HF-Gewindekern RE100 / RE101

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HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon ChrisH » 12. Nov 2016, 16:50

Servus,

ich möchte einen R+E 100 veräußern und stelle erschreckt fest, dass der Spulenkörper ohne Gewindekern ist.
Wer kann mir kurzfristig mit einem Kern aushelfen?
Anleitung R+E 100, Seite 6, Teil 52, KOSMOS 60-2101.8
Natürlich tausche ich gerne oder überweise einen kleinen Obulus. Ist ja zum Verkauf ;-)

Danke & Grüße,
Christian
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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 12. Nov 2016, 18:14

Hallo Christian,

diese Gewindekerne kenne ich baugleich aus der früheren KOSMOS-XG-Serie. Alle Spulenkerne aus anderen Geräten, die ich seither gefunden habe (z.B. in alten Radios der 50er Jahre), haben ggf. vergleichbare Durchmesser aber immer unpassende (engere) Gewindesteigungen. :-(

Im XG-Kasten gibt es eine Drosselspule mit Spulenkern, die auf einen Zapfen unterhalb des Boardes zu wickeln ist. Der Zapfen hat es kein Gewinde - der Kern hält dort allein wegen eines Stücks Gummiband, welches zusammen mit dem Kern in den Zapfen gedrückt wird. Folge: hier muss der Kern nicht das passende Gewinde haben - jeder Kern (mit vergleichbarem AL-Wert) passt - darum soll es hier auch mit falschem Gewinde klappen. Der Original-Kern kann also abgegeben und bei Bedarf anderweitig ersetzt werden.

Naja, sehr viel Worte um ein kleines Bauteil... Aber ich suche solche Spulenkerne für KOSMOS-Anwendungen gewissermaßen seit Jahrzehnten vergeblich - sie sind für mich irgendwie "wertvoll wie Gold".

Immerhin, ich kann und werde Dir einen Original-KOSMOS-Kern zusenden.

die Anfrage mag hier gerne noch einige Zeit offenbleiben, weil bei mir noch Hoffnung auf einen Hinweis zu einem Lieferanten solcher Kerne besteht...

Hier Bilder des Kernes (Länge 15 mm, Durchmesser 7,5 mm):

Bild Bild

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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon ChrisH » 12. Nov 2016, 19:08

Hallo Jürgen,

schon mal vielen Dank. Ich sehe es als "Leihgabe" - sollte ich in der nächsten Gruschkiste oder Kiloware
was Brauchbares finden, sende ich den Kern gerne zurück.

Grüße, Christian

PS. mir gings auch so: habe einige andere Spulen hier aber kein Kern passt, zudem sind zwei Kerne
in der Spule zerbrochen (wohl zu fest und/oder zu weit runter geschraubt?).
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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon Kosmonaut » 13. Nov 2016, 12:27

Das sind Pulverkerne. Wenn sie nur in zwei Teile zerbrochen und nicht völlig pulverisiert sind, kann man sie wieder zusammenkleben.

Mir fehlen auch Kerne, aber da ich mehrere Kästen besitze, ist es nicht tragisch. Den Kern aus dem XG sollte man nicht voreilig entsorgen, da er für den XS benötigt wird. Kosmos war sparsam (schaffe, schaffe, Häusle baue) und hat dem XS zwar drei Spulenkörper, aber nur zwei Kerne beigelegt, da man den zweiten Kern aus dem XG wieder verwenden sollte.

Ich habe einmal für einige Euro ein Sortiment Kerne erworben, die passend aussahen, aber leider paßte das Gewinde nicht - sehr ärgerlich. Die Spulenkörper sind so selten, daß man sie in Gold aufwiegen könnte. Kurz bevor mein Händler in meinem Heimatdorf den Laden zumachte, hatte ich noch den Restbestand (klägliche zwei Stück) mitgenommen. In der guten alten Zeit waren diese Dinge überall erhältlich. Jetzt ist der nächste "Elektronikladen" 100km entfernt in Hamburg. Da dort fast alle Elektronikläden dichtgemacht haben, bleibt nur die C-Apotheke. Hf-Bauteile hat es dort nicht. Als Radiobastler kann man nur verzweifeln.
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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 13. Nov 2016, 15:44

Kosmonaut hat geschrieben:Die Spulenkörper sind so selten, daß man sie in Gold aufwiegen könnte.


Die Platikdinger? Korrigiert mich, wenn ich falsch liege - aber das Plastik selbst hat keinen Einfluss auf die Spuleneigenschaften; deshalb sollte man die doch recht leicht mit einer Drehmaschine aus einem Stück Plastik nachdrehen können... da man dann innen ja auch beliebige Gewinde reindrehen kann, dürfte sich auch Dein "Gewindeproblem" erledigt haben, Jürgen - zumindest, wenn man nur "irgendeine" funktionierende Spule mit eindrehbarem Kern und entsprechenden Daten sucht und kein Kosmos-Originalteil.

