KOSMOS Radiomann 1960 (13. Auflage)

Motto seit 1934: Vom Gebirg zum Ozean, alles hört der Radiomann

KOSMOS Radiomann 1960 (13. Auflage)

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 15. Jun 2009, 14:29

Zwischen 1934 und 1972 brachte KOSMOS, Franckh`sche Verlagshandlung, Stuttgart, in 23 Auflagen den von Wilhelm Fröhlich konzipierten Radiomann heraus.

Die Kästen bis 1959 waren von Holzbrettchen als Aufbauplatte, Flachspule auf Pappträger und Detektorkristall geprägt. Auf Wunsch konnte man eine Doppelgitterröhre zukaufen. Immerhin hatte das Anleitungsbuch der 12. Auflage von 1959 schon zwei Seiten, auf denen Versuche mit einer Diode und einem Transistor vorgestellt wurden. Beide Teile konnten beim Verlag bezogen werden.

Seit der 13. Auflage von 1960 bis zur letzten Auflage gab es zwei Plastik-Montageplatten, eine Germaniumdiode und einen Germaniumtransistor. Auch hier konnte man eine Röhre, nun eine moderne EF98, für weitere Versuche hinzu erwerben.



Bild

Hier der Deckel des Kastens. Die sparsamen Schwaben verwandten hier noch den Deckel der Vorauflage, wohl um alte Lagerbestände aufzubrauchen, und überklebten ihn einfach mit einem roten Streifen: "NEU Mit Transistor und Diode jetzt über 100 Versuche".


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geöffneter Kasten




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Der Inhalt des Kastens




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Das Anleitungsheft





Aus der Anleitung (bitte anklicken)


BildBildBildBild


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Re: KOSMOS Radiomann 1960 (13. Auflage)

Ungelesener Beitragvon Radiomann » 5. Okt 2012, 19:52

Nebst Ergänzungen mit interessanten Neuerungen verschwanden aber mit dieser Auflage leider zwei ganz wesentliche und sehr eindrückliche Versuche, an die sich fast nur noch die Wabenspulen-Generation erinnert:
Der Summersender (= Miniatur-Löschfunken-Sender, Summerfeder = Kühlkörper), mit dem wir noch "sogar durch eine Zimmerwand hindurch" morsen konnten.
Im Weiteren ging der Versuch "Eigenes Rundfunkkonzert", also der Mittelwellen Tonrundfunksender verloren, nebenbei auch die filigranen Wabenspulen. was etwa die Bedienung der Rückkopplung erschwerte. Fortschritte gepaart mit Rückschritten.
Ob KOSMOS wegen der "Minisender" Probleme mit den Fernmeldebehörden bekam?
Bitte allfällige Mails direkt an:
zyx@bluewin.ch
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Re: KOSMOS Radiomann 1960 (13. Auflage)

Ungelesener Beitragvon Josef » 11. Dez 2012, 14:56

Hallo zusammen,
mein Radiomannkasten von 1961, 14. Auflage ist ausser dem Bild auf dem Karton, alles gleich.
War mein erster Kasten wodurch ich mit dem Elektronikvirus infiziert wurde.
Hat mein späteres Leben in Hinsicht der Berufwahl positiv beeinflusst.

Leider ist in dem Anleitungbuch auf Seite 83, Versuch 117, Transistorempfänger mit Rückkopplung,
ein Zeichnungfehler womit der Versuch misslingt.
Als Kopplungskondensator hinter der Diode wurde ein Elko eingezeichnet, richtig hätte hier der Gitterkondensator von 100pF reingemusst und die Diode entfernt, womit der Versuch wunderbar funktioiert.

Wurde von Vielen noch nicht bemerkt, oder haben Sie den Versuch noch nicht nachgebaut ?.

Gruss
Josef
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Re: KOSMOS Radiomann 1960 (13. Auflage)

Ungelesener Beitragvon JuergenK » 11. Dez 2012, 15:38

Hier der von Josef genannte Versuch aus dem Radiomann-Handbuch von 1960:

Bild

Der Versuch 117 ist später irgendwann aus der Anleitung verschwunden: Das 1969er Handbuch ist im Prinzip noch mit dem 1960er identisch, aber genau dieser Versuch fehlt...

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Re: KOSMOS Radiomann 1960 (13. Auflage)

Ungelesener Beitragvon Thomas1953 » 20. Jun 2022, 13:24

Hallo zusammen,

unter https://www.welt-der-alten-radios.de/geschichte-radiomd3-106.html gibt es auch einen Beitrag zu dem fragwürdigen Aufbau.

