Versuche mit dem LW-Sender Donebach

Alte Kästen - Versuche nachgebaut und neue Ideen

Versuche mit dem LW-Sender Donebach

Ungelesener Beitragvon hgd » 27. Jul 2013, 22:05

(A)
Jeder von uns kann mit einem gängigem TRX, mit dessen durchgängigem RX, Donebach im Odenwald auf 153 kHz empfangen. Die Finanzierung der AM-Sender der ARD ist aber nach den gelesenen Texten im Jahr 2014 nicht gesichert. Das ergab die Idee von Martin, jetzt wo der noch (tagsüber mit 500 kW und nachts mit 200 kW) sendet, mit ihm Empfangsversuche zu machen, mit einfachsten Schaltungen, mit einem Detektorradio.

(B)
Natürlich gibt es mehrere Schaltungen für Detektorradios, aus unseren (früheren) Experimentierkästen und aus Büchern, z. B. dem Radio-Baubuch: Detektor pur mit Ge-Diode, dito mit Si-Diode, dito mit Entdämpfung, das Letzere mit Transistoren und alles mit Halbleiter-Dioden oder auch mit Röhrendioden, eine alleine, zwei parallel (mit Heizung in Serio), mit Dioden und auch mit als Diode geschaltete Mehrelektrodenröhren.

Aus dieser Darstellung wurde mir klar, es gibt mehrere Schaltungen, die zu vergleichen interessant sein könnte. Hinzu kommen ja Variationen durch Antenne und durch Koppelwindundungen bzw. Anzapfungen und Kondensatoren für Antenne und Diode und auch mehrere Antennen: Langdraht, Kurzdraht und Ferritantenne, in Resonanz oder nicht, dazu Anpassgeräte ...

Negativ formuliert: da blick ich nicht durch, das lass ich bleiben, ich will meine Ruhe haben

oder

mit Reinhard Mey (Schreibweise?) "Oh Anabel, ... mach meine heile Welt kaputt"
positiv formuliert: eine interessante Möglichkeit (ein Anlass) mal wieder zu basteln, zu probieren und zu experimentieren.

Mir kam dann noch die Idee, ich setze mich in mein Auto, baue die Schaltung auf ein Experimentierkastenpult auf und fahre in Richtung Donebach, bis es funktioniert.

Am Ende der Fahr könnte man vielleicht noch auf die Idee kommen, ohne Elektronik, nur mit einem Glühbirnchen Donebach zu empfangen und so ein historisches Ereignis (so ähnlich wie beim Empfang von SAQ) zu wiederholen, womit dann auch der Bogen zum Thema Das StGB und die moderne Physik gespannt wäre.

(C)

OK, aber bei LW muss man Spulen wickeln, mit vielen Windungen, und als meistens fauler Mensch kam ich auf die Idee, alle meine HF-tauglichen Induktivitäten zu sichten, mit einem gelben LCR-Meter zu messen, aufzulisten und die erforderlichen Parallelkapazitäten für Resonanz auf Donebach zu berechnen.

Das Ergebnis für meine Verhältnisse ist als .pdf angehängt.

(D)

Die fett markierten C-Werte kommen bei mir in die engere Wahl, weil ich möglichst ohne Koffer mit Riesenblechpaketen anreisen will, da gäbe es natürlich auch mechanische Bastellösungen mit Aluboxen usw ;). Aber ich möchte es klein haben. Und ...

Eine Ferritantenne als Teil des Resonanzkreises, mit ihrer Peilfähigkeit, liesse mich auch Drahtantennen verzichten (mit Ausnahme der "historischen StGB-Lösung". Von den Lang- und Mittelwellen-Amateurfunken habe ich gelernt, dass Feritte möglichst nicht in die Sättigung getrieben werden sollen.

Aus diesen Gründen denke ich an die LW-Ferritspule für den Jubiläums-Radiomann, ansonsten aber an einen langen Ferritstab, der bereits zwei Windungen verschiebbar enthält (und noch Platz für zwei weitere Spulen hat). Diesen langen Stab würde ich in einem Pappkarten befestigen mit Holzgriff oben. Ein zweiter Karton daneben enthielte mein R+E-A-Kasten-Pult.

(D)
Abschließend noch etws zu den Röhrenfassungen. Radio + Elektronik hat im Kasten D eine "Röhrenplatte" für die EF98. Ich habe aber etliche andere Röhren und möchte auch mal mit ECCs und ECL und vielleicht auch mit zwei Röhren bastlerisch aktiv werden.

Wie schliesst man diese Fassungen dann an?

Aus der DDR habe ich zwei "Röhrenplatten". Die heissen wirklich so und sind riesengroß für den Physikunterricht gedacht gewesen. Bei 153 kHz ist das natürlich kein Thema, aber: ich hätte gerne die Röhre(n) mitten auf meinem Pult, auch wenn ich nicht mit der EF98 aus dem D-Kasten die Schaltung aufgebaut habe.

Meine Idee:

ich kaufe einige gleiche niedrige ggf. auch schmale Plastikboxen. In jede kommt eine andere Fassung hinein. Die Lötfahnen der Fassung werden auf kleine (2mm) oder/und große 4mm (Telefon-) Buchsen geführt, aber vor allem auf Lötösen entsprechend langer Lötösenstreifen. Daran befeste ich kurze Drähte, die auf dem Pult die anderen Baulemente mit der/den Röhre(n) verbinden. Das ist besser als eine "zwei-Stecker-pro-Anschluss-Lösung".

Damit diese Kästchen auf dem Experimentierpult fest eingeklemmt bleiben, werde ich zwei der Brettchen opfern und die Nieten von oben oder unten ausbohren mit 3mm-Dm-Bohrer. Die, dachte ich zunächst, werden dann unter das Unterteil der Kästchen geklebt. Und wird ein anderes Kästchen / Fassung benötigt, wird einfach der untere Teil der Box/Kästchens abgeschraubt und der einizige Boden mit diesen Brettchen untergeschraubt.

Aber es geht noch etwas anders, ist der Niet ausgebohrt passt beim Radio + Elektronik eine M2- und sogar eine M3-Schraube von unten in die Noppen hinein. Entsprechend lange Schreiben führen dann als Gewindestange oben heraus und in die Unterseite der Röhren-Fassungs-Kästchen hinein, dort von innen verschraubt.

Vielleicht ließe sich ein federnder Mechanismus einbauen, der diese Gewindestangen ohne Verschrauben mit dem Kästchen verbinden, dass man dann mit etwas Kraft von diesen Gewindestangen abziehen könnte. Hauptsache für mich, diese Adapter-Kästchen für Röhren rutschen auf dem Experimentierpult nicht herum.

Da ist also noch etwas Luft für kreative Ideen.

Dieses Posting wurde für den DARC-OV F03 und für das Experimentierkasten-Board ohne jeweilige Anpassungen geschrieben.

Über Anregungen zu den Röhrenplatten bzw. -Kästchen und zur Durchführung von Detektorversuchen bei LW- (und auch MW-) Sendern würde ich mich freuen.

http://www.radiomann.org/downloads/induktivitaeten.pdf.

Gruß bzw. 73
Hans-Günter
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Re: Donebach auf LW mit R + E empfangen

Ungelesener Beitragvon buedes » 2. Aug 2013, 10:18

Hallo Hans-Günter!

Bitte erkläre einem Nicht-Amateurfunker wie mir, was ein LCFR ist. :zucken:

Gruß, Horst
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Re: Donebach auf LW mit R + E empfangen

Ungelesener Beitragvon hgd » 2. Aug 2013, 23:43

Hallo Horst,

buedes hat geschrieben:Hallo Hans-Günter!
Bitte erkläre einem Nicht-Amateurfunker wie mir, was ein LCFR ist. :zucken:
Gruß, Horst


Danke für die freundlich und berechtigte Frage nebst "emoticon". Es ist ein Programm, von dem ich erfahren habe aus dem Buch ...

