuchte ist.
Gruß,
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon DerAmateur » 9. Okt 2016, 08:45

HCl ist eine richtig gute Idee, Oskar. Nicht weil die Farbe attraktiver ist, sondern weil Kobaltchlorid viel besser in Wasser löslich ist als Kobaltoxid (über 500 g/l, statt unter 1 mg). So bekomme ich den Kasten sauber. Ich will die Kobaltverbindungen ja im Reagenzglas haben, und nicht an den Fingern.

Danke!
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 9. Okt 2016, 12:23

Dann besteht ja noch Hoffnung! :-)
Weißt du, mit dem kleinen Styroporeinsatz des C1 habe ich schon eine Geschichte zu erzählen, von daher: Uffz! (mir fehlt der Smiley Schweiß-von-der-Stirn-wisch). Ich meine diese Geschichte hier, das war ich...
Gruß,
Oskar
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon DerAmateur » 14. Okt 2016, 23:37

Du bist wirklich sehr erfinderisch, Oskar.

HCl und großzügiges Spülen haben prima gewirkt: bis auf einen leichten verbleibenden Rosaschimmer ist alles weg.

Jetzt muss ich nur noch die paar Fehlteile ergänzen. Kobaltglas und diverse Korkstopfen scheint es auf dem C3000 Ersatzteileformular nicht mehr zu geben. Auch für die defekten Schnappdeckel suche ich Ersatz. Einige Chemikalien neigen sich ebenfalls dem Ende, insb das Kobaltnitrat. Welche Anlaufstellen sind noch vielversprechend?
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 15. Okt 2016, 10:09

DerAmateur hat geschrieben:Jetzt muss ich nur noch die paar Fehlteile ergänzen. Kobaltglas und diverse Korkstopfen scheint es auf dem C3000 Ersatzteileformular nicht mehr zu geben. Auch für die defekten Schnappdeckel suche ich Ersatz. Einige Chemikalien neigen sich ebenfalls dem Ende, insb das Kobaltnitrat. Welche Anlaufstellen sind noch vielversprechend?

Kobaltglas bekommst du im Laborhandel schon noch zu kaufen, ist halt 5cmx5cm groß, läßt aber andere Wellenlängen durch wie ich hier schrieb.
Korkstopfen ohne Bohrung muss man durch verkürzen kaufbarer Stopfen selber machen. Doppelt durchbohrte Korkstopfen macht man mit Korkbohrern (nicht Spiralbohrer), die sind leider teuer. Ich bohrte mit Spiralbohrern, die funktionieren auch, aber der Rand der Bohrung franzt leider aus. Schnappdeckel kann ich dir welche schicken, da habe ich genug, sind halt farblos.
Gruß,
Oskar
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Georg » 15. Okt 2016, 16:35

Hallo Oskar,
in dem vom EE-Forum verlinkten Beitrag ist ein möglicherweise
wichtiger Fehler enthalten.
Du erwartest von dem "Kobaltglas" Durchlässigkeut auf
violetten Wellenlängen, zwecks Kaliumnachweis neben
ubiquitärem Natrium. Das ist falsch.
Kalium erscheint im Flammenspektrum mit einer roten Linie,
die von Natrium selbst bei geringsten Mengen überstrahlt wird.
Kobaltglas läßt die roten und blauen Spektralbereiche durch,
erscheint deswegen violett, nicht wegen einer speziellen
Durchlässigkeit im Violettbereich.
(siehe Mischfarben und Komplementärfarben)
Hatte das Einfluß auf den Kauf deines 5 x 5 - Glases?
Wichtig ist die möglichst vollständige Blockade der
Natrium-D Linie. Glasbläser tragen spezielle (sehr teure)
Brillen mit einem Glas, das sehr schmalbandig die Natriumlinie
absorbiert. Das Glas hat nur einen relativ leichten blaustich.
Wenn ich mich richtig erinnere, sind diese Gläser mit einer
seltenen Erde dotiert (Didym?) Es ist inzwischen
über 30 Jahre her, daß mir das unser Institutsglasbläser
erklärte. Ob derlei Gläser anstelle Kobaltglas zum Kaliumnachweis
verwendbar sind, ist möglich, aber ich weiß es nicht zuverlässig.
Gruß
Georg
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 15. Okt 2016, 20:08

