Alte Dauermagnete auffrischen ?

Hier gibt es Fachwissen auch ohne Experimentierkästen

Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 24. Jan 2016, 20:50

Georg hat geschrieben:...
wie groß ist der Innenwiderstand des Elko?
Du meinst den ESR? Den habe ich gemessen mit 0,13 Ohm + Messleitung mit 0,16 Ohm.

Ist der für Stoßentladung geeignet?
Keine Ahnung!

Bei solchen Strömen besteht die Möglichkeit, daß
der Schalter beim ersten Einschalten verschweißt.
Deswegen habe ich den uralten Schalter mit noch der kräftigen Schaltfeder ausgesucht. :yes:
...
Bist du sicher, daß das R - C - L - Verhältnis eine aperiodische
Entladung sicherstellt?
Da bin ich überfragt! :haeh:

Gruß, Horst

PS.
Hier ist das Datenblatt einsehbar!
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Georg » 25. Jan 2016, 15:29

Hallo Horst,
nein ich meinte den Innenwiderstand. ESR ist wie die meisten
angelsächsischen Modebezeichnungen überflüssig. :=)
Stoßentladung: tja, der max. Brummstrom wird mit ca 17 A
angegeben, das ist dann aber bei 100 oder 120 Hz und Dauerbetrieb.
Das 5 -fache dürfte drin sein, wenn man sich auf
eine Entladung pro einigen Minuten beschränkt.
Was den Schalter betrifft, macht Versuch kluch.
Ich würde folgendermaßen vorgehen:

- Spule über die ganze Länge des Magneten, die überschüssige Drahtlänge als 2. Lage drüberwickeln.
- Ein Weicheisenjoch über die Pole legen (Baustahl)
- Einen Widerstand von ca 1,0 Ohm in den Kreis, und dann einschalten, dann dasselbe nochmal
mit 0,5 Ohm und prüfen, ob das was bringt.

Risiko für den Elko besteht dann, wen R und/oder L im
Entladekreis zu klein sind, dann wird der Kondensator
umgeladen, was ein Elko mit dicken Backen quittiert :=(
Gruß
Georg
PS
Was ist eigentlich aud dem fetten Elektromagneten geworden?
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 25. Jan 2016, 18:08

Hallo Georg!

Zur genauen Berechnung des fließenden Stroms müsste halt auch der Innenwiderstand des Kondensators herangezogen werden. Aber wie soll man den messen? Der ESR ist im Datenblatt mit 4,0 mOhm angegeben. Gemessen habe ich 160 mOhm, allerdings mit diesem Messgerät. (Wobei der Messbereich von C nur bis 100 uF geht!)

Was mir einfach fehlt, ist ein Speicher- Oszilloskop um den Spitzenstrom messen zu können.

Aber alle diese Werte sind jetzt für mich nicht SO interessant. Mich interessiert in erster Linie der Erfolg, und der hat sich ja schon eingestellt: Der behandelte U-Magnet zieht besser als mancher neue. Und ich nehme mal an, der Wirkungsgrad der Anlage lässt sich noch erhöhen.

So wie die Spule jetzt ist, ist sie vielseitig einsetzbar. Man kann Stabmagnete, Schrauber- Bits und alles Mögliche darin aufladen. Und ich denke, sie hat einen brauchbaren Eigenwiderstand, welcher hilft den Strom zu begrenzen.

Der „fette Elektromagnet“, lieber Georg, steht seit langer Zeit im Schrank und wartet darauf, weiter optimiert zu werden. Den werde ich brauchen, wenn es darum geht, Schwungmagnete von Zweitaktmotoren aufzufrischen.

Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 26. Jan 2016, 13:33

Georg hat geschrieben:- Einen Widerstand von ca 1,0 Ohm in den Kreis, und dann einschalten, dann dasselbe nochmal
mit 0,5 Ohm und prüfen, ob das was bringt.