Röhren-Projekte von 6 bis 60 Volt
Burkhard Kainka


LCFR ist ein kleines Rechenprogramm für für die Berechnung von Spulen in Schwingkreise. Es stammt vom Buchautor. Auf ...
http://www.b-kainka.de/bastel95.htm
... gibt es dieses proggi hinterlegt, kann aber auch via Link unten auf der Seite gesaugt werden.

Viel Spass beim Spulenwickeln. Diese Anwendung und diese Seite und die beiden Bücher von Kainka haben meine anfängliche Scheu vorm Spulenwickeln und Berechnung weg geblasen :ausflipp: .

Gruß
Hans-Günter
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Re: Versuche mit dem LW-Sender Donebach

Ungelesener Beitragvon hgd » 2. Aug 2013, 23:53

Hallo Liste,

dieses (erste) Posting handelt zwar vom Jubiläums-Radiomann, es ist hier nachträglich neu einkopiert. Es ging mir zunächst nur um Versuche mit dem Radio + Elektronik 7A bzw. ohne-7-A, die ich durch Vorversuche mit dem Radiomann vorbereiten wollte. Ich danke Jürgen für den Hinweis, beides könnte in einem "Faden" zusammen geführt werden. Inzwischen stellte sich bei mir auch heraus, dass sich alles zu einem Projekt entwickelt hat, das über den Rahmen von sowohl Radiomann als auch R + E hinausreicht, mit größeren Anteilen von Selbstbau und Experimentieren "auf der grünen Wiese". Bitte um Verständnis, dass das vielleicht hier etwas holprig erscheint, aber manchmal entwickeln sich Dinge eben weiter.

Einschub

Ich verfüge leicht entspannt inzwischen über drei Sätze des Radio + Elektronik. Damit habe ich genügend "Brettchen", die auch bis zu dreifach vorliegen und Ausgaben für interne Bastelprojekte sein werden. Ich denke auch daran, bei einem Pult aus dem A, die Federklemmen hinaus zu werfen. Als der dritte Kasten kam, musste ich feststellen, dass die Messing-Klemmen dunkelbraun oxidiert sind und keinen Kontakt zu den angelöteten Bauelementen aufweisen. Mit Hunderten von Kurzhub-Feilungen mit Schlüsselfeilen in den Durchbrüchen der Klemmen für die Verbindungsdrähte will ich mich jedenfalls nicht quälen. Heute habe ich einen Drehko getauscht, weil der offenbar defekt war und nur bis ca. 250 pF kommt, dann dreht sich sichtbar etwas durch. Aus dem dunkelbraun korrodierten Pult kam das Ersatzteil. Die klemmen lassen sich auch im Pult leicht löten 8) . Liessen sich die korrodierten Klemen demontieren, dann kämen die in den WC- bzw. Prothesenreiniger (alles Tipps von diesem Board). Aber das ganze Pult will ich da nicht eintunken.

Historisch vielleicht interessant sind kleine Unterschiede, mal gab es schwarze dann aber auch graue Drehknöpfe. Im "korodierten" Pult sind Trafo und seine Zuleitungen von einem Pappkarton umgeben. Und zunächst sagte der Trafo keinen Mucks, das schöne originale Anschlusskabel (endlich !) zeigte keinen Durchgang, bis ich eine Schraube im angespritzten Stecker fand, worunter sich eine total korodierte und durchgeschmolzene Feinsicherung 50 mA befand. 100 mA eingesteckt und alles funktionierte. Die Brettchen waren aber alle normal gedunkelt (Klemmen) bzw. hell (Kunstoff). Der Vorgänger hat also offenbar auch mehrere Kästen neu zusammen gestellt, was ich auch ja jetzt tue. Ich bin ja auch kein "Historiker", habe aber Verständnis für richtige Sammler, denen meine Vorgehensweise ein Graus ist.

Letzens war ja eine ganze R + E Suite auf ebay mit einem Anfangsgebot von weit über 400 €. Das war es mir dann nicht Wert, zumal ich ja bis auf die Spezialglimmlampe alle Bauelemente neu gekauft und auf überzählige Brettchen gelötetet hatte.

Und nun kommt der Radiomann-Versuch auf Langwelle.

Warum das hier steht und was Radiomann mit R + E zutun hat, meine Intention und "roadmap" wird sicher gleich jedem Einleuchten. Ich war ja gestern total fertig mit den Nerven, nicht nur weil hier das ganze Haus renoviert wird mit extremen Belästigungen und Gefahren ... , aber heute geht es mir wieder besser, obwohl die Handwerker mich gestern morgen um 7 und dann noch mal um 8 heraus geklingelt haben. Und heute wollen sie um 6 Uhr klingeln, ich stelle jetzt erstmal und erstmals meine Klingel ab. ... So!

Als ich mir den Jubiläums-Radiomann schenkte war noch nichts von diesem brutalen Geknatter zu hören, vor einem (?) Jahr hatte ich auch noch nichts bemerkt. Das geht von 250 kHz bis hoch nach 5,3 MHz. Als ob jemand hier in Darmstadt ein Überhorizontradar im MW-Leistungsbereich installiert hätte. Das ist so laut, dass ich abends nach 22 Uhr und in der Mittagszeit keine Mittelwelle mehr einschalten kann. Zunächst dachte ich, das seinen neue, starke Mittelwellensender in DRM ... :-x

Jetzt kommt der Text, und dann bin ich weg ...

>
Donebach im Radiomann

Da Donebach im Odenwald abschaltgefährdet und der einzige starke Rundfunk-LW-Sender in der Umgebung, da außerdem die Mittelwelle durch den extrem lauten Knatter-Lattenzaun versaut ist :wut: [verzeiht mir bitte diese emotionale Äußerung ...] und somit fast alle Empfangsversuche der verschiedenen Experimentierkästen (alle grundlegenden auf jeden Fall) auf Mittelwelle undurchführbar sein werden, gibt es mehrer triftige Gründe, sofort mit Versuchen des Langwellen-Empfangs von Donebach (153 kHz) zu beginnen.

Erster Versuch (der "Referenzversuch") soll der Empfang von Donebach mit dem Radiomann (Jubiläums-Radiomann) sein. Hierfür hatte ich auf ebay eine Langwellenspule auf Stiefelkörper gefunden.

Der erste Empfangsversuch, der btw. die grausame Lage auf Mittelwelle erneut bestätigte (die meisten der wenigen Mittelwellensender in dieser Nach sind nur mit äußerst diffizilen Einstellung zu empfangen, an vielen Stellen fliegt einem der knatternde Kopfhörer beinahe um die Ohren) soll Erkenntnisse für den Bau bzw. Bemessung von Bauelementen liefern, die es erlauben, die vielen Empfangsversuche der anderen Experimentierkästen mit umgestrickten Schaltungen (aber immer noch durch die Anleigungsbücher unterstütz) mit Erfolg und Kenntniszuwachs durchzuführen, eben nicht mehr auf Mittelwelle, sondern auf Langwelle. Und dieser Referenzversuch erfolgte am 02.08.2013 mit dem Radiomann erfolgen.

Aber auch auf LW ist das Lattenzaun-Knattern zu hören (im oberen Bereich, Donebach liegt erfreulicherweise aber ganz unten.

Auch auf LW ist das Lattenzaun-Knattern zu hören, liegt aber im oberen LW-Bereich und ist daher von Donebach weit genug entfernt.

Durch Auswertung der "Pfeifsignale" des mit hohem Pegel lose eingekopptelten "Pocket Signalgenerators" wurde für den Abstimmbereich der Langwelle eine untere Frequenz von 194 kHz bestimmt. Es ist daher erforderlich, parallel zur angeklemmten Schwingkreisspule eine Parallel-Kapazität zu bestimmen, die dort "angeklemmt" werden kann.

Mit dem proggi LCFR bestimmte ich zunächst das L der Stiefelspule zu 2,1 mH (gemessen hatte ich vor einigen Tagen 2,3 mH, siehe die .xls, meine frühere Messung wird somti bestätigt) Mit LCFR ergaben sich die Werte wie folgt (langsam schlich ich mich an den erforderliche Wert an, die untere Frequenz des Radiomann wollte ich bei ca. 140 kHz haben.