Ja? Nein?

VG
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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon hammady » 13. Nov 2016, 18:22

hi

Fragt doch mal bei www.neosid.de nach


LG Andy
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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon Georg » 17. Nov 2016, 12:46

aus einem Stück Plastik nachdrehen können...


Hallo Martin,
du solltest mal versuchen, ein "Stück Plastik" zu kaufen :=)
oder den Verlustfaktor von "Plastik" nachzuschlagen.
Gruß
Georg
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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 17. Nov 2016, 13:54

Hallo Georg,

ich steh auf'm Schlauch...

Georg hat geschrieben:du solltest mal versuchen, ein "Stück Plastik" zu kaufen :=)


Google: "PE Halbzeug" --> circa 25.400 Treffer; den erstbesten davon auswählen (http://www.technoplast-onlineshop.de), Vollstäbe, PET, Natur, Durchmesser circa 30mm: Laufmeter für circa 15 Euro.

Georg hat geschrieben:oder den Verlustfaktor von "Plastik" nachzuschlagen.


Jetzt wird's interessant. Also, welchen Verlustfaktor haben die Spulenkörper? Angegeben ist der meines Wissens nirgends in den Handbüchern; also durchmessen?!

Und: Neue Google-Suche "kunststoff halbzeug verlustfaktor". Liefert beispielsweise:

http://kern.de/de/kunststofflexikon/dielektrischer-verlustfaktor

"Der dielektrische Verlustfaktor ist ein Maß dafür, welche Energiemenge ein Isolierstoff im Wechselfeld absorbiert und in Verlustwärme umwandelt. Werkstoffe mit hohem Verlustfaktor eignen sich nicht als Isolierstoff bei Hochfrequenzanwendungen

Benötigt wird diese Eigenschaft jedoch, wenn der Werkstoff im Hochfrequenzfeld (HF) verschweißt werden soll. Er sollte dann d > 0,01 sein."

Praktischerweise verkaufen die die passenden Stoffe auch gleich noch:

"Den dielektrischen Verlustfaktor der 150 wichtigsten Thermoplaste und Duroplaste finden Sie in unserer Datenblattsammlung."

Und wenn ich jetzt einen passenden Werkstoff gefunden habe, mir aber nicht ganz sicher bin, wie ich ihn bearbeiten soll (Schnittgeschwindigkeit und so) liefern die die entsprechenden Daten auch gleich noch mit:

http://kern.de/de/zerspanungshinweise

Wo ist jetzt also das Problem (außer bei der Bestimmung des Verlustfaktors der originalen Kosmos-Spulenkörper)?

Übrigens weiss ich von jemandem, dass er sich die Spulenkörper bereits erfolgreich nachgedreht hat [wobei ich nicht weiss, ob er überhaupt über Verlustfaktoren etc. nachgedacht hat; kann ich aber mal abklären...].

VG
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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon Georg » 17. Nov 2016, 16:21

Hallo Martin,
tauchen in den Listen Einträge für "Plastik"auf?
Hast du mal die Werte für den Verlustfaktor etwas
näher betrachtet?
Wenn ja, hätte dir auffallen können, daß dies :

aber das Plastik selbst hat keinen Einfluss auf die Spuleneigenschaften;


platt falsch ist,.
Man braucht demzufolge nicht "Plastik", sondern Werkstoffe
wie Polystyrol, PE, PP oder Teflon.
Da Polystyrol praktisch nicht mehr hergestellt wird und PE bzw PP
mechanisch zu wünschen lassen, bleibt nur PTFE über.
Ganz edle Spulenkörper bestanden übrigens aus Steatitporzellan,
Markennamen z. B. Calit oder Frequenta.
Gruß
Georg
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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon mjwolf » 17. Nov 2016, 17:36

Georg hat geschrieben:Hallo Martin,
tauchen in den Listen Einträge für "Plastik"auf?
Hast du mal die Werte für den Verlustfaktor etwas
näher betrachtet?
Wenn ja, hätte dir auffallen können, daß dies :

aber das Plastik selbst hat keinen Einfluss auf die Spuleneigenschaften;


platt falsch ist,.
Man braucht demzufolge nicht "Plastik", sondern Werkstoffe
wie Polystyrol, PE, PP oder Teflon.
Da Polystyrol praktisch nicht mehr hergestellt wird und PE bzw PP
mechanisch zu wünschen lassen, bleibt nur PTFE über.
Ganz edle Spulenkörper bestanden übrigens aus Steatitporzellan,
Markennamen z. B. Calit oder Frequenta.
Gruß
Georg


Hallo Georg,

ja, das Wort "Plastik" war schlampig verwendet, gebe ich zu. Habe das aber auch im zweiten Posting mit PE Halbzeugen präzisiert.