Hallo Georg,
nach meinem Verständnis würde eine Widerstandserhöhung doch die mögliche Stromstärke herabsetzen und somit den Aufladeeffekt der Anordnung verringern, oder?

Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Georg » 26. Jan 2016, 15:11

nach meinem Verständnis würde eine Widerstandserhöhung doch die mögliche Stromstärke herabsetzen und somit den Aufladeeffekt der Anordnung verringern, oder?


Gewiß,
genau das ist die Absicht.
Wenn der Magnet in die Sättigung geht, ist jede weitere Steigerung
des Stroms mindestens nutzlos, oft sogar gefährlich durch zu großen
Strom für den Elko oder gar durch Umladung.
Sowie der Magnet gesättigt ist, fällt die Induktivität der Anordnung
ab auf den Wert der leeren Spule.
Je nach restlicher Ladung des Elko steigt der Strom dann mehr oder
minder stark an.
Das ist kaum zu berechnen, deswegen tastet man sich vorsichtig heran.
Gruß
Georg
Georg
 
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 26. Jan 2016, 16:03

Lieber Horst, lieber Georg

Ich verfolge Eure Diskussion mit großer Aufmerksamkeit.

Um Klarheit über das zu bkommen, was bei der Entladung diese 100 000uF
wirlich passiert, ist die Verwendung eines Speicheroszilloskops unumgänglich, das Speicherskop kann auch analog sein, mit Nachleuchtröhre,
z. B. ein gebrauchtes Tektronix 7613, analoges Speicheroszilloskop aus der 7000er Serie mit 3 Einschubplätzen und 100 MHz Bandbreite. Die Nachleuchtdauer ist variabel.

Wichtig dabei ist, dass Dein Netzgerät erdfrei ist, Du wirst es ja nicht jedesmal abtrennen vom Kondensator, damit Du Dein Oszilloskop an beliebigen Stellen
Deines Entladungskreises einsetzen kannst. Die Messungen mit 1 Ohm, 0.5 Ohm, 0.2 Ohm usw sind
sicher sehr hilfreich, um zu sehen, bei welchem Serienwiderstand das reine Abklingen des Stromes auf Null endet
und sich möglicherweise ein Rückschwingen bemerkbar macht, das zur falschen Polung des Kondensators führen kann.

Viele Erfolg bei Euren Experimenten

Physikfan
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 26. Jan 2016, 21:32

Liebe Leute!

Auf euren Vorschlag hin habe ich jetzt die Spule 2-lagig gewickelt, jedoch mit ungefähr derselben Windungszahl wie zuvor. Der Windungsdurchmesser ist jetzt zwar größer, was aber nichts ausmachen dürfte.

Bild

Ergebnis: Der damit nachgeladene U-Magnet zieht jetzt 3,1N. Super- wieder eine Verbesserung!


@Physikfan
Das von dir vorgeschlagene Tektronix 7613 ist aber auch nicht so billig zu bekommen. Da wird es wohl doch - wenn überhaupt - für mich gescheiter sein, gleich ein richtiges digitales anzuschaffen.

Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Georg » 26. Jan 2016, 23:29

Hallo Horst,
Digitalspeicheroszis gibt es von 22 (!) bis viele Tausend Euro zu kaufen.
Gib mal einfach DSO in Ebay ein.
Ich habe mir gerade ein Gerät für 125 Euronen (DSO203) bestellt.
Warum verwendest du kein Joch beim Magnetisieren?
Das verringert den "Widerstand" im Magnetkreis ganz erheblich.
Auch beim Nichtgebrauch sollte ein Magnet immer mit einem
Joch versehen werden.
Gruß
Georg
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 27. Jan 2016, 11:03

Hallo Georg,

leider hat sich die Zugkraft über Nacht wieder auf ca. 2 N reduziert trotz aufgesetztem Joch.

Nun habe ich einen speziellen Eisenbügel zum Aufsetzen in der Spule angefertigt:
Bild

Diese Maßnahme hat aber keine große Verbesserung gebracht: Zugkraft jetzt: 2,4N. Damit liege ich noch unter dem Ergebnis von gestern.