Tabelle "Parallel-C für Donebach"

320 pF 194 kHz
520 pF 152 kHz
600 pF 142 kHz
620 pF 139 kHz

Der im Radiomann verbaute Drehko weist laut Begleitheft eine Kapaziät von 320 pF auf. Das Parallel-C muss also eine solche mit 300 pF aufweisen. In meiner Bastelkiste fand ich ein keramisches C mit (gemessen) 331 pF. Dieses wird also demnächst mit Anschlüssen versehen, damit es in die Schraubhülsen der Telefonbuchsen für die Spule gesteckt werden kann. Zwei Buchse mit offener Öse (4-mm-Buchseneingang) eignen sich da sehr gut.
<

Wie im Spruch mit den glühenden Kathoden und dem Gemüt, so fühlte ich mich beim Radiomann-Versuch auch. Und freuhe mich schon auf die Zeit, wenn mit selbstgebauten Röhrenplatten nicht nur 1 Röhre (aus dem D), sondern zwei bis vier Röhren auf dem schwarzen A-Pult sich ein Stelldichein geben werden :winkie: .
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LW-Sender Donebach erfolgreich im Radiomann empfangen

Ungelesener Beitragvon hgd » 3. Aug 2013, 00:05

Hallo Liste,

Aufbau und Versuch mit Cges = 650 pF

Cges = 650 pF

Im letzten Posting hatte ich berichtet, warum ich mit dem Radiomann (Jubiläum) Donebach
empfangen will und dass als dafür erforderliches "Parallel-C" ein keramischer Kondensator mit (gemessen) 331 pF ausgesucht wurde.

Damit ergab sich bei heraus gedrehtem 320pF-Drehko eine Frequenz von 171 kHz und bei vollständig hinein gedrehten Drehko eine Frequenz von 133 kHz. Am Tage konnte zwei Rundfunksender mit Kopfhörer gehört werden (mit nachgeschaltetem "Experimente-NF-Verstärker" ganz bequem im Lautsprecher). Der lautere war Donebach (153 kHz). Weiter nach unten hörte ich dann das Trällern von DCF39 (138 kHz) und dann vermutlich noch DCF49 (129 kHz). Letzer war sehr stark, und noch nicht im Frequenzbereich vom Radiomann.

Die Frequenzbereich und die hier genannten Sender wurden mit dem Pocket-Signalgenerator identifiziert, wenn das Audion in der Rückkopplung stand. Ich vermute, die Nähe zu Mainflingen führte da zu einem Ziehen oder Übersprechen am unteren Bandende des modifizierten Radiomann. Nur mit dem Audion in der Rückkopplung konnten Empfangs-frequenzen identifiziert werden. Sehr schön auch, dass von den Rundsteuersendern im nicht schwingenden Audion nichts zu hören war. Erst mit dem schwingenden Audion war alles wie in einem SSB-Empfänger "sichtbar". Der Oszillator "Audion" diente als BFO und das Audion zudem als Produktdetektor. Ein sehr schöner einfacher Empfangsversuch.

In kleinen Schritten weiter in Richtung VLF

Damit habe ich zwar mein Ziel erreicht, es gibt aber ein neues. Mir geht es nicht um die erwähnten LW-Sender außerhalb des LW-Rundfunkbands. Ich benutze sie als Zwischenziele bei meinem "Inselhopping" weiter zum DCF77 (ebenfalls in Mainflingen). Bisher wurde ja alles mit ca. 10 m unter der Decke mit mehreren Knicken verspannten Antennen-draht durchgeführt. Ein kommerzielles Antennenabstimmgerät für den Empfangsamateur (fu = 150 kHz) brachte außer einer geringen Verstimmung der Audion-Frequenz keine Auswirkungen. Der Einsatz an einem so einfachen Empfänger ist etwas schwierig. Und damit ist immer noch nicht Schluss.

Das neue Fernziel liegt noch in weiter Ferne, aber es ist bekannt: SAQ auf 17,1 kHz. Der Störnebel mit "brutalem" nicht-kommunikativem-QRM hat einen erfolgreichen Empfangsversuch mit Ferritantennen bzw. mit einer großen Schleifenantenne an der Wand, mit einem Pegelmesser (MV61) als selektiver VLF-LF-Vorverstärker und Umsetzer mit 200-kHz-Ausgang bisher immer verhindert.

Ich erhoffe mir Hinweise, um dieses Ziel wenn nicht zuhause, dann eben draußen "auf der grünen Wiese" zu erreichen. Vielleicht mit dem Radiomann, vielleicht mit einer selbstgebauten Röhrenschaltung, vielleicht sogar auf einem Experimentierpult vom R + E aufgebaut. Wenn ich mich bereits einen 8-kg-Pegelmesser mit DC-AC-Wandler mitnehmend sehe, warum nicht auch einen niedlich kleinen Röhrenempfänger!

Zunächst werde ich verschiedene C berechnen, die einfach parallel geschaltet werden könne. Die kommen alle nebeneinander auf eine zweireihige Lötösenleiste. Die Ösen einer Seite werden alle zusammen gelötet und fest mit der einer Telefonbuchse der Spule des Radiomanns verbunden. Jeweils ein C wird mit einem kurzen Kabel und Krokodilklemme ausgewählt. Dieser Lötösenstreifen nimmt nicht viel Platz weg. Und ein Gehäuse käme allenfalls später mal in Betracht. Der Radiomann entwickelt sich dabei zu einem Festfrequenz-Empfänger (siehe dazu ggf. den Begriff "Bandspreizung").

Irgendwann wird es erforderlich werden, die Luftspule gegen eine resonante Ferritantenne auszutauschen. Damit könnte auch das Minimum bei einem Störer gepeilt und dieser so ausgeblendet werden. Das Ganze müsste aber nicht nur elektrisch funktionieren, sondern auch stabil sein, nicht mehr angeklemmt am Radiomann, sondern in einem eigenen Gehäuse zumindest aus stabiler Pappe mit Handgriff. Die Herausforderung wird sein, auf diesem Ferritstab auch eine passende Koppelspule für die Rückkopplung zu bauen. Vielleicht muss auch ein ganz anderes Empfängerkonzept gewählt werden. Dieses Thema habe ich noch nicht anrecherchiert.

Egal was auch passiert, es freut mich ungemein, dass ich schrittweise immer weiter geführt werde - durch eine Synthese von Berechnung, Planung, Selbstbau und Experiment und wieder von vorne neu beginnend. Der anfangs nicht erreichbare Donebach hat sich zu einem Glücksfall entwickelt und zu einem richtig großen mehrstufigem Projekt. Wäre Donebach beim ersten Versuch bereits erreichbar gewesen, hätte ich nie nach einem Parallel-C gesucht. Nicht auszudenken, was dann passiert wäre ... nämlich ... gar nichts.

Gruß
Hans-Günter
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Donebach und Mainflingen eingekreist (Langwelle)

Ungelesener Beitragvon hgd » 26. Aug 2013, 23:41

Hallo Liste,

die Empfangsversuche mit dem Radiomann (Holzchissis, Jubiäumsversion) wurden fortgesetzt mit dem Ziel, durch Parallelschalten von Festwertkondensatoren möglischst weit nach unten zu gelangen. Die Versuche fanden statt mit einer auf den Radiomann
passenden (ebay) Ferritkernspule mit Anzapfung für die Rückkopplung. Diese weist lt. Hersteller eine maximal Induktivität von 3,6 mH auf. Ich liess den Kern wohl aus Bequemlichkeit unangetastet ~1 mm unterhalb des oberen Rands vom Spulenkörper (2,3 mH).

Mit 2.348 pF erreichte ich als tiefsten Frequenzbereich 66,6 bis 70,0 kHz. Zu hören war ein nicht abstimmbarer französischer Rundfunksender. Dies war auch der Fall beim zweiten anvisierten Ziel, dem Zeitzeichensender DCF77 (77,5 kHz) mit C{p} = 1.848 pF. Dessen Signal war ziemlich schwach.