Grüße,

Thomas
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Re: KOSMOS Radiomann 1960 (13. Auflage)

Ungelesener Beitragvon Georg » 21. Jun 2022, 11:50

Hallo Thomas,
das ist eine der gröberen Ungereimtheiten im Radiomann.
Ob die noch Wilhelm Fröhlich oder schon Heinz Richter
zuzurechnen war?
Oder war da jemand aus der Kosmos-Redaktion kreativ?
Abgesehen von den oben diskutierten Schaltungsfehlern
stellte sich auch die Frage, ob das mit dem mitgelieferten
NF-Transistor überhaupt funktionieren konnte, zumindest
im oberen MW-Frequenzbereich ist das fraglich.
Gruß
Georg
Nachtrag,
Selbst mit der Schaltung von Josef, kann man nioch etwas
mehr erreichen, wenn man den "Gitterkondensator"
größer wählt und an die Anzapfung legt, an der auch die
Antenne liegt. Es geht dabei um eine bessere Anpassung
an die kleinere ( verglichen mit Röhren) Impedanz der Basis)
Georg
 
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Re: KOSMOS Radiomann 1960 (13. Auflage)

Ungelesener Beitragvon Thomas1953 » 26. Jun 2022, 11:16

Hallo Georg,

da stimme ich dir voll und ganz zu. Ich habe in den letzten Nächten (vor 23 Uhr war da nicht viel zu machen :-) ) die Schaltung von Josef mit Teilen des Radiomanns aufgebaut und tatsächlich mit Transistoren OC612, AC122 und und AC173 kaum Empfang gehabt, und bei 900 kHz (Radio Uno (RAI 1) aus Italien) war generell Schluss. Für den "Gitterkondensator" habe ich einen 320 pF Styroflex-Kondensator verwendet und den festen Spannungsteiler habe ich durch ein 10 kOhm-Poti ersetzt, um den Arbeitspunkt der verschiedenen Transistortypen optimal einstellen zu können. Nur mit einem AF115, der sich in meiner Kramkiste fand, war der Empfang vieler europäischer Sender in ausreichender Lautstärke möglich, bis hin zu Lyca Radio aus London bei 1458 KHz. Für den AC162 ist in den Datenblättern eine Transitfrequenz von >75 Mhz angegeben.

"Ganz Europa spricht zu uns" war damals beim Radiomann augenscheinlich (bzw. ohrenscheinlich :grins: ) nur mit dem Röhrenempfänger möglich. Erst mit dem HF-Zusatz änderte sich das dann.

Sommerliche Grüße,

Thomas
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Re: KOSMOS Radiomann 1960 (13. Auflage)

Ungelesener Beitragvon Georg » 26. Jun 2022, 13:55

Hallo Thomas,
In einem Datenblatt finde ich fT 1,7 MHz für den Ac162.
Das passt auch gut zu deinen Versuchen.
Ich denke da hast du dich "vertypt" :=)
Gruß
Georg
eine Transitfrequenz von >75 Mhz
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Re: KOSMOS Radiomann 1960 (13. Auflage)

Ungelesener Beitragvon Thomas1953 » 26. Jun 2022, 16:18

Hallo Georg,

ja, natürlich, Schreibfehler. Zuerst hatte ich den AC162 (mit 1,7 MHz) angegeben, dann aber bemerkt, dass ich zuletzt den AF115 (mit 75 MHz) verwendet hatte, mit dem ich guten Empfang bekommen hatte. Da habe ich den Artikel schnell (aber anscheinend nicht an allen Stellen) angepasst. Leider nicht schnell genug, da hattest du ihn schon gelesen. Sorry dafür, den AC162 werde ich heute Nacht noch einmal testen und werde dann berichten.

Danke für dein Feedback,

Thomas

Nachtrag: AC162 und AC173 habe ich nun auch getestet. Beide kamen nur bis zum Sender "Talksport" (1089 kHz) aus England. Antenne und "Gitterkondensator" habe ich beide nach deiner Empfehlung an die Mittelanzapfung der Spule gelegt, das gab tatsächlich den besten Empfang. Aber Spitzenreiter in Lautstärke und Frequenzbereich (bis "Gold Radio", London, bei 1548 kHz) ist der HF-Transistor AF115. Da ist bei manchen Sendern (z.B. Lyca Radio, London) die Lautstärke so groß, dass ich die Rückkopplung zurückdrehen musste, was dann natürlich auf die Trennschärfe negative Auswirkungen hatte.
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Re: KOSMOS Radiomann 1960 (13. Auflage)

Ungelesener Beitragvon Georg » 27. Jun 2022, 20:06

Hallo Thomas,
AF115, OC615 und OC171 sind mir noch in Erinnerung.
Für einen OC 171 hab ich mal 16 Mark bezahlt!
(mit diesen Transistoren konnte man die letzte Röhre
aus den Fernsteuerempfängern (und die zugehörigen
Batterien) rauswerfen. Für 27,12 MHz Pendler waren die
bestens geeignet
Daß sie nur bis 75 MHz taugten war mir damals nicht bewußt,
da sie in UKW-Vor- und Mischstufen verwendet wurden.
Ein wenig googeln half: man verwendete sie in Basisschaltung!
Gruß
Georg
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