Kurz entschlossen habe ich nun auch wie du diesen DSO bestellt, nachdem ich mir die durchaus positiven Video-Referenzen des Computerclubs u.a. angesehen hatte. Mal abwarten, wie stark meine Lupe sein muss, um auf dem kleinen Ding auch alles zu erkennen. :lol:

Gruß, Horst

P.S.
Aufladung nun wieder ohne Eisenbügel auf 3,2N.
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Georg » 27. Jan 2016, 12:26

Hallo Horst,
so ein Joch sollte den gleichen oder etwas größeren
Querschnit wie der Magnet haben.
Vor allem sollten die Polflächen nicht teilweise
frei bleiben.
Ideal wäre z. B. der gleiche Magnet nochmal.
Sowohl diese Magnetisiererei als auch dein Meßverfahren
sind nicht besonders genau.
Auf jeden Fall solltest du nacheinander zwei- oder dreimal
im Abstand einiger Minuten magnetisieren, dazwischen das Joch
angelegt lassen.
Gruß
Georg
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 27. Jan 2016, 16:51

Georg hat geschrieben:...so ein Joch sollte den gleichen oder etwas größeren Querschnit wie der Magnet haben. Vor allem sollten die Polflächen nicht teilweise frei bleiben.
Leider kann ich mit meinen Mitteln ein Eisenstück mit dem erforderlichen Querschnitt nicht biegen. Aber ich werde mal Ausschau halten nach einem Trafokern oder einem Stator eines Motors, den ich zurechtsägen könnte.

Sowohl diese Magnetisiererei als auch dein Meßverfahren sind nicht besonders genau.
Das würde ich so nicht stehen lassen wollen. Den Magneten befestige ich ja auf dieser Hebebühne aus der Chemie-Sammlung. Diese kann ich durch feinfühliges Drehen solange absenken, bis die Verbindung zum Anker an der Federwaage abreißt.

Auf jeden Fall solltest du nacheinander zwei- oder dreimal im Abstand einiger Minuten magnetisieren, dazwischen das Joch angelegt lassen.
Hab´ ich gemacht.


Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Georg » 27. Jan 2016, 18:44

Hallo Horst,
einfach ein Stück Flacheisen über die Pole, die überstehenden
Windungen kannst du evtl um das Joch herum biegen.

Was solche Messungen der Abreißkraft etwas schwierig macht,
ist zum einen der Luftspalt zwischen Pol und der Mutter, da
spielen minimale Unebenheiten und die Rauhigkeit eine Rolle.
Auch die Präzision, mit der du mittig an der Mutter ziehst
ist wichtig.
Lege eine Folie von einigen Zehntel mm Dicke zwischen
Pol und Mutter, dann wird die Messung besser reproduzierbar.
Gruß
Georg
PS Hast du bisher den Elko nur auf 12 Volt geladen?
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 27. Jan 2016, 20:48

Hallo Georg,
das Joch besteht jetzt aus einem dicken Weicheisenblechpaket (also ideal):
Bild
Die überstehenden Windungen habe ich über das Joch gezogen, wie du vorgeschlagen hast.
Aber Ergebnis bei sonst gleichen Bedingungen: Wieder nur 2,0N, also nochmal weniger.
Aus irgendeinem, mir jetzt nicht nachvollziehbaren physikalischen Grund, ist der Wirkungsgrad ohne Joch am besten.

Auf dem Bild sieht man auch meine Zugkraft- Messvorrichtung.

Versuche mit einer Spannungserhöhung stehen noch aus.

Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Georg » 27. Jan 2016, 21:41

Horst,
ja dieses Joch ist wirklich optimal. Trafoblech ist magnetisch weich, während
Baustahl so "halbgebacken" ist.
Mit dem Joch ist die Induktivität deutlich höher, damit fällt der Stromstoß
schwächer aus.
Da auch das Joch magnetisiert wird, braucht man mehr Energie.
Abhilfe ist Spannungserhöhung.
Gruß
Georg
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 28. Jan 2016, 15:43

Lieber Horst, lieber Georg

Ein paar Abschätzungen:

Also 100 000uF sind 0,1F, bei 100mOhm ergibt das eine Zeitkonstante von 0.1 x 0.1 = 0.01 Sekunden, wenn man einmal den Einfluß der Induktivität L
vernachlässigt. Das bedeutet, die Spannung von C ist nach 0.01 sekunden auf das 1/e fache gefallen.
Bei einer Ladespannung von 10V bekommst Du im ersten Moment theoretisch I = 10/0.1 = 100 A unter Vernachlässigung des Widerstandes der Leiterbahnen im Kondensator und unter Vernachlässigung des Einflusses der Induktivität L.
Es wäre auch interessant, das L der Spule zu messen, einmal mit und einmal ohne den Magneten innen drinnen, damit man einmal die Eigenfrequenz des Schwinkreises bestehend aus L und C berechnen kann und mit den 0.1 Ohm sehen kann, ob ein Überschwingen möglich ist.
Bei den nächsten 4 Stunden freier Zeit werde ich das Experiment mit einem Elko und Starterkabeln nachbauen und mit einem DSO und Magnetzange für I sowie einem Meßgerät für den magnetischen Fluss (B bzw. H) - messen was geht:
I = I (t), H = H (t) der Spule und sodann die B-Änderung des Magneten vor und nach der Magnetisierung.
Wenn mir noch mehr Zeit bleibt, probiere ich auch einmal einen Nichtelko bei höheren Spannungen, dann sind die kleinen Widerstände in den Zuleitungen nicht mehr so extrem wichtig.

Viele Grüsse

Physikfan
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 28. Jan 2016, 18:07

Oh..fein, lieber Physikfan!

schön, dass du dich meines Problems hier mit eigenen Messungen annehmen willst!

Die Induktivität der Spulenkonstruktion habe ich schon einmal gemessen:
Bild
Zunächst habe ich die Anzeige des China-Testers ein wenig angezweifelt. Aber nach einer positiv ausgefallenen Referenzmessung einer Phywe-Spule mit bekanntem, aufgedrucktem Wert könnte die Anzeige tatsächlich stimmen.
Ohne Magnet innendrin werden 0,07mH angezeigt.

Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 28. Jan 2016, 18:58

Und mit dem Magneten innen drin?
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 28. Jan 2016, 19:46

Physikfan hat geschrieben:Und mit dem Magneten innen drin?


0,08 -- siehe Bild?!

Finde ich übrigens echt toll, diesen Thread - danke an alle! Muss da unbedingt auch selbst aktiv werden wenn ich wieder ein wenig Luft habe...

VG
Martin
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 28. Jan 2016, 19:48

So wie auf dem Bild, also 0,08mH!

Gruß, Horst






P.S.
Hallo Martin, du warst schneller!
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 28. Jan 2016, 22:57

Lieber Horst

Bitte, was passiert beim Messen der Induktivität, wenn Du in die Spule ein etwa gleich langes weichmagnetisches Material mit etwa gleichen Querschnitt hineinbringst?
Vielleicht etwa gleichlange Nägel, deren Anzahl Du sukzessive erhöhst.
Ich habe schon einen Verdacht, warum beim Einführen des hartmagnetischen Hufeisenmagneten in Deine Spule nur eine geringfügige Erhöhung der Induktivität zu messen ist.
Habe das Experiment schon nachvollzogen, mit einer Spule mit 200 Windungen habe ich leer etwa 500uH gemessen, mit einem Magnetstab in der Spule etwa 550uH, mit einem Schraubendreher in der Spule etwa 1100uH.
Mißt man klassisch die Induktivität einer Spule mit konstanter Spannung und mißt den Strom, einmal Gleichstrom (nur Ohmscher Widerstand), einmal mit 50 Hz Wechselstrom (Impedanz beinhaltet Realteil (ohmisch) und Imaginärteil (induktiv)), kann man die Induktivität leicht berechnen.
Wenn man den Wechselstromwert durch Änderung der Spannung nun stark ändert, z.B. von 50mA auf 5A, dann sollte beim Weichmagneten dieselbe Induktivität herauskommen, beim Hartmagneten könnten sich unterschiedliche Werte ergeben.