Bei einem nochmals weiteren großen Schritt nach unten konnte dann keine Rückkopplung mehr erreicht werden. Die Grenzen der Langwellenspule und der ca. 5 m langen, unter der Zimmerdecke mit mehreren Richtungsänderungen aufgespannten Drahtantenne waren offenbar erreicht.

Für den Empfang von DCF77 (77,5 kHz) hatte sich mit C{p} = 1.848 pF also ein optimaler Frequenzbereich von 73,5 bis 78,2 kHz ergeben. Diese geringe Bandbreite lässt das Abstimmproblem erkennen, wenn nur einfach immer nochmals größer Kondensatoren parallel angeklemmt werden. Der Empfänger degeneriert zum nicht abstimmbaren Festfrequenz-Empfänger und alsbald wird es schwierig, die Modulation noch durch den Schwingkreis hindurch zu bekommen.

Mein erstes Ziel war Donebach (153 kHz) gewesen. Um auch die beiden sich für Vergleichsbeochtungen anbietenden Sender DCF39 und DCF49 in einen mit Donebach gemeinsamen Frequenzbereich empfangen zu können, wurden die Versuche fortgesetzt und ergaben mit C{p} = 414 pF einen optimalen Frequenzbereich von 127 bis 158 kHz.

Mit einem vollständig in die Spule hinein gedrehten Ferritkern (3,6 mH) läge die Grenze mit Sicherheit tiefer aber nicht soweit, dass ich meinem dritten Ziel, SAQ auf 17,2 kHz nahe wäre. Vermutlich reichen die Pegel bei für eine Gittergleichrichtung (Audion) und Rückkopplung nicht mehr aus.

Im nächste Schritt werde ich die Langwellenspule (3,6 mH) durch eine Ferritantenne mit einer LW-Spule + MW-Spule (ihre Verbindung als "Anzapfung" für die Rückkopplung) ersetzen und diese Konfiguration durch zwei in Reihe geschalteten LW-Spulen weiter ausbauen. So hoffe ich, eine Induktivität von 6,2 bis 25 mH zu erreichen und damit alle Mittelwellen-Versuche des Radio + Elektronik mit dessen 500-pF-Drehkos als Langwelle-Versuche mit Donebach (153 kHz) als Versuchsobjekt durchführen zu können.

Mit Verzicht auf die Drahtantenne und deren Ersatz durch die Ferritantenne dürfte sich die Empfangssituation nicht nur durch die Peilfähigkeit des Empfängers weiter verbessern. Die Ergebnisse könnten auch zu einem Modellversuch "Sichtpeiler" mit OP führen und vielleicht auch genügend "Stoff" bereitstellen, um vielleicht doch noch in den Längstwellenbereich (VLF) mit SAQ (17,2 kHz) vordringen zu können. Vielleicht wäre das wie hier geschildert in einem Vorversuch mit dem Jubiläums-Radiomann möglich.

Inzwischen wurde meine Bastelkiste und mehrere Ferritstäbe, Ferritantennen und Langwellenspulen (solo, verschieb- und abnehmbar oder fest aufgeklebt) erweitert. Für einen kontaktsicheren Experimentierbetrieb müssen die nun geeignet montiert werden, denn deren feinen dünnsten Drähtchen mit HF-Litze lassen sich ja nicht in den Klemmen von Experimentierkästen anschliessen. Selbst zartere Krokodilklemmen mit flachem Teil im Maul sind ungeeignet.

Über Anregungen würde ich mich freuen.

Gruß
Hans-Günter
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Detektor-Versuche auf MW und LW

Ungelesener Beitragvon hgd » 11. Sep 2013, 13:53

Hallo Liste,

(1)
erstmals seit ~1964 habe ich ich wieder einen Detektor aufgebaut (und zwar mit dem Radio + Elektronik, als Diode allerdings eine neue AA112) und mir damit die Mittelwelle angehört (vorgestern Abend). War nicht schön. Um Mitternacht zwar einige Rundfunksender zu hören, bereits im Kopfhörer an einer ca. 4 m langen Drahtantenne, aber ansonsten nur das omnipotente den gesamten Bereich vers.... extrem laute Brummknattern.

Das war ja der Grund gewesen, alle Versuche von Mittelwelle nach Langwelle (als Ausweichslösung (für Dengliker: "Plan B")) zu verschieben.

In einem nachgeschalteten "Experimentierverstärker" war das Brummknattern so laut, dass ich damit rechne, demnächst von Nachbarn angesprochen zu werden.

(2)
Nach den Versuchen auf Mittelwelle erwartete ich Entspannung auf Langwelle und baute gestern Abend anstelle der Mittelwellenspule aus dem Experimentierkasten die nachgekaufte Radiomann-Langwellenspule ein. Brummknattern im oberen Abstimmbereich, durchschlagende Rundfunksender (wohl auf Kurzwelle) und die TDMA-Störungen von den 50 m entfernten fast gleichhohen Antennen des "cellular radio". die gelegentlich auch im PC zu hören sind. Aber nichts von Donebach.

Waren dann wenigstens die durchschlagenden Rundfunksender (spanisch u. französich) auf Langwelle? War mein Schwingkreis richtig abgestimmt?

Letzters ließ sich mit zwei Signalgeneratoren als gegeben nachweisen. Und für Ersters schaltete ich das große Röhrenradio ein. Rauschen, Rauschstörungen! Donebach war fast ganz weg. Zuerst dachte ich, Donebach macht DRM oder DAB oder sonst was Digitales.

Dann stellte ich fest, das Rauschen kommt vom Labornetzteil! Vom 0...30V. Nehme das 0...60V, dito! Also kann ich zur Speisung des nachgeschalteten Experimentierverstärkers nur den glücklicherweise vorhandenen 12-V-Batterieblock nutzen.

Also das mit Langwelle ist erst mal kappes. Gemessen am Aufwand ärgerlich. Vielleicht muss ich das konzentrierter Aufbauen, vom Brett herunter holen und in ein Gehäuse einbauen. Tiefpassfilter vor die Ge-Diode setzen. Nochmals aufwändiger: Ferritantennen nutzen. Mehrere liegen vor, es müsste hierfür aber wiederum zunächst die Anschlusstechnik erstellt werden, vielleicht klemme ich die dann aber auch (zunächst) direkt an den Drehko an. Also weiter Aufwand treiben. Vielleicht wird das so enden, dass ich alles eng in ein Döschen baue und Richtung Donebach fahre, ielleicht sollte ich dann aber meine AA112 zuhause lassen und besser eine 800-V-Si-Diode mitnehmen.

(3)
Um 11 Uhr (also am Vormittag) wiederholte ich den Langwellen-Detektorversuch: keine Änderung, eindeutig zeigen die hörbaren Rundfunkstationen Fading auf. Sie stammen (Vergleich) auch nicht von Langwelle und auch nicht von Mittelwelle. Lang- und Mittelwelle mit Röhrenradio durchgekurbelt.

(4)
Die Situatin auf Mittelwelle:

nur 1 einziger Sender schwach hörbar, dafür aber das Brummknattern so laut, dass es mir beinahe den Lautsprecher zerrissen hätte.

(5)
Augenblickliche Stimmung nicht sehr gut, da auch aus dem Umfeld (bis auf dem Pflaumenkuchen) Kompensationsmöglichkeiten fehlen. Übrigens: Elektrostatik macht auch Spass (besonders eine Influenzmaschine).

73
Hans-Günter

(ende)
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Re: Versuche mit dem LW-Sender Donebach

Ungelesener Beitragvon buedes » 11. Sep 2013, 16:29

Hallo Hans-Günter!

"73" = ? :zucken:

Gruß, Horst
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Re: Versuche mit dem LW-Sender Donebach

Ungelesener Beitragvon werner » 12. Sep 2013, 13:33

Bei den Funkamateuren bedeutet 73 VIELE GRÜßE.

