Messung hoher Widerstände, etwa 10**15 Ohm

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Messung hoher Widerstände, etwa 10**15 Ohm

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 17. Nov 2020, 21:43

An alle Freunde von herausforderden Messungen

Bitte hat jemand Erfahrung mit der Messung sehr hoher Widerstände, etwa 10**15 Ohm?

Viele Grüße

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Re: Messung hoher Widerstände, etwa 10**15 Ohm

Ungelesener Beitragvon hammady » 23. Nov 2020, 15:55

hi

welches Problem hast Du denn? Ich muss beruflich von 0 ohm bis ca 10 TOhm messen. Das ist nicht ganz einfach unter normalen Laborbedingungen, da schon ein Lufthauch die Elektronen
derartig anschubst dass hohe schwankungen die Folge sind. Bei immer Kleineren Widrständen wird der Strom so hoch das man oft unterbrechen muss weil die Kabel sonst zerlaufen.

ich habe im Labor die Möglichkeit bis 1000 Volt Hochohmwiderstände zu vermessen und bis 500 A Niderohmigste Widerstände zu ermiteln.

Beispiel Büdes Drahtwiderstand für seine Stromimpulsmessungen.

LG ANDY
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Re: Messung hoher Widerstände, etwa 10**15 Ohm

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 23. Nov 2020, 16:11

Für ein geplantes Experiment muss ich isoliert aufgestellte Objekte
auf 20 KV aufladen.
Die Ladung diese Objekte soll sich innerhalb von 15 Minuten
nicht wesentlich verändern.
Derzeit suche ich nach brauchbaren Isoliermaterial, infrage kommen
in erster Linie Teflon und Polyethylen.
Von Probestücken dieser Materialien möchte ich den Widerstand messen.
Für eine Zeitkonstante von etwa 1200 brauche ich bei einer Kapazität von
etwa 100pF mindesten 10**14 bis 10*15 Ohm.

Kondensator Entladung:

U(t) = U(0) * exp(-t/(R*C))
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Re: Messung hoher Widerstände, etwa 10**15 Ohm

Ungelesener Beitragvon hammady » 23. Nov 2020, 16:28

hi

Du willst praktisch den Oberflächenwiederstand Messen.

Wir haben festgestellt, dass Teflon oder PE schlechte eigenschaften über 5 KV haben. Um höhere Spannungen zu messen verwenden wir Simple Gummimatten von Buerklin.
Damit haben wir die wenigsten Überschläge. Ansonsten hängen wir die Prüflinge einfach auf mit eiiner etwas Längeren Nylonschnur damit haben wir die Besten erfahrungen.

LG ANDY
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Re: Messung hoher Widerstände, etwa 10**15 Ohm

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 23. Nov 2020, 16:34

Wenn ich dich richtig verstanden habe, werde ich bei Teflon oder Polyethylen
nur den Oberflächen-Widerstand messen,
D.h. im wesentlichen, wie sauber und trocken diese Oberflächen sind.
Meine Frage ist, wie messen denn Profis solche hohen Widerstände von Isoliermaterial
in Stab- oder Scheibenform?
Auch durch Entladung eines aufgeladenen Elektrometers?
Und was meinst du mit „schlechten Eigenschaften“?
Kannst du das bitte näher ausführen?
Für mein Experiment sind solche Erfahrungen sicher von sehr großem Interesse.
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Re: Messung hoher Widerstände, etwa 10**15 Ohm

Ungelesener Beitragvon hammady » 23. Nov 2020, 18:34

hi

Schlechte Erfahrungen sind Überschläge also Hochspannungskurzschlüsse. PE ist ein hygroskopischer Kunststoff und daher noch schlechter geeignet als PTFE auch bekannt als Teflon.
Um z.B Überschläge bei 5 KV zu verhindern haben wir Schläuche aus Polyolefin ( Schrupfschläuche ) in 6-7 Lagen und ca 100mm vor und nach dem Verbindungspunkt verwendet.
Nach umbau des Messplatzes mit Gummiunterlage können wir nun problemlos is 20 kV DC messen bei AC ist es etwas einfacher wegen der Wechselnden polarität da sind wir im Moment bis 35kV akkreditiert.
Wir sind im Moment die einzigen in Deutschland die so hohe Spannungen akkreditiert messen können.

Wenn jetzt nich der Coronazirkus wäre und Du in der Nähe wohnen würdest, würde ich sagen komm mal bei uns vorbei

Unser Labor ist Temparatur und Feuchte stabilisiert das heist wir messen bei normalen Messmitteln, Also Multimetern oszilloskopen usw bei 23°C +- 2°C und 40% -+20% rel Feuchte.
Werden höhere Genauigkeiten benötigt gehts ab in die Kabine bei 23!C -+0,5°C

In der KABIN ONE wird ausschließlich R-C-L gemesen.


LG Andy
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Re: Messung hoher Widerstände, etwa 10**15 Ohm

Ungelesener Beitragvon Physikfan » 23. Nov 2020, 20:19

Das alles ist sehr beeindruckend, was Euer Labor messen kann.
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