Dampfmaschine Rohrhalter

Der junge Forscher Mikromann schaut sich die Welt des Kleinsten an...

Dampfmaschine Rohrhalter

Ungelesener Beitragvon Georg » 18. Mär 2013, 12:15

Hallo,
momentan sichte ich zwei unvollständige Kästen Mechanik,
die aus den 50ern stammen.
Das Anleitungsbuch ist von 1949, einige Teile aber jünger ,
andere "fremd" aus anderen Kästen.
Dabei ist ein "Rohrhalter", wie er auch vom Technikus her
bekannt ist.
Dieser Rohrhalter nun ist blau lackiert.

Bild

Ich habe die Bilder aller hier dokumentierten Techniküsse
durchgesehen, aber da schaut man immer auf die Kante des Blechs,
Farbe ist nicht auszumachen.
Die Rohrhalter in meinen Techniküssen sind blank, teilw. ziemlich korrodiert.
Könntet ihr bitte mal in euren Kästen nachsehen?
Gruß
Georg
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 18. Mär 2013, 12:50

Meine Technikus-Kästen haben folgende Halter:

    1. Auflage 1937: blank
    7. Auflage 1954: blank
    10. Auflage 1956: blau
    11. Auflage 1963: blau
    2x 13. Auflage 1966: blau
    18. Auflage 1975: blank (!)

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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon Georg » 18. Mär 2013, 13:45

Hallo jürgen,
das ist ja mal interessant! Ich dachte eher, daß da jemand
gebastelt hat.
Mit diesen Mechanik-Kästen bin ich etwas ratlos.
Einerseits sind sie ziemlich zusammengewürfelt
(Nach Evidenz eines Stempels auf einem Holzkasten aus einer
Volksschule, vermutlich viel Verlust und Ersatzteilbeschaffung
oder Teile-Verschleppung zwischen Kästen im Bestand)
Andererseits scheinen sie selten zu sein, und solange wir
nichts besseres haben, könnte man sie hier vorstellen.
Nur: unter welchem Jahrgang?
Gruß
Georg
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon duckrider » 18. Mär 2013, 14:10

"Techniküsse" ist sehr wohlgefällig, weiter so!
:clap:
Gruß
Thomas
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon Georg » 18. Mär 2013, 16:10

Hallo Thomas
ich orientiere mich am Neutsch:
http://verben.texttheater.net/Plurale
http://verben.texttheater.net/Sch%C3%B6 ... ur%C3%A4le
z. B,
Der Stuss - Die Stüsse
:=)
Georg
 
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon duckrider » 18. Mär 2013, 19:31

mercie beaucoup!
ob ich aber

"der Mull – die Mulle:
Operationswunden und Verbrennungen werden mit verschiedenen Mullen versorgen"
auf meine Verletzungen verstorbene Maulwürfe (sic: http://de.wikipedia.org/wiki/Mull) aufgelegt haben möchte,darf ich darüber noch mal nachdenken? :blaep:

Thomas
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon Georg » 19. Mär 2013, 13:40

Hallo,
diese Abb aus einem Prospekt von 1957 :

Bild

hat mir weitergeholfen.
Er zeigt die dreickigen Bügel für die Waagschalen und daß die Kolbenstange in den
späteren Kästen Mechanik entfiel, ersetzt durch die Pumpenstange mit einer
Schnittklemme als Verbindung zum Dampfmaschinenbügel.
Das erklärt auch die großen Biegeradien beim Bügel, damit er durch die
Klemme gefädelt werden kann.
Das entspricht dem Inhalt meiner Kästen, der nun verständlicher wird,
bzw den ich nun von dem Verdacht "nicht Original" freisprechen kann.
Daß noch 1957 der "dicke" Dampfkessel eingesetzt wurde, während
in den Kästen Technikus schon schon mind. seit 1954 die schlankere
Kochflasche verwendung fand, erstaunt mich doch.
Wollte man bewußt Unterschiede machen? Oder waren die zuständigen
Abteilungen verfeindet? :=)
Gruß
Georg
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon buedes » 19. Mär 2013, 13:58

Hallo Georg,

ich vermute, man hat zu einer schlankeren Kochflasche gegriffen, damit man den Technikus- Kasten niedriger halten konnte. Denn bei der Verpackung ist dieses Teil Höhe bestimmend.

Gruß, Horst
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon Georg » 19. Mär 2013, 14:08

Hallo Horst,
das dürfte es gewesen sein! Obwohl verfeindete Abteilungen,
die sich mit Murmeln aus den Technikus-Kanonen beschießen,
wesentlich "interessanter" wären :=)
Gruß
Georg
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon buedes » 19. Mär 2013, 14:39

Hallo Georg,

auf deinem Prospekt ist neben der Dampfmaschine ein zweites Gerät (Versuchsanordnung) abgebildet. Ich komme jetzt nicht drauf, was das sein könnte?

Gruß, Horst
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon duckrider » 19. Mär 2013, 17:03

Sieht mir auf den ersten Blick nach einem Experiment zur Wärmeausdehnung aus: Ein Faden mit Gewicht läuft über die Zeigerrolle.