Diese Zifferkombination entstand aus den Morsezeichen. Es ergibt sich als Morsezeichen ein melodisches Klangbild durch die Symmetrie: - - . . . . . . - -

73,
Werner, DK8BH
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Re: Versuche mit dem LW-Sender Donebach

Ungelesener Beitragvon buedes » 12. Sep 2013, 19:37

Danke Werner,

hab´ mir doch schon fast gedacht, dass so was dahinter steckt.

Dann also auch 73 zurück!

Horst
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neue Versuche mit dem LW-Sender Donebach

Ungelesener Beitragvon hgd » 15. Sep 2013, 18:22

Hallo Liste,

(1)
erstmals seit ~1964 habe ich ich wieder einen Detektor aufgebaut und mir damit die Mittelwelle angehört (vorgestern Abend). War nicht schön. Um Mitternacht zwar einige Rundfunksender zu hören, bereits im Kopfhörer an einer ca. 4 m langen Drahtantenne, aber ansonsten nur das omnipotente den gesamten Bereich vers.... extrem laute Brummknattern.

Das war ja der Grund gewesen, alle Versuche von Mittelwelle nach Langwelle (als Ausweichslösung (für Dengliker: "Plan B")) zu verschieben.

In einem nachgeschalteten "Experimentierverstärker" war das Brummknattern so laut, dass ich damit rechne, demnächst von Nachbarn angesprochen zu werden.

(2)
Nach den Versuchen mit Mittelwelle erwartete ich Entspannung auf Langwelle und baute gestern Abend anstelle der Mittelwellenspule aus dem Experimentierkasten die Radiomann-Langwellenspule ein. Brummknattern im oberen Abstimmbereich, durchschlagende Rundfunksender (wohl auf Kurzwelle) und die TDMA-Störungen von den 50 m entfernten fast gleichhohen Antennen des "cellular radio". die gelegentlich auch im PC zu hören sind. Aber nichts von Donebach.

Waren dann wenigstens die durchschlagenden Rundfunksender (spanisch u. französich) auf Langwelle? War mein Schwingkreis richtig abgestimmt?

Letzters ließ sich mit zwei Signalgeneratoren als gegeben nachweisen. Und für Ersters schaltete ich das große Röhrenradio ein. Rauschen, Rauschstörungen! Donebach war fast ganz weg. Zuerst dachte ich, Donebach macht DRM oder DAB oder sonst was Digitales.

Dann stellte ich fest, das Rauschen kommt vom Labornetzteil! Vom 0...30V. Nehme das 0...60V, dito! Also kann ich zur Speisung des nachgeschalteten Experimentierverstärkers nur den glücklicherweise vorhandenen 12-V-Batterieblock nutzen.

Also das mit Langwelle ist erst mal kappes. Gemessen am Aufwand ärgerlich. Vielleicht muss ich das konzentrierter Aufbauen, vom Brett herunter holen und in ein Gehäuse einbauen. Tiefpassfilter vor die Ge-Diode setzen. Nochmals aufwändiger: Ferritantennen nutzen. Mehrere liegen vor, es müsste hierfür aber wiederum zunächst die Anschlusstechnik erstellt werden, vielleicht klemme ich die dann aber auch (zunächst) direkt an den Drehko an. Also weiter Aufwand treiben. Vielleicht wird das so enden, dass ich alles eng in ein Döschen baue und Richtung Donebach fahre, ielleicht sollte ich dann aber meine AA112 zuhause lassen und besser eine 800-V-Si-Diode mitnehmen.

(3)
Um 11 Uhr (also am Vormittag) wiederholte ich den Langwellen-Detektorversuch: keine Änderung, eindeutig zeigen die hörbaren Rundfunkstationen Fading auf. Sie stammen (Vergleich) auch nicht von Langwelle und auch nicht von Mittelwelle. Lang- und Mittelwelle mit Röhrenradio durchgekurbelt.

(4)
Die Situation auf Mittelwelle:

nur 1 einziger Sender schwach hörbar, dafür aber das Brummknattern so laut, dass es mir beinahe den Lautsprecher zerrissen hätte.

(5)
Demnächst werde ich die Versuche fortsetzen mit einer (vielleicht abgestimmten, für SAQ gewickelten) Schleifenantenne (um ja keine Möglichkeit ungenutzt zu lassen) und den verschiedenen Ferritantennen mit vorhandenen kreuzgewickelten LW-Spulen, die sich in den letzten Monaten in der Bastekiste eingefunden haben. Ich hoffe besonders, dass der Verzicht auf die 5 m lange Drahtantenne die Probleme mit dem Durchschlagen langwellenfremder Rundfunksender beseitigt.

Gruß
Hans-Günter
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Donebach (200 kW) im Detektor empfangen !

Ungelesener Beitragvon hgd » 17. Sep 2013, 00:43

Hallo Liste,

die Langwelle ist für mich wg. des brutal lauten "Knatterbrummens" als Ausweichband für Empfangs- und Sendeversuche wichtig. Mit der Radiomann-Langwellenspule waren Versuche mit den Gerätschaften des R + E bisher misslungen. Es musste auch an der 5 Meter langen Drahtantenne liegen, die ich für störende Durchschlageffekte verantwortlich mache. Zwei Antennen(formen) hatte ich noch nicht ausprobiert. Besonders auf Ferritantennen mit kreuzgewickelten Langwellenspulen setz(t)e ich meine Hoffnung. Heute berichte ich vom geglückten Versuch mit meiner großen, im Flur an die Wand geschraubten Schleifenantenne (die "große Schleife").

Um ~23 Uhr baute ich erneut die Detektorschaltung aus dem R + E Anleitungsbuch des Kastens A auf. Nur die Langwellenspule und ihr Adapter fehlten. Sie wurden ersetzt durch die "große Schleife" mit 1,14 mH, welche mit den beiden parallel geschalteten 500-pF-Drehkos (max. Kapazität ~1.000 pF) bei ca. 950 pF in Resonanz auf 153 kHz (der Frequenz vom DLR-Sender Donebach) kommen sollte.

Mit dem Signalgenerator Velleman HPG1 konnte kein Maximum mit Amperemeter festgestellt werden. Mir wurde bald klar, dass der "ziemlich offene" Schwingkreis ja gleichzeit Antenne war und damit Energie, und zwar besonders viel auf der Resonanzfrequenz (breitbandig), aber eben nicht nur dort abstrahlte. Jedenfalls erhielt ich die erwartete Resonanz nicht angezeigt. Die Abstimmerei mit Drucktasten und häufigem Umschalten der Schrittweite (das HPG1 arbeitet nach dem Prinzip der DSS) war auch "mühsam". Für übersichtliche Schwingkreise auf dem Tisch geht das, aber mit strahlender Antenne und schwachem Sender ist das suboptimal.

Mit dem analog zu bedienenden Signalgenerator Wellstar SG-203 geht das Suchen blitzschnell. Als Detektor dient auch kein Amperemeter sondern der Kopfhörer des Detektorempfängers, der durch ein Überlagerungspfeifen Donebach identifizierte und dann mit seinem internen Modulart auch erlaubte, den "Antennen-Schwingkreis" exakt auf Schwebungsnull vom SG-203 mit Donebach zu ziehen.

Zukünftig werde ich bei Empfangsversuchen sofort den SG-203 einsetzen.

Auf der exakten Frequenz von Donebach hörte ich jetzt ohne SG-203 als "BFO" angestrengt hinein und meinte, gelegentlich den Hauch einer Musikdarbietung (klassisch) zu hören. Parallel hörte ich im großen Röhrenradio auf Donebach. Und in der Tat, dort lief gerade ein Stück mit einer Solovioline.

Damit war der Empfang von Donebach auf Langwelle mit einem rein passiven Detektor-Empfänger gelungen.