Viele Grüße

Physikfan
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 29. Jan 2016, 01:10

Hallo Physikfan,

hier meine nachvollzogenen Experimente:
Meine Spule mit ca. 100 Wdg- leer: 0,07mH
Meine Spule mit Hufeisenmagnet: 0,08mH
Meine Spule mit Weicheisenpaket: 0,32mH

Phywespule 300 Wdg. - leer 1,93 mH
Phywespule mit U-Magnet 2,4 mH
Phywespule mit Weicheisenkern 6,59mH

Was aber können wir mit dieser Erkenntnis in Bezug auf eine Optimierung meines Magnetaufladers anfangen?

Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Georg » 1. Feb 2016, 15:52

Was aber können wir mit dieser Erkenntnis in Bezug auf eine Optimierung meines Magnetaufladers anfangen?


Mhmmm, Horst,
es zeigt, daß die Naturgesetze immer und überall gelten :=)
Ich würde mal den Elko auf 18 und weiter 24 Volt laden.
Evtl kannst du dein DSO schon einsetzen?
Gruß
Georg
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 3. Feb 2016, 21:46

Lieber Horst

Etwas Theorie dazu:

1. LADEN Deines Kondensators:
Uc (t) = Ubatterie * (1-exp(-t/Rlade . C)),

Rlade.C = Zeitkonstante in Deinem Fall 5 Ohm x 100 000uF x = 5 x 0,1= 0.5 sek
Nach einigen Sekunden ist Dein C voll geladen, Anfangsstrom = 10V/5Ohm = 2 A.

2. ENTLADEN Deines Kondensators;
Tun wir zunächst so, als ob Deine Spule keine Induktivität hat, sondern nur Ohmschen Widerstand, etwa 0,1 Ohm:
Entladung des Kondensators ohne Induktivität nur R(entlade) und C:
Uc (t) = Uc (0) . (exp(-t/Rentlade . C)),
I (t) = I (0) * exp(-t/Rentlade . C)
I(0) = Ukond/Rentlade = 10V/0,1Ohm = 100 A
R.C = Zeitkonstante in Deinem Fall 100 000uF * = 0.1 Ohm = 0,1 * 0,1 = 0.01 sek

Nach einigen hundertstel Sekunden ist Dein Kondensator voll entladen, der Anfangsstrom ist 100 A.

Viele Grüße

Physikfan
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 4. Feb 2016, 14:24

Lieber Horst, lieber Georg

Einfach zum Abschätzen, ob die Gefahr der Falschaufladung eines Elkos stattfinden kann, ist
folgende Beziehung für das ENTLADEN Deines Kondensators (100 000uF) über Deine Spule mit etwa 0,1 mH
mit einem Widerstand des Spulendrahtes plus Zuleitungen von 0,1 Ohm:

1. Wenn R**2/(4*L) größer ist als 1/C, dann keine Schwingung

2. Wenn R**2/(4*L) kleiner ist als 1/C, dann Schwingung

In Deinem Fall:

R**2/(4*L) = 0,1**2/(4*0,0001) = 0,01/(4*0,0001) = 100/4 = 25

1/C = 10 daher keine Umladung.

Viele Grüße

Physikfan
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 4. Feb 2016, 17:38

Lieber Physikfan,

wenn ich mir deine letzten Berechnungen so ansehe, dann kommt darin die Höhe der angelegten Spannung überhaupt nicht mehr vor.
Spielt diese denn keine Rolle mehr? Dann könnte ich ja ohne weiteres unbeschadet auf 20-24V erhöhen.

