Projekt KOSMOS Radiomann im Maßstab 1:2

Alte Kästen - Versuche nachgebaut und neue Ideen

Projekt KOSMOS Radiomann im Maßstab 1:2

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 22. Mai 2011, 22:00

Hallo liebe Gemeinde,

ermutigt durch Jürgen möchte ich hier mal ein "kleines" Projekt von mir vorstellen.
Angeregt durch die Idee von Herrn Kainka bezüglich des "wahrscheinlich kleinsten Radiomanns der Welt", habe ich mir überlegt, warum denn auf diese Art nicht mal den Baukasten Radiomann im kleinen Maßstab nachbauen?
Da ich einen Holzplatten-Radiomann mein eigen nennen kann, hatte ich mal die Möglichkeiten eruiert. Nicht zuletzt aufgrund der Röhrenabmessungen der Bleistiftröhre 6021 (HF-Doppeltriode) war schnell klar, dass es sich nur um eine Verkleinerung im Maßstab 1:2 handeln kann. Das ganze soll ja nach Möglichkeit nicht nur maßstabsgerecht sein, sondern auch funktionieren.
Zunächst hatte ich anhand meines Radiomanns einige Teile angefertigt:
Bild

Wenn es schon ein Nachbau ist und ich die Möglichkeit habe zu entscheiden welche Auflage, dann kann natürlich nur die erste Auflage in Betracht kommen. Freundlicherweise hilft mir Jürgen mit einem Ansichtsexemplar, dafür an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank!

Nach Durchsicht des Kastens ist mir aufgefallen, dass doch so Einiges zumindest in Details anders ist. So stellte ich z.B. fest, dass die große Grundplatte früher eine Bohrung weniger hatte, das Summerbrett genauso dick war, die Drehko-Statorplatten aus Eisenblech und nicht aus Aluminium waren etc.
Also alles wieder von vorn...wobei die vorher angefertigten Teile sicher in einem anderen Projekt Verwendung finden werden (z.B. Reiseempfänger des KOSMOS Ergänzungsgeräts 3c).
Nachdem ich nun Einiges wieder angefertigt habe, wollte ich Euch daran mal teilhaben lassen. (Größenvergleich mit Original-Brett und -Drehko)
Bild

Dieses Wochenende stand im Zeichen des Kondensators. Der Drehko hat ein paar Teile dazu bekommen, der Gitterkondensator und der Telefonkondensator sind entstanden. Leider kann ich keine Kapazitäten messen. Sie werden die Kapazität ihrer Vorbilder aber sicher nicht erreichen. Wir werden sehen, wie sie funktionieren.
Bild
Der Telefonkondensator ist zweifelsohne der Stolz meines Wochenendes... :lol:
Achso, wegen des fehlenden Größenvergleichs: Der Telefonkondensator ist insgesamt 24,5 mm lang, die Schlitzschrauben des Drehkos haben Gewinde M1,4 (Rändelschrauben bekomme ich leider in der Größe nicht) .

So, das war's für's Erste! Ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

Viele Grüße,
Thomas
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Re: Projekt KOSMOS Radiomann im Maßstab 1:2

Ungelesener Beitragvon wolfgang » 26. Mai 2011, 08:15

Hallo Thomas,

nettes Projekt, dass Du da vorstellst. Das macht Lust, auf mehr.

Bei Maßstab 1:2 ist die Drehkofläche nur noch 1:4 gegenüber dem Original. Gleichst Du den Kapazitätsverlust wieder durch geringern Plattenabstand aus? Auch die Spulen werden durch den Größenunterschied auch eine andere Induktivität haben. Wie willst Du das ausgleichen? Oder baust Du einen KW-Radiomann?

Gruß
Wolfgang
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Re: Projekt KOSMOS Radiomann im Maßstab 1:2

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 27. Mai 2011, 17:12

Hallo Wolfgang,

danke für Deinen Kommentar.
Die von Dir geäußerten Gedanken hatte ich auch schon. Ich habe zwar den Werdegang vom "Spiele mit Radio" bis zum "E 200" komplett durchlaufen (beide noch vorhanden), bin aber in den theoretischen Dingen wie z.B. der Berechnung von Kapazität und Induktivität alles andere als ein Fachmann.
Ich gehe davon aus, dass die Kapazitäten der Kondensatoren geringer sein werden. Ich konnte z.B. auch nicht in den originalen Telefonkondensator hineinschauen. Meiner hat jedoch 18 Lagen erhalten, vielleicht gleicht das etwas aus. Der Drehko hat auf jeden Fall einen wesentlich geringeren Plattenabstand.
Die Induktivität der Spule versuche ich durch die Verwendung von HF-Litze 6 x 0,05² auszugleichen. Ist möglicherweise eine naive Annahme. Ob das funktioniert, weiß ich somit natürlich nicht.
Insgesamt erwarte ich nicht mit den gleichen Einstellungen die gleichen Sender empfangen zu können. Es soll nur ein funktionsfähiges Modell des Radiomanns werden. Wenn er denn KW-Empfang statt MW-Empfang haben sollte, würde ich das persönlich dennoch als Erfolg werten und mich drüber freuen. :-)
Letztlich handelt es sich um einzelne Bauteile, die auch später noch durch besser funktionierende ersetzt werden können. Insofern handelt es sich bei meinem Projekt im wahrsten Sinne des Wortes um einen "Experimentierkasten"! ;-)

Ich habe dieses Projekt hier nicht nur eingestellt um etwas zu zeigen, sondern freue mich auch über Beteiligung, Diskussion und Anregungen.