Und jetzt erst schloss ich meinen "Versuchs-Verstärker" anstelle des 2kOhm-Kopfhörers an. Und konnte bequem die Nachrichten und folgende Beiträge nach 23:00 Uhr verfolgen. Noch zwei weitere Rundfunksender waren auf Langwelle im Lautsprecher zu hören.

Es störte allerdings der weitgehende Wegfalll der Höhen. Das Lade-C hinter der Germaniumdiode AA112 war mit einem Wert von 0,1 µF (100 nF) eher ein Kurzschluss für höherfrequente NF des Empfängers. Mit 0,01 µF (10 nF) hörte sich das schon besser an (mehr Höhen und lauter). Mit 500 pF (dem Wert aus der Originalschaltung aus dem Handbuch) war Donebach und auch zwei weitere Rundfunkstationen auf LW im Lautsprecher schon lauter als um Mitternacht vorgeschriebene Zimmerlautstärke zu hören.

Die Diode war am "heissen" Ende über 470 pF angekoppelt (der "großen Schleife" fehlt ja eine Anzapfung; jeder Teil der Schaltung war erdfrei, Die Differenz zwischen Maxiumsrichtung der Antenne und Donebach beträgt ca. 40° (leider lässt sich die Wand nicht drehen, aber auch gut, sonst müsste ich den Kühlschrank verschieben). Die Speisung des NF-Verstärkers erfolgte aus einem 12-V-Batteriepack (so störte auch nicht das Rauschen eines Labornetzteils.

Mit einem Koppel-C von 10 nF war Donebach nochmals lauter, und diesmal zulaut für Zimmerlautstärke (mein Verstärker hat keine Lautstärkeregelung). Auch ein Sirren machte sich deutlich bemerkbar. Aber ich war froh, endlich Donebach in R + E auf Langwelle zu hören. Und selbst die Trennschärfe des Schwingkreises war bei 10 nF noch ausreichend gut.

Resumee:

l die 5 m lange Drahtantenne (und damit auch die Radiomann-Langwellenspule) ist wegen Durchschlag von Kurzwellen-BC-Sendern für Langwellenversuche ungeeignet, die Selektion muss bereits in der Antenne beginnen.

l erstmals glückte der Detektorempfang von Langwellensender Donebach (und zwei weiteren Rundfunksendern)

l mit nachgeschaltetem NF-Verstärker war ausreichend gute Lautstärke zu erzielen

l nach diesem Erfolg kann ich nun entspannt an die Versuche mit verschiedenen Ferritstäben und Spulen (Ferritantennen) gehen, da auch bei diesen die Selektion in der bereits in die Antenne (als Teil des Schwingkreises) integriert ist.

Gruß
Hans-Günter
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Donebach mit Ferritantenne und Detektor

Ungelesener Beitragvon hgd » 20. Sep 2013, 00:42

Hallo Liste,

hierunter berichte ich vom "Bau" einer Ferritantenne und deren Einsatz zum Detektorempfang des Rundfunksenders Donebach auf 153 kHz. Der originale Text umfasst 460 Zeilen und detaillierte Messergebnisse und Schilderung von 17 Versuchen. Die hier gepostete Version wurde stark gekürzt.

Vorgeschichte und Kurzfassung

Die Ersatzversuche mit Radio + Elektronik A (anstelle der durch Brummknattern versauten Mittelwelle) auf Langwelle (insbesondere der Detektorempfang von Donebach im Odenwald auf 153 kHz) waren zunächst mit der Radiomann-Langwellenspule an einer 5-Meter-Drahtantenne misslungen. Erstmalig ließ sich dagegen Donebach mit dem Detektor (und einem Messsender als "additivem" BFO zum anfänglichen Identifizieren) beim Betrieb an der 2 m^2 großen an die Wand geschraubten Schleifenantenne (14 Windungen, 158 cm breit, 130 cm hoch, 1,136 mH) empfangen. Mit dem nachgeschalteten Experimentier-Verstärker (NF-Verstärker) war dann ein bequemer Empfang von Donebach und einigen weiteren Langwellen-Rundfunksendern (besonders nachts) möglich.

Bisher nicht versucht (obwohl eine gängige Technik) war der Empfang mittels einer Ferritantenne. Mit einer erweiterten Ferritantenne ("Ferritantenne 2") liess sich allerdings (selbst nach Ausrichtung auf Donebach) nichts aufnehmen. Trotz Ferritstab war der "Wirkungsquerschnitt" der Antennenspulen offenbar erheblich kleiner als der der großen Schleifenantenne im Flur.

Aber die "Ferritantenne 2" liess sich statt als Antenne auch noch als bloße Schwingkreisinduktivität einsetzen. Damit gelang der Durchbruch. Gegen Ende der langen Versuchsreihe konnte an der 5-Meter-Drahtantenne das Sprachprogramm von
Donebach nur mit Kopfhörer zwar leise, aber ohne Abstriche empfangen und jedes Wort verstanden werden.

Die Versuche werden fortgesetzt mit einer noch zu montierenden "Ferritantenne 1", mit der Zusammenschaltung von "Ferritantenne 2" und "Ferritantenne 1" und mit weiteren sehr kleinen Langwellenspulen. Insbesondere sollen weitere Vorkreis- und auch Saugkreisschaltunen erprobt werden.

Besondere Freude bereiteten mir Konstruktion und Montage der Ferritantenne sowie die Nutzung einer Steckbuchsenleiste mit passenden Steckstiften als Anschlusstechnik. Das erforderliche schnelle Umschalten zwischen vier verschiedenen Spulen bei wechselnder Zuordnung zu einem bzw. zwei Drehkos war nur so möglich. Eine andere Anschlusstechnik hätte die Experimentierfreude bereits im Keim erstickt.

Ferritantenne "Model 2"

Die Ferritantenne war auf ebay mit diesem Namen und mit 10 mm Durchmesser und einer Länge von 12 cm angebotenen worden. Außerhalb der Halterungen war ausreichend Platz für für eine externe aufschiebbare Langwellenspule von einer anderen, längeren Ferritantenne. Mit insgesamt zwei Langwellenspulen erhoffe ich mir auch die Möglichkeit, alle weiteren Versuche aus R + E mit Vorkreis und induktiver Rückkopplung auf Langwelle durchführen zu können.

Daten der originalen Ferritantenne ...

linke Seite 2 violette Punkte
rechte Seite 1 brauner Punkt
1. Spule genannt "LW1" kreuzgewickelt, 2 Anschlussdrähte weiß bzw. schwarz
5,97 mH 11,7 Ohm
2. Spule genannt "K" 2 Anschlussdrähte gelb bzw. grün
10,8 µH 0,8 Ohm
3. Spule genannt "MW" 2 Anschlussdrähte, schwar bzw. weiß
551 µH 3,4 Ohm

Alle drei Spulen sind galvanisch voneinander getrennt.

Am freien, überstehende Ende des Ferritstabs wurde die externe kreuzgewickelte Langwellenspule einer anderen Ferritantenne aufgeschoben und durch eine mitgelieferte Kunststoffklemme fixiert. Diese Spule nenne ich "LW2". Auf ihrem originären Ferritstab besaß sie eine Induktivität von 6,2 mH.

"Ferritantenne 2"

Angelehnt an "Model 2" nenne ich die nachgerüstete Ferritantenne jetzt "Ferritantenne 2". Die Montage erfolgte auf einer der beiden Schalen (Hälften) eines flachen Kunststoffgehäuses, ein störender Steg und zwei Noppen waren abgefräst worden. Zum Aufsetzen und leichtem Festklemmen aufs Experimentierpult fanden eine Sechskant-M4-Schraube und eine Zylinderkopf-M4-Schraube Verwendung. Als Anschlusstechik diente eine Stechbuchsenleiste über die gesamte Länge des Lötösenstreifens, auf dem die HF-Litzen der Spulen aufgelegt waren.

Nach der Montage und nach Aufschieben von "LW2" wurden alle Werte erneut gemessen ...