Die Werte hab ich mir angeschaut und natürlich große Unterschiede festgestellt [und damit gemerkt, dass meine Aussage falsch war; juhu]. Würde selbst derzeit zum high-density PE tendieren.
Teflon abzudrehen ist mir nämlich irgendwie suspekt...

Und hey, durch Deine Anmerkung hab ich zwar wieder etwas gelernt (Komponentenherstellung ist nicht gerade meine Expertise ;- ), aber wir reden hier über die alten durchsichtigen Spulenträger aus den RE100/1001-Kästen, oder nicht? Die sind garantiert weder hochwertig noch aus Steatitporzellan [sondern vermutlich aus einem Polyamid oder PE/PP - aber mit Vermutungen halte ich mich in diesem Thread besser zurück :-) ]. Ich würde gerne wissen, aus welchem Material (los, Chemiefraktion - wie bestimme ich das analytisch?!), mit welchem Verlustfaktor (wie messe ich den am besten?) - und dann denke ich immernoch, dass man genau diese Dinger (aber natürlich nicht irgendwelche high-end Spulenkörper) auf der Drehbank recht gut aus "vollen" Rundstäben nachbilden kann inkl. passendem oder auf andere Ferrite angepasstem Innengewinde.

Mich hat ja nur die Aussage von Kosmonaut irritiert, dass gerade die Spulenkörper "unersetzlich" sein sollen - ich dachte das bisher immer (nur) von den Ferriten (insbes. wegen des speziellen Gewindes).

Klärt mich einfach auf, warum das nicht gehen soll, dann bin ich zwar nicht glücklicher, aber ein wenig schlauer :-)

THX & VG
Martin
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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon Georg » 17. Nov 2016, 23:46

Hallo Martin,
was hast du gegen PTFE auf der Drehbank?
Aber damit liegst du richtig, außer Polyamid:
Die sind garantiert weder hochwertig noch aus Steatitporzellan [sondern vermutlich aus einem Polyamid oder PE/PP - aber mit Vermutungen halte ich mich in diesem Thread besser zurück

Was die Spulenkörper in den fraglichen Zeiten betrifft, waren
die meist aus "Trolitul" (PS von Dynamit-Nobel).
Niederdruck-PE gab es damals noch nicht, und PP ist auch
noch nicht sooo lange im Gebrauch als Dielektrikum.
Den Verlustwinkel kann man praktisch nur an Folien bestimmen
vorrausgesetzt man hat einen Schutzringkondensator und
zugehörige Meßgeräte. Die Analyse ist einfach: ein Stückchen
erhitzen und Schmelz- , Qualm- , Brenn-, Rußverhalten sowie
den Geruch feststellen. Damit kann man die wichtigsten
Thermoplastgruppen auseinanderhalten.
Gruß
Georg
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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon wolfgang » 21. Nov 2016, 08:42

Hallo,

das ist ja eine aufregende Diskussion wegen dieses Spulenkörpers. Wenn man bedenkt, dass damit eine Mittelwellenradio gebaut wird, bei dem der Schaltungsaufbau auf Grund der Bauteiloptimierung einige Kompromisse eingeht und in den meisten Gebieten in Deutschland tagsüber auf der Mittelwelle außer Netzteile und Energiesparlampen nichts zu hören ist, machen die Gedanken welchen Verlustwert der Werkstoff damals hatte für mich wenig Sinn. Eigentlich gibt es doch zwei Gruppen von Anwender:

1) Die Sammler und Verkäufer

Für diese Gruppe muss/soll alles Original sein. Für einen Pfennigartikel der dem technischen Stand der 60er Jahre entspricht, wird es schwierig außerhalb von Kosmos noch an so einen Spulenkörper zu kommen.

2) Die Bastler und Experimentierer

Für diese Gruppe ist die Funktion wichtiger als das genaue Aussehen. Und da reicht ein beliebiger Hf-fähiger Kunststoff voll und ganz aus. Die Unterschiede in den Verlusten bei verschiedenen Hf-fähigen Kunststoffen sind m. E. auch nicht größer als die Unterschiede die durch unterschiedliche Qualität der Handwicklung entstehen.

Gruß
Wolfgang
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Re: HF-Gewindekern RE100 / RE101

Ungelesener Beitragvon Löter » 27. Nov 2016, 00:10

Hallo Leute bin neu hier

zum Thema Gewindekerne. War Heute auf der Seite von Neosid im Kartalog von denen gibt es noch Gewindekerne.
zu http://www.neosid.de dann zu "Produkte" nun auf der linken Seite zu "Ferritbauteile und Zubehör" die Seite runterscrollen zu "Gewindekerne" PDF anklicken.
Dort giebt es eine Übersicht was die alles haben. Die einzigste Firma die ich bis jetzt gefunden habe. Habe eine Anfrage gemacht wo man die Kaufen kann,
und ob die auch Sonderanfertigungen machen in kleinen Stückzahlen für die XG Kästen.

Gruß Löter
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