Mal eine Frage: Weiß jemand, wie lang der beigegebene Verbindungsdraht in den alten Kästen war? Es kommt mir nicht auf eine genaue Meterangabe an. Interessant wäre schon, ob bei der Länge die Antennen- und Erdleitung berücksichtigt wurde.

Ich halte Euch wie versprochen auf dem Laufenden, natürlich auch über den möglichen Empfang des ganzen.

Gruß,
Thomas
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Re: Projekt KOSMOS Radiomann im Maßstab 1:2

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 27. Mai 2011, 18:34

...leider kann ich nicht sagen, welche Länge der Verbindungsdraht auf dem Pappwickel hat. Da muss man notfalls die Lagen abzählen bzw.schätzen.


Hier einmal ein Bild vom "gefüllten" Wickel aus Kästen verschiedener Auflage:

Bild


Die Abmessung des leeren Wickelkörpers (zum Kopieren und Verkleinern):

Bild

Interessant wird auch der 1:2-Nachbau der RE074d-Röhre, den ThomasK ja auch plant, wie man an seinem Foto mit der Bleistiftröhre erkennt. Eine Doppeltriode ist ja eigentlich nicht so passend. Als Pentode verwendet B. Kainka in seinen Versuchen die EF95, vielleicht lässt sie sich hier als Doppelgitterröhre nutzen. Oder eine Subminiaturröhre wie die DF67 (DF167).


Die genannten Röhren von links nach rechts: DF167, EF95 und RE74d:

Bild

Auch an eine russische 1SH18b- oder 1SH24b- Bleistiftröhre (Pentoden) könnte man vielleicht denken?

@ ThomasK: Wenn auch die 1:2-RE074d im Moment sicherlich noch keine Priorität hat, könnte ich dir die EF95, die DF167 und je eine von den kleinen Russenröhren zur Weiterverwendung zuschicken. Natürlich nicht auch die Original-RE74d, aber die hast du ja auch selbst. ;-)

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Re: Projekt KOSMOS Radiomann im Maßstab 1:2

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 30. Mai 2011, 20:16

Hallo Jürgen,

danke für die Bilder u.a. von dem vollen Wickel. Ich habe auch so einen aus einem Elektrokasten.
Also für die Verbindungsdrähte war da sicher reichlich drauf. Ich wage aber zu bezweifeln, dass es dann noch für vielleicht 10m Antenne gereicht hätte. Ich werde den in klein einfach mal vollwickeln, würde in dem Maßstab ja eh nicht für eine Antenne reichen.
Interessant ist, dass in den Anleitungen zumindest zur ersten und zweiten Auflage nur eine lose Drahtrolle abgebildet ist.

Zu den Röhren habe ich auch mal eine Frage: Warum findest Du die Doppeltriode nicht so passend bzw. eine Pentode passender? Ich bin da eigentlich ganz offen, will das aber nach Möglichkeit verstehen.
Ich werde wahrscheinlich eh nach Fertigstellung ein wenig mit unterschiedlichen Teilen experimentieren müssen. Die EF95 sieht ja von der Form her auch besser aus, als eine Bleistiftröhre, ist aber womöglich schon wieder leicht zu groß.

Zuguterletzt nochmal etwas ganz Untechnisches: Derzeitiger Stand des Modell-Kartons.
Bild
Die Kanten müssen noch hellblau überklebt werden und dann muss ich mir noch dunkelgrünes Papier für die Außenbeklebung suchen. Zumindest haben jetzt die schon fertigen Teile eine sortierte Bleibe.

Bis demnächst,

Thomas
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Re: Projekt KOSMOS Radiomann im Maßstab 1:2

Ungelesener Beitragvon wolfgang » 31. Mai 2011, 09:13

Klasse Idee, nicht nur den Aufbau sondern auch den Kasten mit aufzubauen. Da ich keine Sammler bin, bin ich bisher nicht mal auf die Idee gekommen, das man sowas auch machen kann.

Respekt.

Gruß
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Re: Projekt KOSMOS Radiomann im Maßstab 1:2

Ungelesener Beitragvon wolfgang » 3. Jun 2011, 07:32

ThomasK hat geschrieben:Der Drehko hat ein paar Teile dazu bekommen, der Gitterkondensator und der Telefonkondensator sind entstanden. Leider kann ich keine Kapazitäten messen. Sie werden die Kapazität ihrer Vorbilder aber sicher nicht erreichen. Wir werden sehen, wie sie funktionieren.