Wer hat Genaueres?
Thomas
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon Georg » 19. Mär 2013, 17:47

Hallo Horst, Thomas,
Lehrbuch 8.Aufl. S100 zeigt einen Versuch für
ein Modell eines Metall(Aneroid)barometers:
Bild

Der Spiritusbrenner wird als Unterdruckmeßdose benutzt!
1957 hat man wohl zusätzlich einen Hebel eingeführt,
um die Empfindlichkeit der Anzeige zu steigern.
Ich staune immer wieder über den Einfallsreichtum
von Wilhelm Fröhlich, was die Mehrfachnutzung der
Teile im Kasten betrifft.
Georg
 
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon buedes » 20. Mär 2013, 10:00

Hallo Georg und Thomas,

also Druckdose o.k. !
Aber die Skalenanzeige ist ja auf dem Prospekt ganz anders ausgeführt. Wie könnte die dort funktionieren?

- Am rechten Ende des Fadens eine Holzleiste, die unten auf einer Feder sitzt ?
- Am anderen Ende des Fadens links: Ist das ein Gewicht?
- Unten dann der Betätigungshebel, welcher irgendwie mit dem Gummistopfen auf der Dose verbunden sein muss. Aber wo ist dessen Drehachse?

Bild

Gruß, Horst
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon Georg » 20. Mär 2013, 11:28

Hallo Horst,
meine Exegese des Bildes ist diese:
Der Hebel drückt nur auf den Stopfen der Dose, und ist einarmig,
mit dem linken Ende an dem großen Ständer angelenkt.
Am rechten (kleinen) Ständer ist ein Winkelhebel gelagert,
der mit dem einarmigen Hebel auf Zug verbunden ist, möglicherweise
mit "Worschdekordl" :=)
Den kleinen, horizontalen Teil des Winkelhebels muß man mehr
erahnen als sehen, da er im Bild mit dem Grundbrett verschmilzt.
Vom oberen Ende das Winkelhebels geht eine Schnur zur Rolle mit dem
Zeiger, umschlingt den zweckmäßig einmal und geht weiter zu einem
Gegengewicht oder Feder, die dafür sorgen, daß der erstgenannte
Hebel auf die Dose drückt.
Die Konstruktion von 1949 ist meiner Meinung nach in dem Punkt etwas
schwach, da man sich nur auf den Zeiger als Gegengewicht verlassen will.
Gruß
Georg
PS
nach nochmaligem Studium des Bildes und meiner Kästen bin ich zu dem
Schluß gekommen, daß das eine Feder ist, und zwar in Form der
Federwaage, die es im Kasten gibt:
Bild
Georg
 
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon buedes » 20. Mär 2013, 12:07

Hallo Georg,

findest du in deinem Kasten auch diesen "Winkelhebel" oder Teile für den zusammenzubauen?

Die Federwaage wird ja nur als Feder benutzt, um den Faden zu spannen und ist unten einfach am Mast befestigt. Richtig?
Dann könnte ich mir die Funktion des Apparates schon vorstellen. Der Hebel muss dann auch gar nicht am Gummistopfen befestigt sein, sondern liegt nur auf. Letzen Endes wird er leicht angedrückt, nach unten gezogen, durch das System Federwaage- Zeigerschnur- Winkelhebel - Worschtgordel.

Gruß, Horst
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon Georg » 20. Mär 2013, 14:42

findest du in deinem Kasten auch diesen "Winkelhebel" oder Teile für den zusammenzubauen?


Horst,
im Prinzip ja. Ich baue gerade mal auf, soweit ich Teile
habe. Ich melde mich dann mit Bildern.
Gruß
Georg
So jetzt zwei Bilder dazu. Ich mußte etwas improvisieren, denn diese
feineren Holzleisten (und ihre Bohrungen) änderten sich bei den Ausgaben .
Der Winkelhebel ist nur per Schraube geklemmt, das ist ärgerlich
wenn er bei Überlastung zusammenklappt, angenehm, wenn man
den Federzug einstellen will. Eine Konstruktion mit Gegengewicht
wäre wesentlich einfacher zu justieren, da dann die Zugkraft nicht
mehr vom Ausschlag abhängt.

Bild
Bild
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon Georg » 20. Mär 2013, 16:12

Und noch ein Fundstück!
Wie das in so Kisten ist, man findet immer noch was :=)
Diesmal ist es das Hütchen auf dem Spiritusbrenner.
Während der Rest das Brenners in dem üblichen Alu
gefertigt ist, besteht das Hütchen aus Messing.
Allerdings sitzt es auch ein wenig locker, es könnte
somit auch Kosmos-fremd sein.
Weiß da jemand was? Wie sieht das in den ganz alten
Chemiebaukästen aus?
Gruß
Georg
Bild
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon buedes » 20. Mär 2013, 16:29

Hallo Georg,

rückschauend nochmal ein großes Dankeschön für die Aufklärung in Wort, Bild und praktischem Experiment! :thumb:

Gruß, Horst
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 20. Mär 2013, 16:58

Georg hat geschrieben:Wie sieht das in den ganz alten Chemiebaukästen aus?


Ich habe nur ein Exemplar aus einem Allchemist von 1969; dieses ist komplett aus Aluminium gefertigt inklusive Hütchen, welches recht fest sitzt.
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Re: Fundsache

Ungelesener Beitragvon Georg » 20. Mär 2013, 19:40

Hallo Horst,
keine Ursache, das hat doch Spaß gemacht.
Hallo Kosmonaut,
so jung möchte ich nochmal sein....
1969 fing ich an Chemie zu studieren und in der Zeit fiel mir ein
Anleitungsbuch zum Allchemist in die Hand und weckte Jugenderinnerungen.
Ich hatte selber keinen Allchemist, ich las die Bücher von
Römpp und machte die Experimente. Im Städtchen gab es eine
Chemieschule, in der man recht günstig Chemikalien und Gerät
kaufen konnte.
Gruß
Georg
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