Oder doch in R?

Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Georg » 5. Feb 2016, 19:46

Hallo Horst,
vorrausgesetzt, daß R und L konstant sind, spielt die
Spannung tatsächlich keine Rolle für diese Fragen
des Entladungsverlaufs.
Allerdings ist L alles andere als konstant bei einem
permanentmagnetischen Material.
Deswegen geben die Rechnungen nur einen Orientierungswert.
Trotzdem kannst du ruhig mal in Schritten bis auf 24 Volt
hochgehen.
Gruß
Georg
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 5. Feb 2016, 19:53

Lieber Horst

Bei einer Erhöhung der Ladespannung von 10V auf 20V steigt der Anfangsstrom vonn 100A auf 200A.
Allerdings sind das Abschätzungungen ohne Einbeziehung der Induktivität.
Ich bin gerade dabei, ein quantitatives Verhalten des Entladestromes inklusive Induktivität
herauszubekommen.

Wird aber noch etwas dauern.

Viele Grüße

Physikfan
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 12. Mär 2016, 12:56

Hi
Nach dem Abstecher zur Beschaffung eines Billig-DSO und den letztlich doch erfolgreichen Experimenten damit geht es hier wieder weiter.

Mein Gesamtaufbau des Versuchs zur Aufladung eines schlappen Dauermagneten sieht inzwischen so aus:

Bild

Mit dem DSO können nun die Daten der Kondensatorentladung auf die Spule genauer ermittelt werden.

Als Shunt zur Ankopplung des Oszilloskops hat sich die eine Ader der Zuleitung zum Schalter als geeignet erwiesen. So braucht kein zusätzlicher Widerstand in den Entladungskreis eingefügt werden, welcher eventuell doch die Entladung wieder gebremst hätte.

Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 12. Mär 2016, 19:43

So schaut nun das letzte Oszillogramm aus:
Bild
Abzulesende Werte:

Delta V= Spannungsspitze = 1,10V
Delta T= Dauer des pieks = 56,0 ms

Den Leitungs-Shunt habe ich mit meinem selbst gebauten "Präzisions-Milliohmmeter" ausgemessen als 12 mOhm.
I=U/R
I= 1,10V / 0,012 Ohm = 91,7 A

Gruß, Horst
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Abfallzeit, Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 12. Mär 2016, 21:06

Hallo Horst

Die Abfallzeit ist entsprechend Deines Oszillogramms etwa 10 ms,
diesen Wert bekommst Du, indem Du den Startwert 1,1 V Deines Peaks durch e = 2,718 dividierst und dann diesen Wert
mit der Zeitachse schneidest.
10 ms habe ich auch herausbekommen, siehe meine Beitraege weiter oben.

Viele Gruesse

Physikfan
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 12. Mär 2016, 22:10

Hallo Physikfan,

stimmt!

Auch die jetzt gemessenen 92A passen ganz gut zu deinen Berechnungen.

Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 20. Mär 2016, 15:09

Nun mit höherer Aufladung des Kondensators

Mein 12-V-Netzgerät habe ich jetzt um weitere 12V erweitert und erst mal damit ca. 20V zur Aufladung eingestellt. (Das Voltmer zeigte am Kondensator 28V.)
Die folgende Entladung brachte diese Kurve auf mein DSO:

Bild

Ergebnis: Der U-Magnet zieht nun 2.5N, ist also noch ein wenig stärker geworden. (Vorher 2-2,2N)
Der Strom beträgt nun I=U/R ; I=1,88V / 0,012 Ohm; I= 157 A

Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Georg » 20. Mär 2016, 20:15

Der Strom beträgt nun I=U/R ; I=1,88V / 0,012 Ohm; I= 157 A


Hallo Horst,
hast du mal spasseshalber den Schalter von innen inspiziert?
Tragen die Kontakte Spuren dieser Ströme?
Gruß
Georg
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 20. Mär 2016, 20:43

Hallo Georg,

was soll da schon dran sein?