Hallo Thomas,

ich denke Du wirst nicht an Messungen vorbeikommen, da die Bauteilwerte wenigstens grob stimmen sollten. Das macht die Inbetriebnahme dann leichter. Da Du im Besitz der Originalteile bist, reicht da schon eine Vergleichsmessung. Diese kannst Du z. B. mit den Teilen des E200 machen. Aus Kapitel 24 einen beliebigen Sinusgenerator mit Verstärkerstufe aufbauen, statt den Lautsprecher die Wheatstonsche Messbrücke aus Kapitel 14.2 aufbauen. Als Anzeigeinstrument brauchst Du allerdings irgendwass, dass Wechselspannung anzeigen kann, Da es nicht auf den Messwert, sondern auf den Nullabgleich ankommt, reicht jedes billige DVM oder sogar ein hochohmiger Kopfhöhrer aus. Als Rn und Rx kommen dann die Original und Nachbauteile für den Radiomann zum Einsatz. Bei Nullabgleich der Messbrücke gilt für die Spulen Ra/Rb = Lx/Ln (siehe Hanbuch E200) bei den Kondensatoren ist es wegen das umgekehrten Frequenzverhalten etwas anders Ra/Rb = Cn/Cx.

Ich denke, mit dieser Methode kannst Du die Bauteilwerte genau genug bestimmen, und ggf. schon vor der Inbetriebnahme weit genug optimieren.

Gruß
Wolfgang
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Re: Projekt KOSMOS Radiomann im Maßstab 1:2

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 5. Jun 2011, 19:59

Der 1:2-Radiomann benötigt zum Betrieb mit Röhre ja auch 4,5-V Flachbatterien. Da die herkömmlichen AAA-(LR03)-Microzellen leider zu groß sind, wird ThomasK´s Projekt wohl auf je drei 1,5-V-Knopfzellen pro Batterie hinauslaufen?

Das Flachbatterie-"Gehäuse" für die Zellen könnte mit zeitgemäßen Banderolen beklebt werden, welche man als PERTRIX z.B. hier herunterladen kann. Das müßte natürlich mit einem Bildbearbeitungsprogramm, z.B. mit dem kostenlosen Irfanview, noch entsprechend verkleinert werden. ;-)

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Re: Projekt KOSMOS Radiomann im Maßstab 1:2

Ungelesener Beitragvon ThomasK » 7. Jun 2011, 21:12

Hallo lebe Gemeinde,

leider kann ich nicht täglich hier reinschauen bzw. antworten. Ich bitte das zu entschuldigen.

Zunächst mal herzlichen Dank an Wolfgang für den Tipp mit meinem E200! Das werde ich sicher ausprobieren, zumal mein Kasten kein Sammelstück mehr ist, sondern reichlich benutzt (aber noch vollständig und ganz). Sollte ich mit dem Aufbau oder der Funktion Schwierigkeiten bekommen, melde ich mich einfach.
Da ich momentan im Detektorradio-Selbstbau-Fieber nach historischen Anleitungen bin, hatte ich auch schon mal über den Kauf eines einfachen Multimeters dazu nachgedacht. Die gibt es ja schon ab 20,-€ in der Bucht.

Zu den Batterien:
Hier war ich mal wieder ein wenig zu schnell, in dem ich ein paar LR1 Lady-Zellen gekauft hatte. In der Höhe wären die auch wunderbar, aber natürlich doch einiges zu dick. Insofern werde ich in die zu fertigende Hülle (Batteriegehäuse) wohl tatsächlich Knopfzellen stecken müssen. :-(
Die alten Batteriebeschriftungen kannte ich schon aus meiner noch nicht aktiven Zeit aus dem Vorgängerforum. Die sind natürlich absolut Pflicht!
Im Übrigen hat IrfanView schon bei der Verkleinerung Deiner "Beipackzettel" und des Deckelbilds geholfen, Jürgen. Die sind ja auf dem Bild weiter oben schon zu sehen. Der Karton ist allerdings noch nicht fertig, ich suche immer noch halbwegs passendes grünes Papier.

Viele Grüße,

Thomas
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Re: Projekt KOSMOS Radiomann im Maßstab 1:2

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 19. Jun 2011, 16:24

Schon vor einiger Zeit äußerte ich Bedenken gegen die Verwendung der von ThomasK genannten Doppeltriode 6021 als 1:2-Ersatz für die RE074d. Warum? Selbst einmal unterstellt, die 6021 würde bei der kleinen Anodenspannung von 13,5 V überhaupt funktionieren, fehlte ein Anschluss.

Die Originalröhre ist eine Tetrode, hat also 4 Anschlüsse, also zwei Gitter. Die Triode hat nur ein einziges Gitter, da müßte die Seitenschraube des Miniatur-Nachbaus frei bleiben.

Daher habe ich mir Gedanken über einen passenden Ersatz gemacht. Abhilfe schafft die russische Bleistiftröhre 1SH24b. Da das Thema von genereller Bedeutung sein dürfte, habe ich es bei uns hier (klick) geschrieben.

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