Spule Farbe Anschlussdrähte Induktivität Widerstand Messfrequenz

LW1 schwarz - weiß 6,018 mH 11,8 Ohm 1 kHz
K grün - gelb 10,8 µH 0,9 Ohm 200 kHz
MW schwarz - weiß 547,8 µH 3,4 Ohm 15 kHz
LW2 lachsfarben (beide) 3,952 mH 29,5 Ohm 15 kHz

Prüfung des Wicklungssinns der Spulen

Der Wicklungssinn aller Spulen wurden durch Serienschaltung mit Messungen der Gesamtinduktiviät geprüft, wobei die Spulen mit und ohne Verstauschung der Anschlüsse gemessen wurden. Erfreulicherweise ergab sich ein gleicher Wicklungssinn aller vier Spulen in der Reihenfolge, wie sie auf auf dem Lötösenstreifen aufgelegt worden waren. Daher brauchte an der Verdrahtung bzw. der Beschriftung nichts mehr geändert werden.

Interessant (wenn auch nicht überraschend) der Effekt, dass die rechnerische Additon der Einzelinduktiviäten einen erheblich geringern Wert als die Messung der Gesamtinduktivität der Serienschaltung ergab.

Als Beispiel für diese Tätigkeit das Beispiel der Langwellenspulen LW1 und LW2 ...

rechnerisch 9,97 mH 41,3 Ohm
gemessen 13,04 mH 54 Ohm

Anschlüsse LW2 gedreht ...
gemessen 6,678 mH 56,1 Ohm

Der Wicklungssinn von LW1 und LW2 ist also wie aufgelegt gleichsinnig.

Anzapfungsgrad

Als solchen bezeichne ich hier das Verhältnis der Induktivitäten bei einer Serienschaltung von zwei Spulen zwischen der Induktivität der als Anzapfung benutzen Spule kleinerer Induktivitäte zur Induktivität der Reihenschaltung (alle Induktivitäten gemessen). Die Tabelle soll bei der Entscheidung helfen, den Anzapfungsgrad in seiner Auswirkung auf Trennschärfe bzw. Ausgangspegel am Verstärker-Ein- oder -Ausgang zu verstehen und ggf. die Auswahl weiterer Versuche zu lenken.

Die Tabelle hierzu ...

Anzapfungsgrad Koppelspule Schwingkreisspule

0,3 % K LW2
2,0 % K MW
6,5 % MW LW1 + MW
9,1 % MW LW1
14 % MW LW2
30 % LW2 LW1 + LW2
60 % LW1 LW1 + LW2
66 % LW2 LW1
150 % LW1 LW2

Detektorempfang von Donebach (3) -- "Ferritantenne 2"

Ich nummeriere diese Versuchsserie mit "(3)" um sie im Zusammenhang der anderen Versuche zeitlich korrekt einzuordnen. Bisher durchgeführte Serien benenne ich wie folgt ...

l Radiomann-Langwellenspule Donebach (1)
l 2 m^2-Schleifenantenne Donebach (2)


und nun eben ...
l "Ferritantenne 2" Donebach (3)

Versuch 3.1:

Antenne: Ferritstab mit Spulen
Drehko: 500 pF parallel zu
Spule: Reihenschaltung LW1 + LW2
Auskopplung: LW2
Anzapfungsgrad: 30 %

150 kHz auf Skala vom 500-pF-Drehko: "4"
440 kHz "0"

im Kopfhörer ist von Donebach nichts zu hören, selbst nicht mit Messsender als "BFO" (keinerlei Überlagerungspfeifen), auch nicht bei Ausrichtung auf Donebach. Mit NF-Verstärker und höherem Pegel vom Signalgenerator SG-203 als BFO wird Donebach hörbar, exakte Einstellung schwierig, insgesamt bedeutend schwächer als mit der großen Schleifenantenne, ohne BFO laute "Störgeräusche".

Ziel ist es nun, höhrere NF-Pegel zu erreichen. Mit der "direkten" Ankopplung des Diodenkreises ans obere Schwingkreisende wird es lauter, allerdings ist jetzt auch lauter Brumm zu hören.

Versuch 3.9:

Antenne: Ferritstab mit Spulen
Drehko: 500 pF parallel zu
Spule: LW1
Auskopplung: LW1 (direkte Ankopplung des Diodenkreises über 100 pF)
Anzapfungsgrad: 100 %

Brumm sehr laut, viel zu laut für Empfang von Donebach!

Da alle Versuche mit der Nutzung der Spulen auf dem Ferritstab als Ferritantenne (extrem) schlechte Ergebnisse brachten, gebe ich die Idee mit der Ferritantenne auf und nutze ab sofort die "Ferritantenne 2" nur noch als Schwingkreisspule (ohne beabsichtigte Antennenwirkung).

Versuch 3.10:

Antenne: 5-Meter-Drahtantenne
Erdanschluss: ja
Drehko: 500 pF parallel zu
Spule: LW1
Auskopplung: MW
Anzapfungsgrad: 9,1 %

Sehr gute Lautstärke. Donebach ist ohne BFO bestens zu hören. Kein Brumm mehr. Sonstige Störgeräusche sind nun lauter, stellen aber kein Problem für guten Empfang von Donebach dar. Die Lautstärke im Lautsprecher ist so hoch, dass ein Potentiometer vor dem Verstärkereingang eingefügt werden muss.

Donebach Skala "4"

Ein starkes "flatternden Geräusch" auf ~130 kHz stellt sich als DCF49 auf 129,1 kHz (100 kW, Mainflingen) heraus. Das Potentiometer wird bei allen weiteren Versuchen beibehalten.

Versuch 3.13:

Das ist die beste Schaltung, zumindest die mit der höchsten erzielbaren Lautstärke. Diese ist so laut, dass das Poti fast ganz nach unten geschoben werden muss, um die nächtliche Zimmerlautstärke nicht zu überschreiten.

Antenne: 5-Meter-Drahtantenne
Erdanschluss: ja
Drehko: 500 pF parallel zu
Spule: LW2
Auskopplung: LW1
Anzapfungsgrad: 150 %

Die Trennschärfe ist gut (verglichen mit dem schon einmal erlebten), kein Brummknattern, kein Brumm.

Mit der sehr hohen Lautstärke sehe ich die Voraussetzung gegeben, mich erstmals mit "Zweikreisern" zu befassen. Ich beginne mit einem Parallelschwingkreis als Antennenkreis.

Versuch 3.14:

Antennen: 5-Meter-Drahtantenne
Erdanschluss: ja
Antennenkreis: 500 pF parallel zu LW2 (Parallelkreis)
Parallelkreis 500 pF parallel zu LW1
(nur mittels Ferritstab mit dem Rest der Schaltung verbunden)
Auskopplung: MW
Anzapfungsgrad: ich verzichte auf die Angabe, weil bei der induktiven
Parallelschaltung von jetzt drei Spulen von mir nicht bestimmbar.

Es lassen sich "fremde" Sender hereinholen, gegenseitige Beeinflussung der abstimmbaren Schwingkreise (Bandfilterwirkung ?), die Trennschärfe erscheint mir besser geworden zu sein.

Versuch 3.15:

Bei diesem "Zweikreisversuch" verbinde ich Drehko und Spule des "Antennenkreises" zu einem Serienschwingkreis ...

Antennen: 5-Meter-Drahtantenne
Erdanschluss: ja
Antennenkreis: 500 pF in Serie zu LW2
Parallelkreis 500 pF parallel zu LW1
(nur mittels Ferritstab mit dem Rest der Schaltung verbunden)
Auskopplung: MW
Anzapfungsgrad: ich verzichte auf die Angabe ... (Begründung siehe 3.14)

Jetzt höre ich Brummknattern. Die Abstimmung des Antennenkreises ist sehr breit und tlw. indifferent, nicht bei allen Empfangsfrequenzen lässt sich ein Lautstärkemaximum erreichen. Antennenkreis und Parallelkreis müssen im Wechsel (iterativ) abgestimmt werden.