Georg hat geschrieben:Hallo Oskar,
in dem vom EE-Forum verlinkten Beitrag ist ein möglicherweise
wichtiger Fehler enthalten.
Du erwartest von dem "Kobaltglas" Durchlässigkeut auf
violetten Wellenlängen, zwecks Kaliumnachweis neben
ubiquitärem Natrium. Das ist falsch.
Kalium erscheint im Flammenspektrum mit einer roten Linie,
die von Natrium selbst bei geringsten Mengen überstrahlt wird.

Kalium erscheint bei 768 nm (rot) und 404 nm (violett). Ich kam auf violett, weil das so in der Anleitung steht:
Anleitung C1, 12.Auflage hat geschrieben:die Kaliumflamme, die typisch violett ist,

Das habe ich auch so im Versuch beobachtet.

Georg hat geschrieben:Kobaltglas läßt die roten und blauen Spektralbereiche durch,
erscheint deswegen violett, nicht wegen einer speziellen
Durchlässigkeit im Violettbereich.
(siehe Mischfarben und Komplementärfarben)

[edit]Kobaltglas hat anscheinend entweder Kobaltoxid oder Kobaltaluminat als Zusatz, oder beides. Für den chemischen Bereich anscheinend eher das Kobaltaluminat.[/edit]
Ich fand im Netz
Licht und Materie hat geschrieben:Kobaltgläser zeigen einen doppelten starken Absorptionsstreifen bei 6400 und 5900 A.-E. und sind deshalb blau bis blauviolett gefärbt. Für rot sind sie wieder durchlässig, so daß man mit ihnen die Natriumlinien von der roten Kaliumlinie

[edit]Noch deutlicher wird es in dieser Untersuchung, wo Soda-Kalk-Glas mit Kobalt(II)-oxid Absorptionsbänder hat bei 530nm, 590nm, 640nm und Pottasche-Glas bei 550nm, 605nm und 650nm.
Weil die Absorptionsstreifen in der Mitte des sichtbaren Spektrums liegen kommt also rot durch, blau und das angrenzende Violett.
Da das Kobaltglas von Kosmos und das andere offensichtlich unterschiedliche Absorptionsspektren haben, müsste man
  • mal nach suchen nach Kobaltgläsern mit Kalk-Soda-Glas und einmal mit Pottasche-Glas
  • entweder einmal die Absorptionsspektren von Kobaltoxid und Kobaltaluminat vergleichen
  • schauen, welche Zusatzstoffe in aktuellen Kobaltgläsern sind und aus welchem Glas sie sind (könnte auch Bor Silikat sein)
Ich vermute entweder ist das Kobaltglas von Kosmos ein Pottasche-Glas, weil es in den Absorptionskurven in dem erwähnten Dokument bei <500nm viel weniger absorbiert, sprich blauviolett und violett viel besser durchlässt, oder es hat statt Kobaltoxid Kobaltaluminat (mit welchem Glas auch immer wobei evtl. Pottasche-Glas besser sein könnte).
[/edit]

Georg hat geschrieben:Hatte das Einfluß auf den Kauf deines 5 x 5 - Glases?
Wichtig ist die möglichst vollständige Blockade der
Natrium-D Linie.
Wie gesagt, weil das so in der Anleitung steht, kaufte ich das.