Bild

Das ist eben noch deutsche Wertarbeit. Der verträgt auch noch 1000 A! :zwinkie:
Durch die auf der Achse unter dem Griff eingebaute starke Drehfeder schaltet der in Sekundenbruchteilen. Die Kontakte haben also gar keine Zeit zum Kleben!

Gruß, Horst
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Netzgerät 5V 180A für Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 22. Mär 2016, 12:20

Hallo Horst

Als Alternative für die Kondensatorentladung habe ich noch ein Netzgerät für 5V und 180A aufgetrieben:
Bild

Allerdings gibt es da zwei Probleme:
1. Ich muß den Widerstand der noch zu wickelnden Spule samt Zuleitungen unter 30mOhm halten und
2. die Dauer des Stromflusses auf eine Sekunde beschränken.

Viele Grüße

Physikfan
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon buedes » 22. Mär 2016, 18:24

Hallo Physikfan!

Ich habe jetzt gerade noch einmal nachgemessen. Der Widerstand meines Entladekreises beträgt insgesamt 130 mOhm. Die Spule alleine hat 90 mOhm.
Mithin wird es für dich in der Tat schwierig werden, dein vorgesehenes Limit von 30 mOhm einzuhalten.

Gruß, Horst
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Georg » 23. Mär 2016, 15:49

Hallo Horst,
das hätte ich von dem Schalter nicht erwartet.
Man hat damals wohl großzügige Sicherheitsfaktoren
angewandt.
Außerdem bekam ich so auch mal das Innenleben eines solchen
Drehschalters zu Gesicht.
Im Scientific American gab es mal in den 50/60ern die Vorstellung
einer Bastelei zum Punktschweißen durch Entladung von Elkos,
der Bastler verwendete einen Antennenerdungschalter, den er
mit einer Rattenfalle antrieb.
Gruß
Georg
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Kosmos Magnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 24. Mär 2016, 13:05

Hallo Horst, Hallo Georg, Hallo Andy

Damit meine Experimente in Abstimmung mit allen Interessierten stattfinden können,
möchte ich mal zunächst Kandidaten für aufzufrischende Permentmagnete mit Euch definieren und mit einem
Meßgerät (funktioniert über Hall-Sensoren) für die magnetische Flußdichte (alte Einheit Gauss, neue gültige Einheit Tesla) die augenblickliche Magnetfeldstärke messen, um sodann durch entsprechende Auffrischungsexperimente tatsächlich Erfolg oder Mißerfolg quantitativ zu erfassen.
Auch ein Vergleich mit "state of the art" Permanentmagneten im Handel (Eisen, Nickel, Bor etc.) scheint interessant.
Daher meine Frage:
Welche Magnete eignen sich denn für erste Experimente (weitverbreitete Kästen und in Eurem Besitz)?

Viele Grüße

Physikfan
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Georg » 24. Mär 2016, 13:58

Hallo Physikfan,
welche sich eignen, verstehe ich nicht ganz.
Nötig haben es fast immer die Stahlmagnete aus Elektrokästen.
Das h. die Magnete aus Baukästen Elektro, Elektrotechnik
und Elektromann von Kosmos bis in die 50er.
(auch aus Kästen von Siemens, Märklin etc dieser Zeit)
Gruß
Georg
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Re: Alte Dauermagnete auffrischen ?

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 24. Mär 2016, 14:16

Hallo Georg

Mit Eignung für meine Messungen meine ich, dass diese Magnete von weitverbreiteten Experimentierkästen stammen sollten, die zumindest die jetzt Angesprochenen auch besitzen sollten.
Außderdem sollten diese Magnete Dimensionen haben, sodass die von Horst bereits gewickelte Spule zur Auffrischung verwendet werden. kann.
Es macht dann sicher mehr Spass, auch an verschiedenen Orten gleichartige Ergebnisse miteinander vergleichen zu können,

Viele Grüße

Physikfan
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