Allerdings zeigt der Parallkreis eine bei Detektorschaltungen bisher nie erlebte Trennschärfe. Die Abstimmung erfordert jetzt feinste Bewegungen. Allerdings schlagen jetzt andere Sender durch.

Die Nacht ist weit vorangeschritten, es wundert mich nicht, jetzt auch den zweiten DLF-Sender zu hören (0:30).

Dann kommt mir der Gedanke, dass eine zu kurze Drahtantenne ja kapazitiv ist. Sie in Serie mit einer weitere Kapazität (dem 500 pF Drehko) zu schalten, ist daher falsch. Die Impedanzen der Schaltung sollten eigentlich zu einer Anpassung auf Langwelle führen, was sie in dieser Schaltung absolut nicht tun. Die Anpassungsbedingungen, die Resonanz des Antennenkreises inklusive der Antennenkapazität, sind bestimmt für eine Frequenz weit oberhalb erfüllt. Und möglicherweise ist dort die Resonanzbedingung des gesamten Antennenkreis für die Sender erfüllt, die jetzt durchschlagen. Zumindest stelle ich mir das so vor.

Auch die einzigartige Trennschärfe des zweiten Schwingkreises ließe sich erklären: da der vollständige Antennenkreis nicht für LW in Resonanz ist, erscheint dieser Kreis auch weitgehend vom Parallelschwingkreis entkoppelt zu sein und belastet diesen nicht. Somit wird dessen Güte sehr hoch und führt zur beobachteten extrem guten Trennschärfe.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Schaltungen mit Serienschaltung von Drehko und Spule im Antennenkreis sind suboptimal. Der Antennenkreis müsste auf Langwelle abgestimmt werden, d. h. die Antenne angepasst sein. Ein Parallelkreis in der Schaltung erscheint mir unverzichtbar.

Vielleicht wäre ein Serienkreis als Saugkreis "innerhalb" der Schaltung (jedenfalls nicht an der Antenne) erprobenswert. Ich sollte auch versuchen, zwischen Antenne und Erde nur eine Koppelspule zu schalten.

Einiges davon ließe sich mit der "Ferritantenne 2" alleine noch aufbauen. Für andere Schaltungen benötige ich zwei unabhängige Spulen, die nicht miteinander gekoppelt sind.. Mit der noch nicht gebauten "Ferritantenne 1" wären solche Versuche möglich. Auch mit den vorhanden (noch nicht eingesetzten) Langwellenspulen. Ich baue für jeden Drehko auf dem Pult ein Brettchen, dass zwei solcher Spulen (bestehend aus Koppelspule, Mittelwellenspule und kreuzgewickelter Langwellenspule) enthält. Diese Versuche könnten dann auch in ein Bauprojekt "tragbarer SAQ-Empfänger" münden.

Insgesamt bin ich von der Fülle der denkbaren Kombinationen und Möglichkeiten zu experimentieren regelrecht erschlagen. Das waren wirklich zwei ergiebige Tage und Nächte, die alle nur um eine einfache Detektoschaltung kreisten. Und ohne Hinweis, doch Donebach auf 153 kHz für solche Versuche zu nutzen, wäre es vermutlich dazu auch nicht gekommen.

Gruß
Hans-Günter
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LW-Sender Donebach, Entfernung u. Richtung

Ungelesener Beitragvon hgd » 20. Sep 2013, 21:55

Hallo Liste,

neulich war mir der Empfang von Donebach (153 kHz) im Odenwald mit Detektor u. Kopfhörer (ohne Verstärker) geglückt. Bisher hatte ich aber seine Entfernung zu meinem Empfangsort Darmstadt nicht gewusst. Dies wird jetzt nachgeliefert ...

Donebach liegt im SE (226°) von Darmstadt in einer Entfernung von ca. 52 km.

Gruß
Hans-Günter
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Blitzeinschlag in Donebach

Ungelesener Beitragvon hgd » 29. Sep 2013, 03:46

Hallo Liste,

es gibt auch Erlebnisse mit dem Langwellen Rundfunksender Donebach, die nicht aus Anlass von Versuchen mit Detektorschaltungen zustande kommen. Weil nicht geplant, sind sie sehr selten. Ich möchte über ein solches Ereignis hier berichten.

Vor ca. zwei Wochen hörte ich mit einem alten Röhrenradio DLF auf Donebach (153 kHz). Es war gewittrig, immer wieder knackte und prasselte es kurz im Radio. Und dann kracht es auf einmal ganz laut ... und ... Donebach ist weg.

Im Radio ist nichts mehr zu hören. Ich schalte das Licht aus und schaue aufs magische Auge an: Donebach ist doch noch da, zumindest sein Träger. Aber die Modulation fehlt.

Der Träger von Donebach ist noch da, also fehlt nur die Modulation. Da muss etwas kaputt sein, denke ich. Nach ca. einer Minute ist sie wieder da, die Modulation und damit das Programm des DLF.

Wenn es in eine Sendeantenne einschlägt, gehts über die Funkenstrecke gegen Erde. Solange der Lichtbogen dort brennt, ist die Antenne dort kurzgeschlossen. Das mögen Sender nicht. Sie müssen die Leistung wegschalten. Wenn der Lichtbogen erkaltet und erlischt, erst dann darf wieder Leistung aufgeschaltet werden.

Es kann auch Überschläge und Kurzschlüsse im Sender selber geben.Zumindest seit Mitte der 70er werden Sender mit hermetisch verschlossenen, damit stockdunklen Gehäusen gebaut. Wenn dort etwas hell wird, ist das gefährlich. Vielleicht werden dort UV-Detektoren eingesetzt. Dann muss sofort abgeschaltet werden, besonders um die teuren Sendetetroden zu schützen. So ein C kann ja abbrennen, aber die teure Röhre, die muss unter allen Umständen überleben.

Hatte damals den 2-MW-Sender von RTL besichtigt. Überall durfte ich hineinschauen, aber nicht in diesen Sender, keine noch so kleine Tür wurde geöffnet, alles blieb hermetisch dicht geschlossen.

Wie bekommt man nun die Anodenspannung von einer Sendetetrode weg? Und zwar schnell? Die hängt an einem Hochleistungsnetzteil mit großen Kondensatoren. Sicher wird auch weiter vorne abgeschaltet, das dauert zu lange. Und für die teure Röhre ist es bereits zu spät.Da hilft nur ein Kurzschluss der Anodenspannung, innerhalb kürzester Zeit geschaltet. Welches Bauteil ist in der Lage, die Hochspannungskondensatorbank eines z. B. 2-Megawatt schlagartig zu entladen?

Zumindest früher hat man das mit einem Ingnitron gemacht, welches parallel am Kondensator der Anodenspannung hing. Bei ihm handelte es sich eine quecksilber gefüllte Röhre. Der Aufbau, aber nicht diese Anwendung, ist zu finden unter ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Ignitron

Dort auf Wikipedia können wir lesen ...

>
Wegen ihres speziellen Aufbaus können Ignitrone Ströme bis zu einigen 100.000 A gleichrichten ...
<

Und bei "einigen 100.000 A" ist der Kondensator schnell leer, und die Sendetretrode kann sich von ihrem Schreck erholen.

Ich vermute aber, dass nach einer solche brutalst möglichen Abschaltung der Sender nicht sofort wieder auf Sendung geht, vielleicht ist das bei massiv parallelem Aufbau aus vielen Modulen aus Transistoren heute anders. Dannn könnte nach einem Blitzschalg mit Überschlag an der Antenne der Sender schneller wieder auf Sendung gehen. Warum die Modulation von Donebach so lange brauchte, bis sie den Träger wieder modulieren konnte bzw. durfte, das weiss ich nicht. Wenn sich jemand mit heutigen Grossleistungssendern und deren Schutzmechanismen auskennt, würde ich gerne Details hierzu erfahren.

Einen Blitz im Radio zu hören, der genau in den Sender einschlägt, den man gerade empfängt (und bei diesem einen partiellen "Absturz" bewirkt), das war jedenfalls für mich etwas Besonderes.

Gruß
Hans-Günter
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