Georg hat geschrieben:Glasbläser tragen spezielle (sehr teure)
Brillen mit einem Glas, das sehr schmalbandig die Natriumlinie
absorbiert. Das Glas hat nur einen relativ leichten blaustich.
Wenn ich mich richtig erinnere, sind diese Gläser mit einer
seltenen Erde dotiert (Didym?) Es ist inzwischen
über 30 Jahre her, daß mir das unser Institutsglasbläser
erklärte. Ob derlei Gläser anstelle Kobaltglas zum Kaliumnachweis
verwendbar sind, ist möglich, aber ich weiß es nicht zuverlässig.
Gruß
Georg

Das ist mal interessant! :shock: Muss ich mal suchen...
Gruß,
Oskar
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon DerAmateur » 20. Okt 2016, 19:44

Eigentlich müsste man das doch mit einem Spektrometer sehen. Bei Astromedia gibt es einen günstigen Pappbausatz dafür (http://astromedia.eu/Bastelspass-der-Wissen-schafft/Das-Handspektroskop::132.html)...
DerAmateur
 
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 20. Okt 2016, 20:18

DerAmateur hat geschrieben:Eigentlich müsste man das doch mit einem Spektrometer sehen. Bei Astromedia gibt es einen günstigen Pappbausatz dafür (http://astromedia.eu/Bastelspass-der-Wissen-schafft/Das-Handspektroskop::132.html)...

Das ist ja klasse! :D Hab' ich mir gleich bestellt. Danke für den Tipp!
Aber selber mit einem GST-Element ein Kobaltglas herzustellen reizt mich immer noch. Eine alte Mikrowelle ist da, Thermopapier um die Hot Spots zu ermitteln ist schnell besorgt. Ich frage mich ob ich ein GST-Element nicht auch aus einem Gipsabdruck des Original Kobaltglases machen kann, wenn ich die Gipsform zuvor im Backofen "totbrenne" damit kein Wasser mehr darin ist. Dann mit Graphit einsprühen und die Pottasche-Quarzsand-Mischung mit ein wenig Kobaltaluminat rein, auf den Hot Spot und backen... :roll:
Gruß,
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Oskar » 22. Okt 2016, 20:07

DerAmateur hat geschrieben:Es sind definitiv drei der roten Schnappdeckel gesprungen. Risse vom Aussenrand, die sich durch den gesamten Deckel ziehen.

Hast du die kaputten Deckel noch? Ich wollte schon länger einen Versuch machen um herauszufinden ob sie aus PP oder PE sind, aber der Nachweis zerstört die Probe.

Das Spektrometer kam heute, das baue ich jetzt zusammen und mach damit mal 'nen Kaliumnachweis :-)
Gruß,
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon flexiblebird » 23. Okt 2016, 11:52

Oskar hat geschrieben:Vierkant Enghalsflaschen 100ml, da gibt es schon einige Anbieter. Ein Händler bietet sie z.B. komplett mit Schraubverschluß für 0,99€ an (Abnahmemenge 1 Stück bis ca. 100 Stück, dann billiger). Aber der Ersatzteilservice hat die auch. Offiziell nicht mehr in rot und blau, aber ich fragte nach und sie hatten noch farbige.

Leider hat Kosmos keine Flaschen mehr, aber diese hier in weiss (farblos) entsprechen genau den alten Kosmos Säureflaschen und passen damit in die Styroporformen

http://www.ebay.de/itm/Leerflaschen-5-S ... 1600540516
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Re: KOSMOS Chemie-Labor C1

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 26. Okt 2016, 22:14

DerAmateur hat geschrieben: Einige Chemikalien neigen sich ebenfalls dem Ende, insb das Kobaltnitrat. Welche Anlaufstellen sind noch vielversprechend?


Skus, leider nicht ganz billig, Abgabemenge 100g für 15€ plus Merkelsteuer und Versand. Kobaltchlorid und Kobaltsulfat sind schon verboten. Man sollte dann wohl zugreifen, bevor das Nitrat auch noch auf den Index kommt. In Schulen sind sämtliche Kobaltsalze verboten und müssen abgegeben werden. :roll:
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